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MOVE! - 22. Krefelder Tage für modernen Tanz und move extended

Krefeld TANZT zeitgenössisch

Fabrik Heeder Krefeld

 

MOVE! - 22. Krefelder Tage für modernen Tanz und Logo MOVE extended

22. September bis 3. November 2023

zum Programm

www.move-krefeld.com
www.tanzwebkrefeld.de

We cheer.
We lead.
We know there is a need.
We cheer.
We lead.
We know there is a need.
Let's do it.

(Textzeilen aus Sprechchor des Stücks RADICAL CHEERLEADING von Zufit Simon.)

Yes, let's do it! Zum 22. Mal finden in diesem Jahr die Krefelder Tage für modernen Tanz MOVE! statt. Über einen Zeitraum von sechs Wochen sind in der Fabrik Heeder spannende Positionen des zeitgenössischen Tanzes aus NRW und - ermöglicht durch das Format MOVE!_extended - weiteren Regionen Deutschlands zu sehen.

Because there is a need.
In einer Zeit, in die sich diverse Folgen der Corona-Pandemie sowie lokale und globale Konsequenzen des andauernden russischen Angriffskrieges auf die Ukraine einschreiben, möchte das Festival MOVE! Momente des Zusammenseins stiften. Ausgehend von der Tanzkunst denkt das Festival über Möglichkeiten des Widerstands und über die eigene Widerstandsfähigkeit nach. Angesichts der Schwierigkeiten und der hohen psychischen Belastung, mit denen der/die Einzelne oder ganze Gruppen der Gesellschaft (gegenwärtig) konfrontiert sind, aktiviert MOVE! die Kraft, die aus Zusammenhalt entsteht und die sich aus der Begegnung mit anderen speist.

Pessimistischen und rassistischen Stimmen sowie den sich dadurch vertiefenden Rissen im gesellschaftlichen Zusammenhalt gilt es etwas entgegenzustellen. MOVE! und MOVE!_extended präsentieren unter dem Motto "Forms of resistance and being together" unterschiedliche Tanz-Positionen. Eingeladene Produktionen deklinieren Widerstand und/oder Formen des Zusammenseins auf eigene Weise durch und machen verschiedene Perspektiven auf Zusammenhalt sowie Voraussetzungen für diesen erfahrbar.

Es ist die Bewegung, die Tanz, selbst im Stillstand, immer ist und die MOVE! sucht - nicht nur auf der Bühne, sondern auch in dem Raum, in den das Bühnengeschehen ausstrahlt, in dem Gedanken und Ideen Funken schlagen können.

We resist!
We resist!
We won't stop.

MOVE! lädt ein zu Gastspielen mit den Künstler:innen und Compagnien bodytalk, Alfredo Zinola Productions, Senzenberger Projects, CocoonDance und MIRA aus NRW. Und im Rahmen des Formates MOVE!_extended sind Aufführungen der Choreograph:innen Anna Konjetzky, Kolja Huneck, Lois Alexander und Zufit Simon zu erleben.

We cheer.

Neben dem umfangreichen Bühnenprogramm bietet MOVE! den Zuschauer:innen auch in diesem Jahr eine ganze Reihe von Veranstaltungen an, die inhaltliche Fäden der verschiedenen Tanzproduktionen weiter spinnen und dem Potenzial nachspüren, das ausgehend von den Arbeiten entfaltet werden kann. Auch an einer Physical Introduction, Workshops, Nachgesprächen und alternativen Gesprächs-, Austausch- und Vermittlungsformaten fehlt es nicht.

Together.
We fight.
Together.

Ein besonderer Dank des Kulturbüros der Stadt Krefeld gilt den Förder:innen des Festivals für die bedeutsame Unterstützung: der Kunststiftung NRW für die Förderung des Formates MOVE!_extended, dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen sowie dem Nationalen Performance Netz - Gastspielförderung Tanz, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie den Kultur- und Kunstministerien der Länder für die Förderung der Gastspiele am 22. September und 26. Oktober 2023.

MOVE! erfährt außerdem eine Unterstützung durch die Mittelzentrenförderung TANZ und PERFORMANCE des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW für die Fabrik Heeder.

Logo der Kunststiftung NRW Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen Logo zu Nationales Performance Netz

Logo der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien Logo NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste Logo des NRW Landesbüros Tanz

Das Programm
22.09. Freitag - 20 Uhr - Studiobühne I - Inge-Brand-Saal

Zur Eröffnung des Festivals sprechen:
Frank Meyer, Oberbürgermeister der Stadt Krefeld
Torsten Ehlert, Referatsleiter Theater und Tanz, Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW
Christine Peters, Leiterin Bereich Performing Arts, Kunststiftung NRW

»MOVE!_extended«
Anna Konjetzky, München
HOPE/LESS

Choreographie, Bühne: Anna Konjetzky - Tanz: Daphna Horenczyk, Sahra Huby, Quindell Orton, Jascha Viehstädt - Musik: Stavros Gasparatos - Licht: Sanja Gergoric - Dramaturgische Beratung: Maxwell McCarthy - Künstlerische Produktionsleitung: Rat & Tat Kulturbüro, Elsa Büsing

Szene aus der Produktion "HOPE/LESS", Foto: Gabriela Neeb
Foto: Gabriela Neeb

Hilft uns Hoffnung, eine andere Zukunft zu gestalten, oder blockiert sie uns und lässt uns in einer tatenlosen Warteschleife hängen? Hoffnung, als in die Zukunft gerichtete Emotion, kennen wir als Einzelne ebenso wie als Gesellschaft. Sie kann Motor für Wandel sein oder auch Werkzeug zur Entwicklung von Utopien; ohne Hoffnung keine Veränderung, keine Forderungen an die Zukunft, kein Nachdenken über das Mögliche. Hoffnung kann aber auch ein Zustand von Passivität sein, ein Abwarten, ein Stagnieren und Abgeben der Verantwortung. Zwischen diesen zwei Polen bewegt sich das Stück HOPE/LESS der Choreographin Anna Konjetzky.

Grundlage für die Produktion sind Interviews, die ihr Team und sie geführt haben, über Hoffnung und ihr Fehlen, über Neustarts, persönliche Erwartungen sowie über Zukunft und Ängste. HOPE/LESS denkt mit vier Körpern in einem dehnbaren und verformbaren Raum über das Potenzial von Hoffnung/Hoffnungslosigkeit als individuelles Gefühl und als gesellschaftlichen Zustand nach - immer mit Blick auf die Fähigkeit, dieser Emotion Veränderung, Wandel zu initiieren. Dabei beginnt das Stück in hochkonzentrierter Atmosphäre, in der das Nachdenken der Tänzer:innen und die jeweilige Suche nach Handlungs-/Bewegungsoptionen für das Publikum spürbar werden. Nach und nach entladen sich Momente der Verausgabung und Ausgelassenheit - mal als einzelne Aktion, mal im Zusammenschluss.

Die Choreographin Anna Konjetzky tourt erfolgreich mit ihren Stücken national und international und ist ebenso auf Bühnen der Freien Szene wie in Stadt- und Staatstheaterm vertreten. Zusammen mit Partner:innen leitet sie in München den „Playground", einen Raum für körperliches Denken, choreographische Skizzen und künstlerische Forschung. Hier finden sowohl Trainings für professionelle und nicht-professionelle Tänzer:innen statt, ebenso werden alternative Begegnungs- und Austauschformate erprobt.

www.annakonjetzky.com

Eine Koproduktion mit: Muffathalle München, LOT-Theater Braunschweig, fabrik Potsdam. Mit freundlicher Unterstützung von: Tanzhaus Zürich. Gefördert durch: Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen von NEUSTART KULTUR und ermöglicht durch den Bayerischen Landesverband für zeitgenössischen Tanz (BLZT) aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst. Unterstützt durch: Bezirksausschuss 1 Altstadt-Lehel und den Bezirksausschuss 5 Au-Haidhausen der Landeshauptstadt München.

Das Gastspiel in der Fabrik Heeder wird unterstützt durch das NATIONALE PERFORMANCE NETZ Gastspielförderung Tanz, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, sowie den Kultur- und Kunstministerien der Länder.
Dauer: ca. 60 Minuten

Eintritt: Euro 13,-/ermäßigt Euro 7,50

Im Anschluss: MOVE!talk
Sie sind herzlich eingeladen zu einem Getränk und zum Austausch mit anderen Tanzinteressierten.

 

23.09. Samstag - 11 bis 13 Uhr - Großer Saal

»MOVE!_extended«
Tanzworkshop mit Anna Konjetzky & Co, München
IN BEWEGUNG
für Jugendliche und Erwachsene

Die Choreographin Anna Konjetzky lädt zusammen mit einer Tänzerin aus ihrem Team alle Interessierten zu einem Workshop ein.
Die beiden Künstlerinnen geben Einblick in choreographische Praktiken und Arbeitsweisen. Sie probieren und überlegen zusammen mit allen Beteiligten, wie man sich Themen über Bewegungen annähern kann. Welche Bewegungen können zu einem Thema entwickelt werden? Welche Vorgehensweisen gibt es? Wie können Bewegungsprinzipien entstehen?
Die gemeinsame Auseinandersetzung greift dabei auch auf (Bewegungs-)Material zurück, das für die Tanzproduktion HOPE/LESS von Anna Konjetzky und ihren Tänzer:innen erarbeitet wurde.
Für die Teilnahme am Workshop sind keine Vorkenntnisse nötig. Es ist auch nicht erforderlich, die Produktion HOPE/LESS gesehen zu haben.

Es kann barfuß, auf Socken oder mit Tanzschuhen getanzt werden. Bitte bequeme Kleidung tragen und Getränke mitbringen.

Teilnahmegebühr: Euro 12,-/ Jugendliche und ermäßigt Euro 6,-
Eine Anmeldung ist beim Kulturbüro unter www.krefeld.de/kartenreservierung oder telefonisch unter 0 21 51/86 4848 bis zum 19. September erforderlich.

 

MOVE! präsentiert ein
HÖRARCHIV

auf www.move-krefeld.com

In einem stetig wachsenden Audioarchiv verweben sich seit 2022 Statements von Kunstschaffenden, Gedankenwelten, Arbeitsansätze und Positionen der eingeladenen Compagnien und vieles mehr.

Auch für die diesjährige Festivalausgabe sind das Publikum und Interessierte eingeladen, über das Hörarchiv mehr über die eingeladenen Künstler:innen und Compagnien zu erfahren. In kleinen Interviews spricht die Dramaturgin und Gastkuratorin von MOVE!_extended, Sarah Israel, mit den Künstler:innen über ihre Arbeitsansätze, Fragen zum präsentierten Stück und die jeweiligen Verständnisse von Körper und Bühne. Viel Spass und Freude beim Hören und Entdecken.

 

24.09. Sonntag - 18 Uhr - Studiobühne I - Inge-Brand-Saal

17.30 Uhr Einführung durch die Compagnie
bodytalk, Münster
KOREALITY - (K)eine Geisterbeschwörung

Tanztheater mit Live-Musik

Konzept, Choreographie: Yoshiko Waki, Rolf Baumgart - Choreographie, Performance: Ara Cho, Da Som Kang, Dohyun Kim, Hyein Pyo, Hyesoo Shin, Hyun Sup Lee, Joongkeun Jeon, Pilgyun Jeong - Komposition, Livemusik: Anna Kang - Ausstattung: Nanako Oizumi - Lichtdesign, Technische Leitung: Timo von der Horst - Produktion: David Bäcker

Szene aus der Produktion "Koreality", Foto: Nanako Oizumi
Foto: Nanako Oizumi

Wo sind wir bloß? Ist das die wirkliche Realität? Oder nur eine Ko-Realität? Acht Performer:innen und eine Live-Musikerin finden sich nicht mehr zurecht. In der digitalen Gegenwart erleben sie Wirklichkeiten, die sich mit anderen Wirklichkeiten überlagern: Aus Fake wird Echt und Echt wird als Fake überführt. In dieses Zwischenreich zwischen Schein und Sein will bodytalk das Publikum entführen - am Beispiel von Korea und der koreanischen Kultur. Also einem hoch digitalisierten Land, in dem sich mittlerweile drei Handys einen Menschen teilen.

Die in Korea entwickelte vielschichtige Produktion, die ihre Uraufführung in Münster feierte, ist inspiriert vom deutschen Philosophen Jürgen Habermas, der in modernen Medien und der Digitalisierung sowohl einen Realitätsgewinn wie auch einen Realitätsverlust sieht. Und sie ist inspiriert von der uniformierten koreanischen Gesellschaft: Denn egal, ob Fake oder Wirklichkeit, digital oder real, in allen Welten gilt hier der radikale Wettbewerb. Treffen Gewinner:innen auf Verlierer:innen. Wer nicht perfekt ist, sich nicht anpasst, wird zum/r Außenseiter:in, wird unsichtbar.

Die Geschichte in KOREALITY handelt von der Berufstaucherin Haenyeo. Sie rettet einer Schildkröte das Leben, jetzt darf sie in die von Meeres-Drachen bewachte Unterwasser-Traumwelt Ryugur. Die Tänzer:innen tauchen ab in ein Zwischenreich, in ein Reich der Verlockung und der bösen Täuschung. Die Grenzen verschwimmen zwischen Leben und Kunst. In leidenschaftlichen Bildern zeigt KOREALITY, was wir aus einer verführerischen digitalen Zukunft lernen könnten: Leben, singen und kämpfen.

Yoshiko Waki und Rolf Baumgart haben die Tanztheater-Compagnie bodytalk 2008 aus dem ehemaligen Choreographischen Theater von Johann Kresnik gegründet. Seit einigen Jahren ist bodytalk artist in residence am Theater im Pumpenhaus in Münster. Die Compagnie erhält aktuell die Exzellenzförderung des Landes Nordrhein-Westfalen.

www.bodytalkonline.eu

Eine Koproduktion mit: SIDance - Seoul International, Dance Festival und Theater im Pumpenhaus, Münster. Gefördert durch: Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, Kulturamt der Stadt Münster.

Dauer: 60 Minuten

Eintritt: Euro 13,- / ermäßigt Euro 7,50

Im Anschluss: MOVE!talk
Sie sind herzlich eingeladen zu einem Getränk und zum Austausch mit anderen Tanzinteressierten.

 

Ein Doppelabend: Lesung & Gastspiel

29.09. Freitag - 19 Uhr - Studiobühne I - Inge-Brand-Saal

»MOVE!_extended«
SCHÖNSTE WEGE DES ANTI!
Lesung aus „Anti-Girlboss. Den Kapitalismus vom Sofa aus bekämpfen"

mit der Autorin Nadia Shehadeh, Bielefeld
Moderation: Sarah Israel, Berlin

Portrait von Nadia Shehadeh, Foto: Felix Hüffelmann
Foto: Felix Hüffelmann

Das Widerstand weder laut noch eine Versammlung von Massen mit Plakaten und Megaphonen sein muss, vielmehr eine Übung in Gelassenheit und weniger 'ambition in work & life', ist für die Autorin und Kolumnistin Nadia Shehadeh gesetzte Sache. In ihrem Buch „Anti-Girlboss. Den Kapitalismus vom Sofa aus bekämpfen" legt sie ihren Leser:innen auf amüsante Weise ans Herz, dass Ausruhen in Zeiten des Kapitalismus und der permanenten Selbstoptimierung ein widerständiger Akt, eventuell sogar eine Revolution ist.

Auch für den zeitgenössischen Zirkuskünstler Kolja Huneck birgt das Anti-Spektakel, also die Verweigerung von großer Show und Tusch, gegenwärtig Potenzial für eine Veränderung von Wahrnehmung und Perspektive. Vielleicht ist der entspannte Schlaf im Theater ein Weg, sich gegen unsere Gesellschaft der überfordernden Ansprüche an das immer flexible Selbst zur Wehr zu setzen?

MOVE!_extended möchte das mit den beiden Künstler:innen ausgehend von ihren Werken diskutieren und lädt deswegen zu diesem besonderen Doppelabend aus Lesung und Stückpräsentation ein.

Nadia Shehadeh ist Kolumnistin, Autorin, Bloggerin und Soziologin. Sie arbeitet zu den Themen Feminismus, Rassismus und Pop-Kultur. Im Februar ist ihr erstes Buch „Anti-Girlboss" erschienen. Zuvor war sie u.a. Mitautorin verschiedener Sammelbände wie z.B. „Eure Heimat ist unser Albtraum". Seit 2011 ist sie Redaktionsmitglied des Redaktionskonglomerats „Mädchenmannschaft", das regelmäßig den Podcast „Servicewüste Feminismus" produziert.

www.shehadistan.com

Eintritt: Euro 6,-

Bitte beachten Sie auch das Kombiticket für den Abend: Die Eintrittskarte für das Tanzgastspiel »CM_30« gilt auch für diese Lesung.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Mediothek Krefeld.
www.mediothek-krefeld.de

 

29.09. Freitag - 20.15 Uhr - Studiobühne I - Inge-Brand-Saal

Ein Doppelabend: Im Anschluss an die Lesung
»MOVE!_extended«
Kolja Huneck, München
CM_30

Konzept, Performance: Kolja Huneck - Künstlerische Beratung: Benjamin Richter, Andrea Salustri - Musik, Komposition: Rutger Zuydervelt, Machinefabriek - Kostüm, Bühnenbild: Amrei Simon - Bühnenkonstruktion: Kolja Huneck, Marcus Hüttl - Besonderer Dank an: Jérémie Cusenier, Luuk Brantjes, Birgit Haberkamp, Elena Kreusch, Kim-Jomi Fischer

Szene aus der Produktion "CM_30", Foto: Matthias Ziemer
Foto: Matthias Ziemer

MOVE!_extended lädt ein, Tanz und Bewegung in einem weiteren Rahmen zu erfahren und zu verstehen. In diesem Sinne ist für die diesjährige Edition der zeitgenössische Zirkuskünstler Kolja Huneck mit seinem Solo CM_30 zu Gast. Bei Kolja Huneck bewegen sich nicht Körper, vielmehr arbeitet der Künstler mit verschiedenen Scheiben, die jeweils 30 cm Durchmesser haben. Diese setzt er in Bewegung, wirft sie in die Luft in Form von Jonglage, nutzt sie aber auch installativ als Lichtquelle oder als Reflektoren und lenkt so die Aufmerksamkeit des Publikums.

Das Publikum ist eingeladen, einem feinen Spiel aus Licht, Farben und Schatten beizuwohnen, das über die Dauer des Stücks eine eigene Poesie und Kraft entwickelt. Gemeinsam mit den Zuschauenden schafft Kolja Huneck ein mehrere Reize ansprechendes Farbbad, das zwischen zeitgenössischem Zirkus und Installationskunst changiert. Mit CM_30 hinterfragt er die traditionellen Erwartungen gegenüber Zirkus und Jonglage, lässt die Grenze zwischen Publikum und Künstler verschwimmen und erschafft jedes Mal ein neues faszinierendes Anti-Spektakel, das beruhigt und entschleunigt.

Kolja Huneck studierte Objektmanipulation an der Zirkusschule "Codarts Circus Arts" in Rotterdam. Als Hauptarbeitsmaterial wählte er dort Schallplatten und selbst gestaltete Scheiben mit 30 cm Durchmesser. Neben zeitgenössischen Zirkus beschäftigt sich Huneck mit aktuellen Strömungen der Magie und arbeitet an der Verbindung der beiden Kunstformen. 2021 hat er als Teil eines Kollektivs die österreichisch-niederländische Produktion "Sawdust Symphony" in Den Haag uraufgeführt. Mit dieser Produktion und CM_30 tourt er durch Europa. Außerdem engagiert er sich beim BUZZ - Bundesverband Zeitgenössischer Zirkus e.V. und ist Mitgründer des Kreationsbündnisses für Zirkuskunst „Zirkus ON".

www.kolja.art

Gefördert durch: circusnext 2020-2021 (Projekt finanziert durch das 'Creative Europe'-Programm der Europäischen Union), Landeshauptstadt München, Kulturreferat, Circuswerkplaats PERPLX Kortrijk, Circuswerkplaats Dommelhof Neerpelt.

Dauer: 50 Minuten

Eintritt: Euro 13,-/ermäßigt Euro 7,50

Im Anschluss: Fishbowl mit Kolja Huneck und Nadia Shehadeh
Anleitung dieses Gesprächsformates und Moderation: Sarah Israel, Berlin

 

30.09. Samstag - 18 Uhr - Studiobühne I - Inge-Brand-Saal

»MOVE!_extended«
16.30 Uhr, spielerische Einführung zum Stück CM_30
Jonglage-Workshop mit Daan Mackel, Köln

Ein intergenerativer Workshop für alle Interessierten
Daan Mackel ist Jongleur, Darsteller, Zirkuspädagoge und Moderator
www.jongleurdaan.de
Die Eintrittskarte für das Tanzgastspiel "CM_30" gilt auch für die Einführung

Kolja Huneck, München
CM_30

ab 8 Jahre und Erwachsene

Detailinformationen zur Produktion: siehe Ankündigung für den 29. September.

Dauer: 50 Minuten

Eintritt: Euro 13,-/Kinder und ermäßigt Euro 7,50

06.10. Freitag - 9.30 und 11 Uhr - Studiobühne I - Inge-Brand-Saal Logo "Auf eigenen Füßen stehen"

Alfredo Zinola Productions, Köln/München
200 WAYS

ab 6 Jahre

Von und mit: Alfredo Zinola - Produktion: Micaela Kühn Jara - Dramaturgie: Maxwell McCarthy - Musik: Caspar Hesselager - Kostüm: Claudia Hill - Licht: Marek Lamprecht - Technik: Emanuele Vallinotti

Szene aus der Produktion 200ways, Foto: Dorothea Tuch
Foto: Dorothea Tuch

Am Anfang steht nur eine kleine Geste: Ein Finger, der sich hebt, ein Bein, das sich dreht. Eine kleine Geste nur - und doch erzählt sie unendlich viel. In seinem Solo 200 WAYS nutzt der Tänzer und Choreograph Alfredo Zinola solche kleinen Bewegungen, um eine Verbindung zwischen sich und dem Publikum zu schaffen. Die Gesten sind immer auch eine Einladung an die Zuschauenden: Die Fantasie legt los, eigene Gesten kommen dazu - und schon sind wir mittendrin in einer spielerischen Performance, die keine großen Sprünge braucht, um aus kleinen Alltags-Gesten eine einzigartige Bewegungssprache zu entwickeln. Die jungen Zuschauer:innen werden durch Nähe, Verständnis und dem Spass an der Bewegung zu Tanz-Kompliz:innen. 200 WAYS changiert zwischen Abstraktion und dem ganz Persönlichen, zwischen Fantasie und der einfachen Situation - und erschafft so ein unbekanntes, faszinierendes Bewegungsuniversum.

Das Kernteam von Alfredo Zinola Productions sind Alfredo Zinola als Choreograph und Micaela Kühn Jara als Künstlerische Produktionsleiterin. Seit 2012 entwickeln sie in unterschiedlichen Konstellationen Zeitgenössischen Tanz für junges Publikum.
Die Compagnie arbeitet in Kooperation mit dem tanzhaus nrw in Düsseldorf sowie mit dem Theater HochX in München. Ihre Arbeit zeichnet sich dadurch aus, dass sie Grenzen von Formaten, Themen und Ideen auslotet, um herauszufinden, was eine Performance für junges Publikum sein kann. Dabei wird immer hinterfragt, in welcher Beziehung Gesellschaft und Kindheit stehen. Produktionen der Compagnie gastierten bereits in ganz Europa, Asien, Australien, Russland und Südamerika.

www.alfredozinola.com

Eine Koproduktion mit: tanzhaus nrw im Rahmen von Take-off: Junger Tanz, Arts Printing House Vilnius und KLAP Maison pour la Danse Marseille. Gefördert durch: Kulturreferat der Landeshauptstadt München, Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, Kunststiftung NRW, NATIONALES PERFORMANCE NETZ und der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Mit Dank an: Tanzhaus Zürich, Grundschule Flurstraße in Düsseldorf.

Dauer: ca. 45 Minuten

Eintritt: Euro 5,- / Gruppenpreis ab 10 Personen Euro 4,- pro Person

Im Anschluss: MOVE!talk
Die Compagnie im Austausch mit dem jungen Publikum.

 

TANZ MIT ALLEN
Ein Tanzworkshop-Wochenende im Rahmen des Kooperationsprojektes TOWARDS

07.10. Samstag - 12 bis 15 Uhr - Studiobühne I - Inge-Brand-Saal

Workshop 1: SCHREIBEN MIT DEM KÖRPER IV
mit der Emanuele Soavi incompany, Köln

Ein Workshop für tanzbegeisterte Menschen, die Lust auf gemeinsam erlebbare Freude an Kreativität, Bewegung und Austausch haben.

Foto zum Workshop "Schreiben mit dem Körper", Foto: Barbara Schröer
Foto: Barbara Schröer

Der Workshop beschäftigt sich mit dem Körper als kommunikative Brücke in die Welt. Er schafft spielerisch ein Bewusstsein für das Potenzial der nonverbalen Kommunikation und vermittelt ganz nebenbei einen Einblick in die Bewegungsprinzipien der tänzerischen Arbeit der Emanuele Soavi incompany.

www.emanuelesoavi.de

 

Die weiteren Workshops an diesem Wochenende an anderen Orten:

07.10. Samstag - 17 bis 20 Uhr - FREIraum21, Dießemer Str. 21, Krefeld
Workshop 2: TRAUMTANZ
mit Andreas Simon und Anna Brass, Krefeld

Ein Workshop für Träumer:innen, die mit Tanz und Wort von guten und schlechten, lustigen, verrückten und traurigen, von geträumten Träumen wie Lebensträumen erzählen wollen. Dieser Workshop beschäftigt sich mit verschiedenen performativen Settings an der Schnittstelle zwischen Tanz und Theater.
www.andreas-simon.kunstco.de, www.annabrass.de

08.10. Sonntag - 14 bis 17 Uhr - Südbahnhof, Saumstr. 9, Krefeld
Workshop 3: TOWARDS
mit der Emanuele Soavi incompany, Köln, Andreas Simon und Anna Brass, Krefeld

Ein Workshop, vier Workshopleiter:innen und deren insgesamt 75 Jahre Erfahrungen gemixt zu einem besonderen Workshop.

Hinweis zu den Workshops:
Es kann barfuß, auf Socken oder mit Tanzschuhen getanzt werden.
Bitte bequeme Kleidung tragen und Getränke mitbringen.

08.10. Sonntag - 18 Uhr - Südbahnhof, Saumstr. 9, Krefeld
LIVING ROOM - come-together auf dem Dach des Südbahnhofs

Moderation: Miriam Leysner, Köln

Seit 2016 ein fester Bestandteil des Programms der Emanuele Soavi incompany in Köln, öffnet der LIVING ROOM erstmals in Krefeld.

Die Emanuele Soavi incompany, Anna Brass und Andreas Simon laden die Workshop-Teilnehmer:innen und alle Interessierten zu Begegnung und Austausch ein, Miniatur-Überraschungen inklusive.

TANZ MIT ALLEN ist Teil von TOWARDS, dem Kooperationsprojekt zwischen Soziokulturellen Zentren (Werkhaus e.V.) und einer Kommunalen Kultureinrichtungen (Fabrik Heeder), gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen über soziokultur nrw.

Die Workshops können einzeln oder im Block gebucht werden.
Teilnahmegebühr je Workshop: Euro 12,- / ermäßigt Euro 6,-
Kombipaket 3 Workshops für 2: Euro 24,-/ ermäßigt Euro 12,-
Beim LIVING ROOM ist der Eintritt frei. Um Anmeldung wird gebeten.

Reservierung und Anmeldung zu den Workshops über: www.werkhaus-krefeld.de

 

14.10. Samstag - 20 Uhr - Studiobühne I - Inge-Brand-Saal

Senzenberger Projects, Köln
SOLID LIQUID

Konzept, Choreographie, Produktion, Licht: Katharina Senzenberger - Performance: Benze C. Werner, Katharina Senzenberger - Musik: Jana Maria Katharina Heinz, Gigi D'Agostino, Easter - Bühnenbild: Renate Mihatsch (Überarbeitung), Christi Knak Tschaikowskaja (Originalfassung) - Bühnenbildassistenz: Agnes Müller

Szene aus der Produktion "Solid Liquid", Foto: Michael Maurissens
Foto: Michael Maurissens

SOLID LIQUID untersucht in einem posthuman-feministischen Verständnis verschiedene Aspekte von Flüssigkeit auf politischer und materieller Ebene. In ihren Alter Egos „Sassy Sartre" und „Kikki Kamikaze", die als liquid identity funktionieren, sind die Performer:innen auf der Suche nach Widerstand in ihren Körpern. Dabei bedient sich die Performance einer CamModel-Ästhetik, die einen Ort eröffnet, in dem Machtpositionen in ständiger Verhandlung stehen und sich binäre Einheiten wie Subjekt und Objekt verflüssigen. Dieses liquide Verständnis von Macht materialisiert sich nicht zuletzt in dem durch nur wenige Liter Wasser veränderten Raum, der keinen Halt mehr zulässt. Dort, wo sich Wasser einmal den Weg gebahnt hat, durchdringt es alle Strukturen und Körper, nimmt alles in sich auf und zerspült feste Annahmen zu glitschigen Irrtümern.

Katharina Senzenberger hat Anfang 2022 das Studium für Zeitgenössischen Tanz an der Hochschule für Musik und Tanz Köln abgeschlossen und arbeitet seitdem interdisziplinär, sowohl einzeln als auch im Kollektiv zwischen Tanz, Performance und Bildender Kunst. Das Interesse für Tanz im digitalen Zeitalter und in der hypersexualisierten Welt der Popkultur, das affektive Potenzial von Bewegung und Zustände der Transformation und Verflüssigung stehen im Fokus der choreographischen Arbeiten.

https://vimeo.com/user72203157, Instagram: @katharsisbaby

Gefördert durch: Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen von NEUSTART KULTUR.

Dauer: ca. 50 Minuten

Eintritt: Euro 13,- / ermäßigt Euro 7,50

Im Anschluss:
»MOVE!_extended«
ArtistTalk
Katharina Senzenberger trifft Zufit Simon, Berlin
Moderation: Lucie Ortmann, Düsseldorf
Im ArtistTalk wird ein Austausch der Choreograph:innen Katharina Senzenberger und Zufit Simon über die jeweiligen Arbeitsweisen und -praktiken angeregt, Ansätze und Fragestellungen werden diskutiert, die das aktuelle choreographische Schaffen beeinflussen. Das Publikum ist eingeladen, sich einzubringen.
Der ArtistTalk findet in hybrider Form statt: Zufit Simon, die im Rahmen des Festivals am 3. November RADICAL CHEERLEADING präsentiert, wird aus Berlin via Zoom live zugeschaltet. Katharina Senzenberger und Lucie Ortmann sind vor Ort in der Fabrik Heeder.
Die Dramaturgin Lucie Ortmann war u.a. für die RUHRTRIENNALE tätig und Teil der künstlerischen Leitungsteams des Schauspielhaus Wien und des Theater Oberhausen. Seit 2022 ist sie am tanzhaus nrw, Düsseldorf, engagiert. Sie ist Teil der Redaktion und Autorin des wissenschaftlichen E-Journals MAP - Media | Archive | Performance.

 

19.10. Donnerstag - 20 Uhr - Studiobühne II

»MOVE!_extended«
zu Gast bei der DesignDiscussion 88
DIVERSITYANDINCLUSION

Moderation: Prof. Dr. Erik Schmid, Hochschule Niederrhein, Krefeld
Gast: Mic Herbertz-Floßdorf, Düsseldorf

Der Fachbereich Design der Hochschule Niederrhein lädt in Kooperation mit dem Kulturbüro seit 2005 zur DesignDiscussion in die Fabrik Heeder ein.

Prof. Dr. Erik Schmid, Professor für Theorien zum Design sowie Dekan am Fachbereich Design der Hochschule Niederrhein, empfing seit 2005 über 100 Gesprächsgäste zu nunmehr 88 DesignDiscussions.

Im Rahmen der diesjährigen MOVE!-DesignDiscussion begrüßt er auf dem Podium Mic Herbertz-Floßdorf, selbständige:r Pädagoge:in, Supervisor:in, Mediator:in und Diversity-Trainer:in, beheimatet in Düsseldorf und dort örtlich und wörtlich verbunden mit dem Netzwerk „Kompliz:innen".

Gemeinsam denken sie über Fragen der Ausgestaltung und Umsetzung eines diversen Miteinanders in Kultur und Alltag nach. Was bedeutet es eigentlich, eine Sensibilität für Diversity zu haben? Vielfaltsdimensionen sind am Ende kein abstraktes Konstrukt, vielmehr werden sie gelebt im Kontakt und in der Begegnung miteinander - auch im Bildungs- und Kulturbereich. Wie bewusst sind wir uns unserer eigenen Privilegien? Wie kann das Miteinander gestaltet werden, und wie sieht Verantwortung in diesem Kontext aus?Sozialisation im normativen Denken und Handeln ist tief in Menschen verwoben. Wie können die bunten Bilder von Inklusion das situative Miteinander werden? Wie kann die Perspektive von einem intellektuellen Diskurs in den Alltag und in die Verbindung(en) gelangen? Viele spannende Fragen, die gemeinsam gewälzt und in den Austausch gebracht werden sollen.

Mic Herbertz-Floßdorf ist unter vielem anderen Mitautor:in der Europa-Studie über Regenbogenfamilien „Wir sind Eltern!", Autor:in der Webseite und des Projektes „Bunte Kitas starke Kinder", Autor:in der NRW-Broschüre „Regenbogenfamilien - Werden und Sein" und der Empowermentbroschüre „Wir sind dabei!" zu Regenbogenfamilien in der Kindertagesbetreuung. Auf der Internetseite von Mic Herbertz-Floßdorf finden sich die von 2020 bis 2022 realisierten Podcasts „Vielfalt, Verantwortung". Seit 2012 ist Mic Herbertz-Floßdorf Trainer:in für „Vielfalt in der Führung der LH Hannover" und für „LSBTIQ und Kindertagesbetreuung". Mic Herbertz-Floßdorf lebt in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft und hat zwei Kinder, davon eines mit Schwerbehinderung.

www.mundwerk-training.de, www.komplizinnen.space

Dauer: ca. 60 Minuten

Der Eintritt ist frei. Keine Kartenreservierung.

Eine Veranstaltung der Hochschule Niederrhein in Kooperation mit dem Kulturbüro der Stadt Krefeld.

www.hs-niederrhein.de

 

20.10. Freitag - 17 bis 18 Uhr - Studiobühne I - Inge-Brand-Saal

TANZ.BACKSTAGE
zu Gast bei CocoonDance

Was passiert an einem Proben- und Aufbautag alles rund um die Kulissen? Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit zwischen Tänzer:innen, Lichtdesigner:innen, Bühnentechniker:innen und allen weiteren Beteiligten? Welche Fragen tauchen vor Ort auf?

TANZ.BACKSTAGE, das Vermittlungsformat des nrw landesbuero tanz, wirft einen Blick hinter die Tanztheater-Kulissen und einen besonderen Blick auf die Arbeitsweisen der Gastspielensembles. An diesem Tag kann auf der Bühne der Fabrik Heeder eine Probe und der technische Aufbau zum Stück BODY SHOTS von CocoonDance verfolgt werden und mit den Künstler:innen und Akteur:innen ins Gespräch gekommen werden.

www.landesbuerotanz.de

Die Teilnahme ist kostenlos und ohne Vorkenntnisse möglich.

Bei Gruppen ab 8 Personen wird um eine Voranmeldung per E-Mail an tanzvermittlung@landesbuerotanz.de gebeten.

 

21.10. Samstag - 20 Uhr - Studiobühne I - Inge-Brand-Saal

CocoonDance, Bonn
BODY SHOTS

Choreographie: Rafaële Giovanola - Von und mit: Fa-Hsuan Chen, Martina De Dominicis, Álvaro Esteban, Eleonora Vrdoljak, Marin Lemic - Komposition: Jörg Ritzenhoff - Raum, Kostüme: Petra Dančević - Lichtdesign: Marino Frankola - Dramaturgie: Rainald Endraß

Szene aus der Choreografie bodyshots, Foto: Neven Petrovic
Foto: Neven Petrovic

Sie ziehen uns den Boden unter den Füßen weg, verursachen Unbehagen und Befremdung. Anthropomorphe Wesen, Artefakte, Zwitterwesen aus Beseelten und Unbeseelten, aus menschlichem Organismus und Maschine.

In Zeiten postmoderner Körperdiskurse um Medien- und Biotechnologie, Digitalisierung und Videokörper, Computerfleisch und Prothesen kommt der ‚Puppe' in all ihren modernen Erscheinungsformen wie Humanoiden, Androiden, Cyborgs und Avataren neue Bedeutung zu. Sie inszeniert sich selbst als Zwischenwesen: menschlich vertraut und als lebloses Objekt zugleich radikal fremd. Ihr gegenüber erscheint uns der eigene Körper plötzlich ebenso fremd und konstruiert. Die Animation des Figurenkörpers durch menschliche Körper spiegelt uns die Brüchigkeit unserer Fantasien um natürliche und einheitliche Körperlichkeit.

Mit ihrer beeindruckenden Produktion BODY SHOTS setzt CocoonDance seine dekonstruierenden Körperinszenierungen, ebenso wie die Suche nach dem noch ‚ungedachten Körper' fort und entwirft eine quasimenschliche Form, indem sie die Akteur:innen zu Doubles ihrer selbst nachbildet: Ersatzkörper, anonym, frei von geschlechtlichen, ethnischen und gesellschaftlichen Zuschreibungen. Ersatzkörper, die Identität allein durch Assoziationen von Gesten und Bewegungen erhalten und die im besten Fall zum ‚Einfühlungskörper' für die Betrachter:innen werden, sie zu Projektionen von Ängsten, Wünschen und Gefühlen einladen.

CocoonDance wurde 2000 von der Choreographin Rafaële Giovanola und dem Dramaturgen Rainald Endraß gegründet. Seit vielen Jahren überzeugt die Compagnie mit faszinierenden und herausragenden Arbeiten von ästhetischer Dichte. Ihre Produktionen zeichnen sich durch eine beeindruckende Vielgestaltigkeit aus und sprengen immer wieder das konventionelle Bühnenerlebnis. In der Fabrik Heeder waren sie erstmalig 2002 zu Gast.
Mit BODY SHOTS ist in Krefeld die 19. Produktion der Compagnie zu sehen.

www.cocoondance.de

Eine Kooperation mit: Zagreb Dance Center (ZPC) und Staatstheater Darmstadt im Rahmen des Fonds Doppelpass der Kulturstiftung des Bundes. Gefördert durch: Fonds Doppelpass der Kulturstiftung des Bundes, Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, Bundesstadt Bonn, RheinEnergieStiftung Kultur, Theatre-ProVS, Le Conseil de la Culture Etat du Valais, La Loterie Romande.

Dauer: ca. 50 Minuten

Eintritt: Euro13,- / erm. Euro7,50

Im Anschluss: MOVE!talk und Publikumsmemory
Sie sind herzlich eingeladen zu einem Getränk und zum Austausch mit anderen Tanzinteressierten. Dabei wird das Spiel zum Gesprächsformat. Jede:r Interessierte zieht ein Motiv aus dem MOVE!Memoryspiel und findet ein Pendant im Publikum. Wer ein identisches Motiv gezogen hat, kommt nach der Vorstellung zusammen und hat die Gelegenheit zum Austausch.

 

26.10. - Donnerstag 20 Uhr - Studiobühne I - Inge-Brand-Saal

»MOVE!_extended«
Lois Alexander, Berlin
YEYE

Konzept, Choreographie, Performance: Lois Alexander - Sound: Sea Novaa - Bühnenbild: Nina Kay - Kostümbild: Sarah Sein - Dramaturgie: Jasco Viefhues - Cinematographie: Diara Sow, Kimani Schumann - Produktionsleitung: Nick Germeys - Sound, Video: Julia Cremers - Produktionsassistenz: Ben Mohai

Szene aus der Produktion "YEYE", Foto: Dieter Hartwig
Foto: Dieter Hartwig

In ihrem ebenso berührenden wie beeindruckenden Solo YEYE setzt sich die Choreographin und Tänzerin Lois Alexander mit den Folgen der Sklaverei und ihrem Nachhall in unserer Gegenwart auseinander. YEYE ist eine Hommage an Yemayá, die im Pantheon der Yoruba, einer Religion, die in weiten Teilen Westafrikas, der Karibik sowie Süd- und Mittelamerikas praktiziert wird, als Göttin des Meeres und der Mutterschaft angesehen wird. Darüber hinaus wurde YEYE durch die Schriften der Autorin und Literaturnobelpreisträgerin Toni Morrison, insbesondere durch ihren Roman „Menschenkind" inspiriert.

In diesem Roman erforscht Morrison mit präzisem Blick das Zusammenspiel von Liebe, Trauma und Erinnerung, nachdem eine Mutter zu einer unaussprechlichen Tat getrieben wird. Inspiriert von Morrisons Schreibstil hat Lois Alexander die Darstellung schwarzer Mütter in Mythologie und Religion erforscht und eine eigene Tanzsprache für die Bühne geschaffen, die persönliche Erzählung, Geschichtlichkeit und Spiritualität miteinander verbindet.

YEYE sucht nach Wegen der Heilung, erprobt aber gleichzeitig auch Strategien der Verweigerung und des Widerstands. Indem sie sich durch verschiedene Ebenen von Video, Text und Performance bewegt, schafft Lois Alexander eine bewegende Erkundung einer modernen Ära, die eng mit der Kolonialgeschichte, den Müttern und dem Meer verwoben ist.

Lois Alexander schloss 2014 ihr Studium an der Juilliard School mit einem Bachelor of Fine Arts in Tanz ab und hat seitdem mit zahlreichen Choreograph:innen und Regisseur:innen gearbeitet. Mit ihren Choreographien lässt sich Lois Alexander von dem inspirieren, was Tina Campt als „textured identities" beschreibt, und möchte so die verkörperte Natur von Tanz und Performance nutzen, um einen Zustand des Dazwischen und der Migration aus einer Schwarzen, feministischen Perspektive zu artikulieren. Ihre erste Soloarbeit „Neptune" war eine der ausgewählten Aerowaves Twenty21 Artists und tourte als Teil des Aerowaves Network durch Europa.

www.loislalexander.com

Eine Koproduktion mit: SOPHIENSÆLE, Berlin.
Mit Dank an: Marisa Godoy, Mateusz Szymanówka, das Team der SOPHIENSÆLE .

Das Gastspiel in der Fabrik Heeder wird unterstützt durch das NATIONALE PERFORMANCE NETZ Gastspielförderung Tanz, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, sowie den Kultur- und Kunstministerien der Länder.

Dauer: ca. 50 Minuten

Eintritt: Euro13,- / erm. Euro7,50

Im Anschluss:
»MOVE!_extended«
ArtistTalk mit Lois Alexander
Moderation: Marie-Zoe Buchholz alias ZOE, Düsseldorf

Im ArtistTalk werden Arbeitsweisen und -praktiken reflektiert sowie Ansätze und Fragestellungen diskutiert, die das aktuelle choreographische Schaffen beeinflussen. Das Publikum ist eingeladen, sich einzubringen.
Marie-Zoe Buchholz ist freischaffende, multimediale Performance-Künstlerin, Creative Director und Kuratorin. In ihrer Kunst reflektiert sie über Rehabilitation und Rückaneignung, Magie und Marginalisierung, Aufarbeitung und Futurismus. Inklusion, Sichtbarkeit und das Empowerment strukturell diskriminierter Personen und deren Geschichten stehen im Fokus ihrer Arbeit.
Sie gehört zur ersten Generation Voguing Performer:innen in Deutschland und wirkt in verschiedenen Bühnen- und Eventproduktionen mit. 2020 gründete sie die Online-Plattform FXMPOWERMENT - #AmplifyTheFeminine. Seit 2021 ist sie Ko-Leiterin und Kuratorin des Shapes & Shades Projekts am Jungen Schauspielhaus Düsseldorf, eine Online Eventreihe zur Förderung eines Safe(r) Space in dem Queerness, Gender- und kulturelle Diversität gelebt werden kann.

www.theartofzoe.com

 

27.10. Freitag - 11 bis 14.30 Uhr - FREIRAUM, Düsseldorf

»MOVE!_extended« zu Gast im FREIRAUM, Engelbertstr. 13, Düsseldorf
RESILIENT HEARTS, SOFT BODIES

Workshop mit der Tänzerin und Choreographin Lois Alexander, Berlin

Der Workshop findet in englischer Sprache statt.
Er klingt bei einem gemeinsamen Essen bis 16 Uhr aus.

Einen Tag nach dem Gastspiel mit ihrem Solo YEYE in der Fabrik Heeder lädt die Tänzerin und Choreographin Lois Alexander alle interessierten Tänzer:innen, Choreograph:innen und Akteur:innen aus dem Bereich der Freien Darstellenden Künste zu einem Workshop im FREIRAUM, Düsseldorf, ein und gewährt dabei Einblicke in ihren choreographischen Prozess.

YEYE setzt sich mit den Folgen der Sklaverei und ihrem Nachhall in unserer Gegenwart auseinander und sucht nach Wegen der Heilung, erprobt zugleich aber auch Strategien der Verweigerung und des Widerstands. Was sind die Zeitlichkeiten eines rassifizierten Körpers, der von sichtbaren und unsichtbaren Wunden gezeichnet ist? In ihrem Workshop lädt Lois Alexander dazu ein, sich mit der Beziehung zwischen Heilung, Ruhe und Resilienz und deren Auswirkungen auf den Körper zu beschäftigen. Ausgehend von dieser Befragung wird sich gemeinsam mit der jeweils individuellen Bewegungssprache befasst.
Es werden (Arbeits-)Tools gesucht, um die eigene Autor:innenschaft zu entwickeln, eine eigene Tanzsprache zu schreiben. Es wird die Möglichkeit geben, erste Erkenntnisse durch Soloarbeit und in Beziehung zu den anderen Teilnehmer:innen zu integrieren sowie vielfältige Konstellationen von Tanz und Choreographie zu schaffen.

Tanzerfahrungen sind für eine Teilnahme am Workshop sinnvoll, jedoch nicht notwendig.

Der FREIRAUM wird als „Artists Run Space" seit Januar 2020 durch das Ben J. Riepe Team betrieben. Die Initiative steht Künstler:innen und ihren Kooperationspartner:innen aus Administration, Projektleitung, Dramaturgie oder Technik sowie Wissenschaftler:innen und fortgeschrittenen Studierenden mit Schnittstellen zu den Künsten für Arbeitsaufenthalte kostenfrei zur Verfügung.

Das Projekt FREIRAUM wird gefördert durch: TANZPAKT Stadt-Land-Bund, die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, Kulturamt Düsseldorf, Kunststiftung NRW.

Die Teilnahme ist kostenfrei.
Anmeldung bei Anja Kunz unter: freiraum@benjriepe.com

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem FREIRAUM, Düsseldorf.

www.freiraumdigital.com, www.benjriepe.com

 

28.10. Samstag - 19 Uhr - Großer Saal

Irena Vujicic, Duisburg
PHYSICAL INTRODUCTION
zu MIRA 11_SHIFT

Das Format PHYSICAL INTRODUCTION lädt das Publikum vor der Vorstellung MIRA 11_SHIFT ein, selbst aktiv zu werden: Einfache Körperübungen rütteln die Sinne wach und sensibilisieren für die nachfolgende Aufführung. Dieses Vermittlungsformat wurde durch Professor Ingo Diehl mit Tanzstudierenden und Alumni des Masterstudiengangs Contemporary Dance Education an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main (HfMDK) entwickelt und wird deutschlandweit angeboten.

Die Anleitung im Rahmen von MOVE! erfolgt durch Irena Vujicic. Irena Vujicic wirkte in zahlreichen kreativen Formaten hinter, vor und auf der Bühne mit und blickt auf eine langjährige Erfahrung in der Vermittlung von Bühnenproduktionen.

Die Eintrittskarte für das Tanzgastspiel »MIRA 11_shift« gilt auch für diese Physical Introduction.

Detailinformationen zur Produktion »MIRA 11_shift«: siehe die nachfolgende Ankündigung für den 28. Oktober.

 

28.10. Samstag - 20 Uhr - Studiobühne I - Inge-Brand-Saal

19 Uhr Physical Introduction mit Irena Vujicic, Duisburg
MIRA, Köln
MIRA 11_SHIFT

Choreographie, Künstlerische Leitung: Julia Riera - Performance: Kirill Berezovski, Astrid Bramming, Margherita Dello Sbarba, Joy Kammin, Mihyun Ko, Dennis Alexander Schmitz - Outside Eye: Thomas Falk, Odile Foehl - Dramaturgie: Elsa Weiland - Komposition: Timm Roller - Kostümdesign: Thomas Wien-Pegelow -
Lichtdesign: Jasper Diekamp - Idee, wissenschaftliche Begleitung: Thomas Kresser

Szene aus der Produktion "MIRA 11_Shift", Foto: Alessandro de Mateis
Foto: Alessandro de Mateis

Über die Chancen und Risiken künstlicher Intelligenz (KI) wird aktuell viel geredet. Künstlerische Ausdrucksformen spielen bislang relativ selten eine Rolle, auch wenn ChatGPT von Schüler:innen schon den einen oder anderen Gedicht-Auftrag bekommen haben dürfte. Das Projekt MIRA 11_SHIFT macht die künstliche Kunst zur Priorität und untersucht, wie KI und technische Möglichkeiten produktiv in künstlerischen und tänzerischen Prozessen genutzt werden können.

2021 startete dazu eine Zusammenarbeit mit den Professor:innen für Datenanalyse Dr. Anika Groß und Dr. Alexander Carôt sowie dem Masterstudenten in Datenanalyse Tim Schrader und dem Wissenschaftsjournalisten Thomas Kresser. Das wissenschaftliche Team entwickelte eine App, die choreographische Bewegungsmuster von „MIRA" sammeln und eigene, neue Bewegungsvorschläge generieren sollte.

Im Probenprozess lernten die Tänzer:innen einige dieser von der App-Figur produzierten Bewegungen, interpretierten sie und entwickelten diese weiter. Die von der KI inspirierten Bewegungssequenzen wurden um tänzerische Überlegungen ergänzt, die das Verhältnis zwischen Mensch und KI in einem tieferen Kontext beleuchten. In der Produktion spielt eine Frage die zentrale Rolle: Was macht Bewegungen menschlich?

Experimentell und feinfühlig lotet MIRA unter der künstlerischen Leitung von Julia Riera Grenzen aus - ob imaginär oder räumlich, zwischen den Genres, persönlich und zwischenmenschlich. Die Performances behandeln zentrale menschliche Fragen und aktuelle gesellschaftliche Phänomene, immer im Versuch, Fassaden einzureißen.
MIRA schafft interdisziplinäre Projekte, die den Tanz mit Film, Architektur, Fotografie und aktuell auch mit virtuellen Realitäten verweben.

www.mira-performance.de

Gefördert durch: NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste aus Mitteln des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, Kulturamt der Stadt Köln sowie durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien im Programm NEUSTART KULTUR, Hilfsprogramm tanz:digital des Dachverbandes Tanz Deutschland. Koproduziert vom Ringlokschuppen Ruhr.
Die Produktion basiert auf der Recherche „MIRA 11_KI reloaded", gefördert vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen von NEUSTART KULTUR.

Dauer: ca. 50 Minuten

Eintritt: Euro 13,- / ermäßigt Euro 7,50

 

03.11. Freitag - 19 Uhr - Studiobühne II

Ein Doppelabend: Tanzfilm & Gastspiel
Ein Tanzfilmprogramm von MOOVY
MOOVY
- das Tanzfilmfestival Köln

Wie schon in den vergangenen Jahren ist das in Köln situierte Tanzfilmfestival MOOVY zu Gast bei MOVE!. Zusammen mit der MOOVY-Leiterin Ágota Harmati wurden fünf Filme ausgesucht, die vor dem Gastspiel RADICAL CHEERLEADING gezeigt werden. Thematisch können alle Filme als Weiterführung des MOVE! begleitenden Mottos „Forms of resistance and being together" gelesen werden.

Videostill aus dem Film Fibonacci
Videostill aus dem Film Fibonacci

So zieht der Film FIBONACCI das Publikum in den Bann von jungen Menschen auf der Flucht, die gemeinsam einen Ausweg aus der Bedrohung durch einen mysteriösen Jäger suchen. Mit NEON PHANTOM tauchen wir in den harten Alltag und die Träume von Essenslieferanten in einer Großstadt Brasiliens ein. Die Choreographin Anne Nguyen lädt in ÉPICENTRE hingegen ein, zusammen mit ihrer Crew von urbanen Tänzer:innen das architektonische Werk 'Résidence Le Parc' in Frankreich zu entdecken, um durchaus humorvoll das Konzept der kulturellen Aneignung zu hinterfragen. Mit DOWNRIVER fließen oder kämpfen wir uns gemeinsam mit einer Gruppe von Menschen für zehn wundervolle Minuten vom Fluss in die Stadt und wieder zurück ins strudelnde Wasser. HARVEST, der Film des Regie-Duos Chaja Hertog und Nir Nadler, entführt in einen Hain, in dem ein paar Olivenbäume mit simpler Bewegung einen Aufstand evozieren und dabei jeglicher Polizeigewalt trotzen.

www.moovy-festival.com

Das Tanzfilmfestival MOOVY wird 2023 gefördert und unterstützt durch: Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, Kunststiftung NRW, Internationale Filmschule Köln (ifs), Kulturamt der Stadt Köln.

Dauer: 55 Minuten

Die Eintrittskarte für das Tanzgastspiel »Radical Cheerleading« gilt auch für dieses Filmprogramm.

 

03.11. Freitag - 20.15 Uhr - Studiobühne I - Inge-Brand-Saal

Ein Doppelabend: Im Anschluss an das Tanzfilmprogramm MOOVY
»MOVE!_extended«
Zufit Simon, Berlin
RADICAL CHEERLEADING

Ein Stück über Tanz als Protestform

Künstlerische Leitung, Choreographie: Zufit Simon - Kreation, Tanz: Dorota Michalak, Erika Leo, Sunayana Shetty, Cary Shiu, Zufit Simon - Sound: Fredrik Olofsson - Lichtdesign: JOM - Kostüm: Mirella Oestreicher - Outside Eye: Clarissa Rêgo - Produktionsleitung: Dietrich Oberländer

Szene aus der Produktion "Radical Cheerleading", Foto: Dieter Hartwig
Foto: Dieter Hartwig

Zufit Simon präsentiert eine Arbeit, die sich mit Tanz als Widerstand beschäftigt. Die Ausdrucksform des Radical Cheerleading wurde in den 1990er-Jahren von queer-feministischen Aktivist:innen entwickelt. Zufit Simon und ihre diverse Tänzer:innen-Crew bringen die aktivistische Protestform nun zusammen mit Elementen des zeitgenössischen Tanzes, Glitter, Glamour und einer guten Portion Humor auf die Bühne.

Die Genauigkeit der Arbeit und ihr Spiel mit Wiederholung und Variation ist faszinierend, ebenso wie es das akribisch abgestimmte Zusammenspiel von Stimme, Musik, Licht und Bewegung ist. Protest funktioniert hier fast wie eine Maschine, ist Unterhaltung und enervierend zugleich - und vor allem scheint er kein Ende zu kennen: „We resist! We resist! We won't stop!" kündigen die Tänzer:innen an. Die veräußerten politischen Aussagen und Forderungen werden über die Dauer des Stücks zu leeren Worthülsen, wirken gar wie Werbung. Wo endet der Kampf und beginnt das politische Spektakel? Wie viel Vehemenz braucht es, um sich in die Gedanken von Publikum und Gesellschaft einzuschreiben?

Mit Witz und Charme sowie beeindruckender Präsenz der Tänzer:innen fordert RADICAL CHEERLEADING auf, sich zu fragen, wofür ein:e jede:r heute auf die Straße gehen würde, was die eigenen Forderungen wären und mit welcher Ausdauer für Veränderung eingestanden wird.

Zufit Simon lernte klassischen und zeitgenössischen Tanz zunächst an Schulen in Petach-Tivka, Israel, bevor sie an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst (HfMDK) in Frankfurt am Main Zeitgenössischen Tanz studierte. Sie arbeitete für verschiedene Compagnien und Choreograph:innen, seit 2005 entwickelt sie eigene Stücke. Ihre Produktionen werden zu nationalen und internationalen Festivals eingeladen. Schwerpunkt und Ziel der Arbeit von Zufit Simon ist, das Selbstverständliche in Frage zu stellen, Verwirrung zu kreieren - erst bei sich selbst, dann beim Publikum, um es mit der eigenen Wahrnehmung und Selbstverständlichkeit in Auseinandersetzung zu bringen.

https://www.tanzbueromuenchen.de/kuenstler/zufit-simon

Gefördert durch: Kulturreferat der Landeshauptstadt München, Stiftung Niedersachsen
Die Recherchephase wurde unterstützt durch das NATIONALE PERFORMANCE NETZ - STEPPING OUT, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen der Initiative NEUSTART KULTUR. Hilfsprogramm Tanz. Zudem wurde die Recherche gefördert vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen von NEUSTART KULTUR. Mit freundlicher Unterstützung von: UFER Studios und dock 11, Berlin.

Dauer: ca. 60 Minuten

Eintritt: Euro 13,-/ermäßigt Euro 7,50

Zum Abschluss des Festivals: MOVE!talk
Sie sind herzlich eingeladen zu einer kulinarischen Kleinigkeit und einem Getränk sowie zum Austausch mit anderen Tanzinteressierten.

 

Informationen und Kartenreservierung

Kartenreservierung ab 4. September:
Kulturbüro der Stadt Krefeld, online unter www.krefeld.de/kartenreservierung und telefonisch unter 0 21 51/ 86 4848

Der Eintritt zu den Tanzgastspielen beträgt jeweils: Euro 13,- / erm. Euro 7,50.

Neben den Einzeltickets ist das MOVE!-Festivalticket für vier verschiedene Abendvorstellungen nach vorheriger Wahl für Euro 39,- / ermäßigt Euro 22,50 erhältlich.

Ermäßigungen für Schüler:innen, Studierende sowie Bezieher:innen von Sozialleistungen nach dem SGB II und SGB XII.

Bei Vorlage der Ehrenamtskarte reduziert sich der Eintrittspreis in Höhe von Euro13,- auf Euro 11,50.

Informationen:
Fabrik Heeder, Dorothee Monderkamp, Tel. 0 21 51/86 2600Hinweise zur Zugänglichkeit und Barrierefreiheit
der Fabrik Heeder und des Festivals

Hinweise für mobilitätsbeeinträchtige Personen

Die Studiobühne I - Inge-Brand-Saal und die Studiobühne II (mit Foyer und Kassenbereich) sind baulich barrierefrei zugängig. In beide Foyers gelangt man über einen geräumigen Personenaufzug. Die Fahrstühle können über eine Klingel angefordert werden. Das Personal steht Ihnen bei der Bedienung des Aufzuges gerne zur Seite. Innen sind alle Räumlichkeiten ebenerdig zugängig.

Der Boden besteht aus einem glatten Material ohne Unebenheiten.

Die Türen zu den Veranstaltungsräumen werden durch das Personal geöffnet. In den Veranstaltungsräumen werden je nach Bedarf Rollstuhlplätze zur Verfügung gestellt. Diese befinden sich in der Regel in der ersten Reihe. Wir bitten Sie, uns bei Ihrer Reservierung beziehungsweise Ihrem Ticketkauf Bedarfe und ggf. Begleitpersonen mitzuteilen. (02151/862600)

Barrierefreie Toiletten sind in beiden Theaterfoyers frei und ohne Euroschlüssel zugängig.

Ausgewiesene Behindertenparkplätze stehen hinter der Fabrik Heeder kostenlos zur Verfügung. Vom Parkplatz aus gibt es einen direkten und ebenerdigen Durchgang zum Innenhof der Fabrik Heeder und damit zu den Personenaufzügen.

Falls Sie an einem Workshopangebot teilnehmen möchten und diesbezüglich spezifische Fragen haben, melden Sie sich bitte unter 0 21 51/862600. Die Workshops finden in Räumen statt, die ebenfalls barrierefrei zugänglich sind. Jedwede Unterstützung zur Teilnahme lassen wir Ihnen sehr gerne im Rahmen unserer Möglichkeiten zukommen.

Early Boarding

In der Fabrik Heeder gilt freie Platzwahl. Die Tür zum Veranstaltungsraum wird in der Regel erst kurz vor Vorstellungsbeginn geöffnet. Es besteht jedoch die Möglichkeit zum Early Boarding. Dies ist der etwas frühere Einlass für alle Menschen (mit sichtbaren oder nicht-sichtbaren Behinderungen), die einen bestimmten Sitzplatz oder eine entspannte Einlasssituation benötigen. Wir bitten Sie, uns bei Ihrer Reservierung beziehungsweise Ihrem Ticketkauf mitzuteilen, wenn Sie am Early Boarding teilnehmen möchten. Der Treffpunkt wird am Veranstaltungstag an der Kasse bekanntgegeben.

Content Note

Content Notes sind Hinweise zu möglicherweise belastenden Inhalten, die potenziell trig-gernd sein können. In unserem Programm befinden sich solche Hinweise nicht. Da es je-doch sehr unterschiedliche mögliche Trigger geben kann und wir nicht für alle gleicherma-ßen sensibilisiert sind, bieten wir an, sich bei Bedarf bei uns im Vorfeld über spezifische Trigger erkundigen zu können. Kontaktieren Sie uns sehr gerne über kultur@krefeld.de und wir geben Ihnen möglichst zeitnah in Absprache mit den jeweils verantwortlichen Künstler:innen und Compagnien eine vertrauliche Rückmeldung.

Einsatz von Sprache

Wenn in Produktionen die englische Sprache verwendet wird, stellen unterschiedliche Übersetzungsformen sicher, dass die Verständlichkeit des Stückes und der Aussagen gegeben ist.

Fußweg vom Hauptbahnhof Krefeld zur Fabrik Heeder:

Bahnhof am Südausgang verlassen.
150 Meter auf Willy Brandt Platz Richtung Süden.
Ritterstraße überqueren.
Achtung! Verkehrsinsel zwischen den Fahrbahnen. Ampeln verfügen über kein Signal.
Nach links auf Ritterstraße Richtung Osten abbiegen.
Nach 50 Metern nach rechts auf Platz der Wiedervereinigung 3. Oktober 1990 abbiegen.
Nach 300 Metern nach rechts auf Virchowstraße abbiegen.
Nach 50 Metern Virchowstraße überqueren.
Achtung! Keine Ampel und kein Zebrastreifen.
Der Eingang zum Innenhof der Fabrik Heeder liegt direkt geradeaus.
Im Innenhof befindet sich der Fahrstuhl zur Studiobühne I - Inge-Brand-Saal auf der rechten Seiten.
Der Fahrstuhl zum Eingang zur Studiobühne II befindet sich auf der Straße links am Tor zum Innenhof der Fabrik Heeder.

Kulturfahrten für Schulklassen und Kita-Gruppen:
Bitte beachten Sie die Hinweise für kostenfreie Kulturfahrten unter www.move-krefeld.com.

Veranstalter:

Kulturbüro der Stadt Krefeld
Friedrich-Ebert-Straße 42
47799 Krefeld

Mit besonderem Dank an die Förder:innen:
dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen

Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen

der Kunststiftung NRW für die Förderung des Formates MOVE!_extended Logo MOVE extended

Logo der Kunststiftung NRW

dem NATIONALEN PERFORMANCE NETZ - Gastspielförderung Tanz, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, sowie den Kultur- und Kunstministerien der Länder für die Förderung der Gastspiele am 22. September und 26. Oktober 2023
Logo zu Nationales Performance Netz

Logo der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien

MOVE! erfährt außerdem eine Unterstützung durch die Mittelzentrenförderung TANZ und PERFORMANCE des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW für die Fabrik Heeder.


Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen [Logo Ministerium, Logo Dortmund und Logo Landesbüro Tanz]

Logo NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste

Logo des NRW Landesbüros Tanz