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Wanted: Vier FÖJ-ler für das Umweltzentrum am Hülser Berg

Die Stadt Krefeld sucht erneut vier junge Menschen, die ab dem 1. August beim Umweltzentrum im Hülser Bruch ein freiwilliges ökologisches Jahr (FÖJ) absolvieren möchten. Noch bis Mitte Mai werden Bewerbungen angenommen. Bewerben können sich Interessierte zwischen 16 und 26 Jahren online über den Landschaftsverband Rheinland oder beim Fachbereich Grünflächen auf der Mevissenstraße 65. Informationen gibt es unter der Rufnummer 0 21 51 / 74 36 46 oder per E-Mail info@krefelder-umweltzentrum.de. Generelle Infos, auch zum Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) und zum Bundesfreiwilligendienst (BuFDi), gibt es auch unter 02151 861320.

Gärtnermeister Christoph Uehlenbruck (hinten) mit den FÖJ-lern Shirin Buchholz, Niklas Roggelin und Kevin Neidhöfer (v.l.). Es fehlt Christos Porpatonelis, der gerade ein Praktikum absolivert.  Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, M. Kölker
Gärtnermeister Christoph Uehlenbruck (hinten) mit den FÖJ-lern Shirin Buchholz, Niklas
Roggelin und Kevin Neidhöfer (v.l.). Es fehlt Christos Porpatonelis, der gerade ein Praktikum
absolivert.
Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, M. Kölker

Die jetzigen vier FÖJ-ler haben im Moment allerhand zu tun: Der Amphibienschutz in ganz Krefeld spannt sie voll ein. Überstunden sind dabei keine Seltenheit, schließlich stellen Kröten, Molche und Co. keine Uhr, wenn sie, wie aktuell, zu ihrem Laichgewässer wandern. Der Einsatz in diesem Bereich, der einen Schwerpunkt innerhalb des FÖJ darstellt, ist übers ganze Stadtgebiet verteilt, auch deswegen haben Bewerber mit einem Führerschein schon einmal gute Karten, erklärt Theo Malschützky vom Fachbereich Grünflächen. „Ob sie dann aber auch wirklich geeignet sind, stellt sich bei einem Schnupper-Arbeitstag heraus, der im Umweltzentrum üblich ist." Die Plätze sind begehrt, Bewerbungen kommen nicht nur aus Krefeld, sondern auch aus dem Umland. Und es ist nicht das monatliche Taschengeld von 287 Euro, das es bei im Schnitt 39 Stunden pro Woche gibt, das die jungen Leute anlockt. „Ich war mir nach der Schule noch nicht sicher, wie es beruflich weitergehen soll, da kam mir das FÖJ hier am Umweltzentrum sehr gelegen", schildert Niklas Roggelin. Den 19-Jährigen hat die Arbeit in der Natur voll gepackt, er strebt nun eine Ausbildung zum Gärtner an, eventuell später noch ein Studium zum Bau-Ingenieur.

Während ihrer Zeit am Hülser Berg widmen sich die FÖJ-ler jeweils einem Jahresprojekt. Bei Shirin Buchholz, Berufswunsch Tierpflegerin, war es die Bienenzucht. Unter Anleitung des Garten- und Landschaftsmeisters Christoph Uehlenbruck lernte sie, was es bedeutet, ein Bienevolk ein ganzes Jahr zu begleiten. Angst vor eventuellen Stichen habe sie dabei nicht gehabt. „Man muss einfach nur ruhig bleiben. Wenn man ängstlich ist oder hektisch reagiert, merken die Bienen das und können entsprechend reagieren", sagt die 19-Jährige.

500 Schulklassen kommen jährlich

Das Umweltzentrum versteht sich in erster Linie als Bildungseinrichtung, rund 500 Schulklassen kommen jährlich zu Besuch. Die FÖJ-ler bereiten den Unterricht vor und helfen den Lehrern, dass es den Kindern und Jugendlichen auf dem Gelände einer ehemaligen Betonfabrik gefällt. „Manchmal können die Kids ganz schön anstrengend sein", weiß Kevin Neidhöfer, und Niklas Roggelin ergänzt lachend: „Die Grundschüler, die ich gerade betreut habe, haben mich schon Nerven gekostet." Das FÖJ soll, wie auch die anderen freiwilligen Dienste, jungen Menschen die Möglichkeit bieten, in ein Berufsfeld zu schauen. Egal, in welche Richtung es später geht, als verloren betrachten die wenigsten das Jahr. Die geschilderten Erfahrungen mit den Schülern gehören dazu, weiß Volker Bahr. „Wir hatten hier vor einigen Jahren eine junge Dame, die den festen Plan hatte, Grundschullehrerin zu werden. Die Arbeit mit den Schülern hat ihr jedoch gezeigt, dass es dann doch nicht das ist, was sie später machen möchte." Bahr werden die neuen FÖJ-ler allerdings nicht mehr kennenlernen. Der Leiter des Umweltzentrums geht nun in den wohlverdienten Ruhestand.

Doch auch ohne ihn steht der Ablauf des FÖJ fest: Neben der Betreuung der Schulklassen gehören die Geländeinstandhaltung, Artenschutz sowie Garten- und Pflegearbeiten zur festen Arbeit. Die FÖJ-ler packen auch in Landschafts- oder Naturschutzgebieten in Krefeld mit an. Der Einsatz auf dem Krefelder Waldgut Schirmau in der Eifel und fünf externe Wochen-Seminare sind ebenfalls fester Bestandteil.