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Villenensemble Haus Lange und Haus Esters

Zuletzt geändert: 22.01.2019 09:55:27 CET

Das Villenensemble Haus Lange und Haus Esters zählt zu den architektonischen Glanzlichtern des Neuen Bauens in Deutschland und vermittelt noch heute auf beeindruckende Weise den Bauhaus-Gedanken, der die Einheit von Raum und Subjekt ebenso wie das Zusammenwirken von Geist und Handwerk vorsah.

Bau Haus Esters. Foto: Stadtarchiv Krefeld
Bau Haus Esters. Fotos: Stadtarchiv Krefeld

Ludwig Mies van der Rohe (1886-1969) legte 1927 den Bauherren Hermann Lange (1874-1942) und Josef Esters (1884-1966) eine erste Grundrisszeichnung für Haus Esters vor. In diesem Entwurf hatte Mies van der Rohe die beiden Häuser weitaus radikaler, in ihrem Grundriss offener konzipiert, als sie dann schließlich realisiert wurden.

Mies van der Rohe während der Arbeit am Haus Esters, ca. 1927/28 © VG BILD KUNST BONN
Mies van der Rohe während der Arbeit am Haus Esters, ca. 1927/28 © VG BILD KUNST BONN

Mies van der Rohe hat entsprechend den Wünschen seiner Auftraggeber Haus Lange und Haus Esters mit zum Teil geschlossenen Räumen versehen. Dennoch haben die Entwürfe dadurch nichts von ihrem modernen Impetus verloren.

Bau Haus Esters. Foto: Stadtarchiv Krefeld

Über den Baukörper hinaus prägte Mies van der Rohe gemeinsam mit seiner damaligen Partnerin, der Innenarchitektin und Designerin Lilly Reich (1885-1947), auch die Innengestaltung der Häuser. Die Böden bestehen aus Nussbaum oder Eiche, und die Fensterleibungen mit den Heizkörperverkleidungen, ebenfalls aus Nussbaum oder Eiche, sind noch im Original erhalten. Vitrinen und Anrichten (heute verblendet) wurden vollständig oder zu zwei Dritteln in die Wand eingelassen.

Bau Haus Esters. Foto: Stadtarchiv Krefeld

Eine flexible Holzwand ermöglichte in Haus Lange die Trennung zwischen Halle und Essbereich. Die Detailplanung reichte bis zu den Deckenlampen, den Türgriffen und Schrankknöpfen. Umlaufende Bilderleisten an den Wänden deuten noch heute an, dass die damaligen Eigentümer Lange und Esters selbst Sammler zeitgenössischer Kunst waren und die Räume mit Gemälden ausstatteten. 1930 wurden beide Gebäude fertiggestellt.

Bau Haus Esters. Foto: Stadtarchiv Krefeld

Seit 1955 wird Haus Lange und seit 1981 Haus Esters als Ausstellungshalle für zeitgenössische Kunst durch die Kunstmuseen Krefeld genutzt. Ulrich Lange (1905-1972), der Sohn des Bauherrn, schenkte in einer großzügigen Geste 1968 der Stadt Krefeld sein Haus, um damit diesen Ort für zeitgenössische Kunst in Krefeld fest zu installieren.

Bau Haus Esters. Foto: Stadtarchiv Krefeld
Luftbildaufnahme von Haus Esters und Haus Lange um 1930.