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Vorträge und Ausstellung begleiten Konzept

Zuletzt geändert: 07.03.2019 11:54:46 CET

Im Rahmen des Konzepts „Ökologischer Gewässerentwicklungsraum (Öger) Sankertgraben 22 und Nebengewässer" gibt es am Mittwoch, 6. März, ab 18 Uhr den Vortrag „Ein Leben mit Nutria und Bisam in Naturschutzgebieten?" und am Donnerstag, 14. März, ab 18 Uhr den Vortrag „Krefelder Gewässer und der Öger Sankertgraben 22", jeweils in den Räumen der Volkshochschule am Von-der-Leyen-Platz. Um Anmeldung zu den Vorträgen wird gebeten bei Jens Friedrich-Fiechtl, Diplom-Umweltwissenschaftler vom Kommunalbetrieb Krefeld, unter friedrich-fiechtl@krefeld.de.

Die Pumpanlage des Sankertrgrabens 22 am Flünnertzdyk. Foto: Kommunalbetrieb Krefeld
Die Pumpanlage des Sankertrgrabens 22 am Flünnertzdyk.
Foto: Kommunalbetrieb Krefeld

Das Konzept ist ein Mammutprojekt: 160 Einzelmaßnahmen in drei Kategorien sind für die kommenden 15 bis 20 Jahre vorgesehen. 6,5 Millionen Euro werden dafür nötig sein. Die Notwendigkeit liegt auf der Hand und ist schon länger bekannt. Der Sankertgraben 22 und sein Einzugsgebiet im Hülser Bruch sind seit Jahren problembehaftet. Das breit aufgestellte Konzept für das 21 Kilometer lange Gewässersystem dient der Wiederherstellung von naturnahen Fließgewässern und der Vermeidung von Überschwemmungen. Finanziert wird es bis zu 80 Prozent über das Förderprogramm „Lebendige Gewässer".

Der Sankertrgrabens 22 am Ottohof im September 2018. Foto: Kommunalbetrieb Krefeld
Der Sankertrgrabens 22 am Ottohof im September 2018.
Foto: Kommunalbetrieb Krefeld

Um das Konzept und seine Hintergründe erlebbar zu machen, gibt es bis zum 22. März die Wanderausstellung „Lebendige Gewässer" in der VHS. Die Ausstellung wendet sich mit eindrucksvollen Bildern, Modellen, Filmen und interaktiven Lernstationen an ein breites Zielpublikum. Sowohl Erwachsene als auch Kinder werden auf geeignete Weise angesprochen. Die Ausstellung macht auf die Bedeutung eines nachhaltigen Gewässerschutzes aufmerksam. Heimlicher Star ist Justin, ein ausgestopfter Biber, der zu Selfies einlädt. Anhand seiner Artgenossen, aber auch aus Sicht von Eisvogel, Lachs und Köcherfliege wird veranschaulicht, was ökologisch intakte Fließgewässer kennzeichnet.

Der Sankertrgrabens 22 am Ottohof im Januar 2018. Foto: Kommunalbetrieb Krefeld
Der Sankertrgrabens 22 am Ottohof im Januar 2018.
Foto: Kommunalbetrieb Krefeld

Am Freitag, 22. März, ist dann Weltwassertag, der im Umweltzentrum Krefeld groß gefeiert wird. Ab 10 Uhr gibt es am Talring 45 verschiedene Ausstellungen und Infostände. Zudem gibt es um 11 Uhr eine kostenfreie Gewässerexkursion per Bus. Rund zwei Stunden geht es durchs Hülser Bruch und Kliedbruch zu ausgewählten Punkten zum Thema. Anmeldung für die Exkursion sind per E-Mail an friedrich-fiechtl@krefeld.de möglich. Um 15 Uhr folgt der Vortrag „Lebendige Gewässer durch Renaturierung", um 16 Uhr „Bergbaugeprägte Wasserwirtschaft am linken Niederrhein" und um 17 Uhr wird noch einmal der Öger Sankertgraben 22 vorgestellt.

Justin Bieber, heimlicher Star der Ausstellung „Lebendige Gewässer". Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation
Justin Bieber, heimlicher Star der Ausstellung „Lebendige Gewässer".
Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation

INFO

Der Sankertgraben 22 und seine Nebengewässer liegen nördlich des Innenstadtbereichs der Stadt Krefeld und im Hülser Bruch. Der Sankertgraben stellt den Hauptvorfluter für das östliche Hülser Bruch dar. Alle Gewässer fließen in die Niepkuhlen und stellen damit ein wichtiges Bindeglied zwischen dem Naturschutzgebiet „Niepkuhlen" und „Hülser Bruch" dar - zwei Schutzgebiete von herausragender Bedeutung für die Region. Die Gräben haben eine Gesamtlänge von rund 21 Kilometer.

Der Untersuchungsraum rund um den Sankertrgraben 22. Foto: Kommunalbetrieb Krefeld
Der Untersuchungsraum rund um den Sankertrgraben 22.
Foto: Kommunalbetrieb Krefeld

Benannt nach dem „Sankert", einem Feuchtgebiet südlich des Flünnertzdyks, wurde der Graben einst angelegt, um das Hülser Bruch trocken zu legen. Die „Meliorationsgräben" entwässern vielfach in den Sankertgraben und Nebengewässer. Diese Gräben, sie erinnern vom Aussehen ein wenig an Spargelanbau, begegnen einem im Hülser Bruch fortwährend. Ihren Namen haben sie aus dem Lateinischen „Meliorare", das bedeutet verbessern.

Durch die Anlage von Gräben und Wällen wurde im 19. Jahrhundert das Bruch nutzbar gemacht, aus dem Sumpf wurde ein Wald. Auf den im regelmäßigen Abstand aufgeworfenen Wällen konnten Bäume wurzeln, während in den angelegten Gräben dazwischen das anstehende Wasser abgeführt wurde. Noch vor rund 150 Jahren waren Bruch und Hülser Berg weitgehend waldfrei. Heide bestimmte das Bild.