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2019-05-21: Verwaltung legt Stadtrat Plan zur Ertüchtigung der Grotenburg vor

Zuletzt geändert: 17.07.2019 10:51:01 CEDT

Über das weitere Vorgehen zur „Ertüchtigung des Grotenburg-Stadions" berät heute der Krefelder Stadtrat. Der KFC Uerdingen hatte vorher die Gespräche mit der Stadt über die geplante Gründung einer gemeinsamen Stadiongesellschaft zunächst beendet. Gemeinsame Absicht von Verwaltung und KFC Uerdingen ist es nun, das Grotenburg-Stadion so schnell wie möglich spielfertig für die 3. Liga umzubauen. Hierzu soll der Generalplaner den Zeitplan für Umbaumaßnahmen unter Ausschöpfung sämtlicher Möglichkeiten - soweit realisierbar - auf den Beginn der Saison 2020/2021 abstellen.

Die Grotenburg ist die Spielstätte des KFC Uerdingen. Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation
Die "volle" Grotenburg.
Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation

Entsprechend hat die Verwaltung eine Entscheidungsvorlage für die Politik gefertigt, um jetzt unmittelbar die erforderlichen Schritte einleiten zu können. Der „Beschlussvorschlag" beinhaltet sechs Punkte:

1. Der Rat bekräftigt seinen Beschluss vom 26. November 2018, die Machbarkeitsstudie zur Erhaltung sowie Ertüchtigung zur Drittliga-Tauglichkeit des Grotenburg-Stadions als Grundlage für eine zukünftige Weiterentwicklung umzusetzen, hierfür Kosten in Höhe von 10.5 Millionen Euro festzustellen und für die Ertüchtigung Finanzmittel in entsprechender Höhe zu verwenden.

2. Der Rat befürwortet die zeitlich unmittelbare Aufnahme der für die Ertüchtigung des Grotenburg-Stadions notwendigen Arbeiten und die Ausnutzung aller die Fertigstellung beschleunigenden Maßnahmen mit dem Ziel, die Aufnahme eines Spielbetriebs durch den KFC Uerdingen mit Beginn der Saison 2020/2021 zu ermöglichen.

3. Der Rat befürwortet die zeitnahe Aufnahme sowie die regelmäßige Vornahme von Gesprächen der Verwaltung mit dem Deutschen Fußballbund (DFB) und dem KFC Uerdingen, um die Planungen zur Ertüchtigung der Grotenburg (insbesondere) hinsichtlich ihrer zeitlichen Abfolge eng abzustimmen und auf diesem Wege die Aufnahme des Spielbetriebs (gegebenenfalls auch vor endgültiger Fertigstellung der Maßnahme) zu dem Beginn der Saison 2020/2021 positiv zu unterstützen.

4. Der Rat befürwortet die Prüfung von Möglichkeiten durch die Verwaltung, wie dem Verein (zum Beispiel im Rahmen der Abwicklung des Mietverhältnisses) zu helfen ist, sofern die Aufnahme des Spielbetriebs zu dem Beginn der Saison 2020/2021 nicht möglich sein sollte.

5. Der Rat befürwortet die Bereitschaft der Verwaltung, für Gespräche mit dem KFC Uerdingen über die Gründung einer Stadiongesellschaft weiterhin zur Verfügung zu stehen.

6. Der Rat befürwortet die Bereitschaft der Verwaltung, den KFC Uerdingen bei der Verbesserung der Trainingsmöglichkeiten sowohl für die erste Mannschaft, als auch für die Jugend zu unterstützen.

Hintergrund: Dem KFC Uerdingen steht aktuell in Krefeld kein geeignetes Stadion zur Verfügung, um den Spielbetrieb in der 3. Liga zu realisieren. Am 12. April 2018 hat der Rat die Darstellung der Maßnahmen zur Aufrechterhaltung des Spielbetriebes und der Drittliga-Tauglichkeit des Grotenburg-Stadions zur Kenntnis genommen sowie der Mittelbereitstellung für die notwendigen Sofortmaßnahmen und die Beauftragung der Planungen bis zum Abschluss der Leistungsphase 3 zugestimmt.

Im Anschluss wurde seitens der Verwaltung eine Machbarkeitsstudie durch das Planungsbüro Albert Speer und Partner (AS+P) in Auftrag gegeben, welche die folgenden Aussagen trifft:

a. Die Tauglichkeit des Grotenburg-Stadions für die 3. Bundesliga (Ausblick 2. Liga) ist grundsätzlich herstellbar. Hierbei gibt es eine Einschränkung: Tauglich ist der Standort nur als reine Spielstätte, nicht tauglich ist er als alleiniger Standort für einen Bundesligisten. So benötigen Vereine neben einer Spielstätte, weitere notwendige Einrichtungen, wie zum Beispiel ausreichende Trainingsmöglichkeiten für Senioren und Jugend, und ab der 2. Liga zwingend ein Sport- und Leistungszentrum. Für solche Einrichtungen stehen die erforderlichen Flächen zur Erweiterung - am Grotenburg-Stadion - nicht zur Verfügung.
b. Für die Ertüchtigung des Grotenburg-Stadions zur Erlangung der Lizenz zum Spielbetrieb der 3. Liga (ab 10.000 Zuschauer/innen) weist die Machbarkeitsstudie einen Kostenrahmen von (rund) 10,5 Millionen Euro auf.

10,5 Millionen Euro bereitgestellt

Der Rat der Stadt Krefeld hat in seiner Sitzung am 26. November 2018 die Umsetzung der Machbarkeitsstudie zur Erhaltung sowie Ertüchtigung zur Drittliga-Tauglichkeit des Grotenburg-Stadions als Grundlage für eine Weiterentwicklung beschlossen und die Kosten von 10,5 Millionen Euro bereitgestellt. Und am 29. Januar 2019 hat der Stadtrat einer überplanmäßigen Mittelbereitstellung zur Ertüchtigung des Grotenburg-Stadions im notwendigen Umfang zugestimmt.

Im Grotenburg-Stadion spielt der KFC Uerdingen seine Meisterschafts-Spiele. Foto: Stadtsportbund Krefeld
Das Grotenburg-Stadion von oben.
Foto: Stadtsportbund Krefeld

Schon einen Monat vor dem Ratsbeschluss am 26. November 2018 war der KFC Uerdingen mit dem Wunsch an die Verwaltung herangetreten, eine gemeinsame Stadiongesellschaft zu gründen. Hintergrund dieser Idee war einerseits eine Beschleunigung der Baumaßnahmen, andererseits eine weitergehende Sanierung mit Blick auf einen möglichen Aufstieg in die 2. Bundesliga. Zu diesem Thema gab bis Mai 2019 zahlreiche Gesprächstermine zwischen Vertretern des KFC Uerdingen und der Verwaltung. Ende Januar lag eine unterschriftsreife vertragliche Grundsatzvereinbarung („Letter of Intent") vor, der die Basis für die Gründung der Stadiongesellschaft bilden sollte. Am 9. Mai 2019 hat der KFC Uerdingen die Verwaltung darüber informiert, dass aufgrund veränderter Rahmenbedingungen die Gründung einer Stadiongesellschaft zunächst nicht gewünscht sei und die Sanierung des Grotenburg-Stadions nun doch wie ursprünglich - gemäß des Ratsbeschlusses vom 26. November 2019 geplant - umgesetzt werden solle. Der KFC Uerdingen verfolgt indes weiter sein ambitioniertes Ziel, dauerhaft Profi-Fußball in Krefeld zu etablieren und hat den Spielbetrieb zumindest für die 3. Liga in den Spielzeiten 2019/2020 und 2020/2021 zugesichert.

Gespräche mit dem DFB

Die Verwaltung wird in diesem Zusammenhang zeitnah und regelmäßig Gespräche mit dem DFB sowie dem Verein führen, um die Stadionplanungen (insbesondere) in ihrer zeitlichen Abfolge eng abzustimmen und die zeitgerechte Realisierung des Spielbetriebes positiv zu unterstützen. Hierbei soll insbesondere eruiert werden, welche Maßnahmen zwingend zu Saisonbeginn umgesetzt sein müssen und welche Maßnahmen gegebenenfalls während des laufenden Spielbetriebs fertiggestellt werden können. Somit soll verhindert werden, dass der KFC Uerdingen über die Saison 2019/2020 hinaus ein „Ausweichquartier" benötigt.