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2017-09-08: Verabschiedung von Fachbereichsleiter Könner

Der erste Arbeitstag und gleich frei?! So war es bei Hartmut Könner, der am 1. März 1992 aus Bamberg kommend als Leiter der Abteilung Straßenplanung im Tiefbauamt bei der Stadt Krefeld begann. „Meine Frau ist Düsseldorferin, da wusste ich, was mich erwartet", so Könner. Der 1. März 1992 war nämlich Rosenmontag - und so ging es eben am Folgetag erst richtig los. Und nun, mehr als 25 Jahre später, verlässt der jetzige Leiter des Fachbereichs Tiefbau die Stadtverwaltung in Richtung Altersteilzeit.

Hartmut Könner und Monika Sellke. Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation
Hartmut Könner und Monika Sellke. Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation

Der ausgebildete Diplom-Verkehrs-Ingenieur und Regierungs-Bauassessor blickt im Allgemeinen sehr zufrieden auf seine Zeit bei der Stadt Krefeld zurück. Im September 2006 übernahm er die Leitung des Fachbereichs, da lief sein Lieblings-Projekt bereits einige Jahre: der „Krefelder Fairkehr". „Wir hatten ein massives Problem mit Kinderunfällen, waren Schlussschlicht in NRW und Deutschland. Im Jahr 1999 blickten wir auf erschreckende 185 verunglückte Kinder, seitdem sind die Unfallzahlen in der Altersgruppe der Kinder bis 14 Jahre mehr als halbiert worden."

Bei der Bilanz der Kinderunfälle 2016 wurde ein neuer Meilenstein gesetzt: Mit nur 70 Kinderunfällen wurde das beste Ergebnis seit Beginn der Arbeit im Jahr 1999 erreicht. „Damals ist die Initiative in die intensive Phase der Bekämpfung der Kinderunfälle eingetreten. Ausgangspunkt waren eine Untersuchung und ein Handlungskonzept der Ruhr-Universität Bochum. Zuvor konnte 1998 die Stiftung für Kriminalprävention unter Leitung von Klaus Stüllenberg in Münster-Hiltrup für ein Forschungsprojekt gewonnen werden. Sie beauftragte die Ruhr-Universität Bochum mit einer Analyse von rund 800 Unfällen mit Kindern und mit der Entwicklung eines daraus resultierenden Handlungskonzepts", schildert Könner, der in der vergangenen Wochen den Fairkehr-Vorsitz an Monika Sellke weitergegeben hat. „Junge Familien können bei ihrer Wohnortwahl davon ausgehen, dass wir in Krefeld bestens auf ihre Kinder achten."

Es sei eine ständige Herausforderung gewesen, die 800 Kilometer Straßen in Krefeld instand zu halten. „Schwierige Jahre liegen hinter uns, nun kann aber wieder investiert werden. Wir haben allein im Straßenbau für dieses Jahr rund zehn Millionen Euro verplant. Damit können wir an vielen Stellen längst nötige Arbeiten durchführen." Das Geld stammt zum großen Teil aus dem „Kommunalinvestitionsförderungsgesetz NRW" (KInvFöG). Aber nicht nur Straßen, Geh- und Radwege werden in diesem Paket angepackt, sondern auch die Barrierefreiheit und wichtige Arbeiten an Ampelanlagen und der damit verbundenen grünen Welle. „Unsere 240 Ampelanlagen sind hoffnungslos überaltert, zum Teil 50 Jahre alt. Einem eigenen Trupp haben wir es zu verdanken, dass sie überhaupt noch funktionieren. Diesen Kollegen, aber auch denen, die Tag für Tag draußen sind und die Straßen bauen, danke ich sehr. Sie sind bei Wind und Wetter draußen und bekommen regelmäßig von Bürgern Dinge zu hören, die teilweise unter die Gürtellinie gehen. Sie können für die Missstände am wenigsten. Mir war es daher immer ein Anliegen, der Öffentlichkeit den Sinn von bestimmten Maßnahmen zu erläutern. Die Akzeptanz der Bürger ist wichtig."

Könners große Leidenschaft im Job war stets die Nutzungskonkurrenz der verschiedenen Verkehrsteilnehmer unter einen Hut zu bekommen: Auto, Fußgänger, der ÖPNV, Lieferverkehr, Radfahrer. „Und nun kommt mit der E-Mobilität noch ein weiterer Aspekt hinzu. Der Verkehr steht vor großen Wandlungen - so etwas mit begleiten zu können, macht einfach nur Spaß." Ein Ort, der in Krefeld diese Nutzungskonkurrenz aufweist, ist die Haltestelle Rheinstraße. „Sie ist uns gut gelungen, sie ist verkehrssicher, barrierefrei und sieht gut aus. Dass das Dach in meiner Amtszeit nicht fertig wurde, stört mich allerdings."

Der 61-Jährige wird sich nun in seiner dazugewonnenen Freizeit noch mehr seinem Verein GSV Geldern widmen können. Hier sitzt er im Vorstand und das nächste Projekt „Stadion-Sanierung" steht an. Bleibt weitere Zeit könnte es auch sein, dass man ihm im Ruhrstadion "seines" VfL Bochum trifft. „Und sollte die Stadt Krefeld mal eine Frage haben, stehe ich auch hier gerne noch mit Rat und Tat zur Verfügung."