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Gymnasium Fabritianum feiert 100-jähriges Bestehen

Zuletzt geändert: 05.12.2018 12:36:28 CET

100 Jahre Fabritianum als Vollgymnasium - ein Grund zum Feiern: Schüler, Lehrer, Eltern und Ehemalige sowie Kooperationspartner blickten zurück, warfen aber auch einen Blick auf die Zukunft des „Fabritz", das sich als MINT EC-Schule mit einem Jahr der Digitalisierung und der Idee eines Schülerlabors einiges vorgenommen hat. Schulleiter Eric Mühle erklärt: „Unsere Devise wird es auch in den nächsten Jahren sein, Bewährtes zu pflegen und Innovatives voranzutreiben. In unserem Fabritz-Lab beispielsweise sollen unsere Schülerinnen und Schüler selbstbestimmt und zeitlich unabhängig ihren Interessen und Experimenten nachgehen dürfen, unter Nutzung einer zeitgemäßen technischen Infrastruktur. Nichtsdestotrotz bedarf es aber nach wie vor des zwischenmenschlichen Kontakts und damit guter Lehrerinnen und Lehrer, die unseren Kindern komplexen Stoff näher bringen und sie behutsam an den digitalen Alltag heranführen." Sein Vorgänger, Dr. Horst Obdenbusch, zeichnete in seiner Rede die Geschichte der Schule nach: „Der Blick in die Vergangenheit zeigt, dass die Schule seit 100 Jahren mit ihrem schulischen Profil stets am Puls der Zeit lag."

Schulleiter Eric Mühle spricht zu den Gästen bei der 100-Jahrfeier des Gymnasiums Fabritianum. Foto: Fabritianum
Schulleiter Eric Mühle spricht zu den Gästen bei der 100-Jahrfeier des Gymnasiums Fabritianum. Foto: Fabritianum

Mathias Richter, Staatssekretär im Ministerium für Schule und Bildung, richtete der Schulgemeinschaft Grüße von Ministerin Gebauer aus und hob hervor, dass die Schule mit Otto Fricke (Haushaltspolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion) und Dr. Norbert Walter-Borjans (ehemaliger NRW-Finanzminister) zwei Politiker hervorgebracht hat, die offenbar bereits in ihrer Schulzeit gelernt hätten, gut mit Geld umzugehen. Besonders beeindrucke ihn aber die Angebotsvielfalt, die diese Schule über ihr MINT-Engagement und die Bilingualität hinaus auszeichne und die auch das Programm des Festakts widerspiegle. Bürgermeisterin Karin Meincke outete sich in ihrem Grußwort als „echter Fabritianum-Fan" und erinnerte sich an die Jahre, in denen sie in der Jury von „Fabritz. Der Preis" gesessen habe, einem jährlich vergebenen Award, der herausragende Leistungen und das besondere Engagement der Schüler über den Unterricht hinaus würdigt. Aufzustehen, sich für etwas einsetzen, sich über den Unterricht für gemeinsame Ziele einzusetzen, das präge das Uerdinger Gymnasium. In Videobotschaften lobten Sally Perel (Ich war Hitlerjunge-Salomon), der im Juni 2015 als Gast am Fabritianum war, die im Hause vorbildlich gepflegte Erinnerungskultur und Elmar Theveßen, stellvertretender Chefredakteur und Terrorexperte des ZDF, der im Sommer 2017 mit den Schülern gearbeitet hat, die Bemühungen der Schule, sich für die Demokratie in ihrem Land einzusetzen.

Zu Beginn der Jubiläumsfeier erklang in großer Besetzung mit fast 150 Chor- und Orchestermitgliedern die Schulhymne „Mein Fabritianum", die Fünftklässler aus der Hausaufgabenbetreuung und der Schülervertretung vermittelten, was das Fabritz aus Schülersicht ausmache, die Theater-AG widmete sich mit Humor historischen Momenten der Schulgeschichte wie der Stiftung durch den Kölner Weihbischof Laurentius, der Namensgebung im Jahre 1955 oder der Hinwendung zur Koedukation in den siebziger Jahren (bis dahin war das Fabritianum eine Jungenschule), sechs Tänzerinnen der Oberstufe reflektierten künstlerisch den Prozess des Erwachsenwerdens.
Statt einer klassischen Festschrift wurden den Gästen ein USB-Stick in Fabritzblau mit einer Dokumentation über die Schule überreicht, die der Video-Projektkurs ebenso erstellt hatte wie einen Imagefilm, der das Schulmotto „Miteinander zum gemeinsamen Ziel" eindrucksvoll umsetzte.

Die Geschichte der Schule: Laurentius Fabritius Urdingensis, Weihbischof von Köln, stiftete seinem Geburtsort am Rhein eine Lateinschule, die 1631, einunddreißig Jahre nach seinem Tod, ins Leben gerufen wurde. Das Fabritianum hat in der Folgezeit eine wechselvolle Geschichte durchlebt. Schulnamen und Gebäude wechselten, denn Uerdingen betrieb seine höhere Schule an verschiedenen Standorten. Erst 1918 gelang der Ausbau zu einem Gymnasium mit Oberstufe. Das Realgymnasium zu Uerdingen am Rhein wurde 1937 in Schlageterschule umbenannt, bis es 1945 als Neusprachliches Gymnasium seine Arbeit wieder aufnehmen konnte. Ein Neubau wurde 1954 an der Fabritiusstraße bezogen (der noch heute als „Altbau" genutzt wird). Erst 1955 - anlässlich der 700-Jahr-Feier der Stadt Uerdingen - erhielt die Schule ihren jetzigen Namen, der an den Stifter erinnert, der vor mehr als 400 Jahren den Grundstein für eine schulische Tradition in Uerdingen gelegt hat.

1975 wurde das frühere Jungengymnasium koedukativ. Im selben Jahr wurde ein Erweiterungsbau mit modernen naturwissenschaftlichen Räumen fertig gestellt. In diesem Trakt sind großzügige Fachräume für Musik und Informatik eingerichtet worden. Ein Raum für Technikunterricht bildet eine Besonderheit unseres Gymnasiums. 1994/95 wird der bilinguale Zweig eingeführt, bei dem ab der 7. Klasse in Erdkunde, ab der 8. Klasse im Fach Politik und ab der 9. Klasse im Fach Geschichte auf Englisch unterrichtet wird. Seit 2015 ist das Fabritianum aufgrund seines erweiterten Angebotes in den Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik auch als „MINT-freundliche Schule" zertifiziert, seit 2018 als MINT EC-Schule. Ein umfangreiches musikalisches Angebot mit Chören, Bigband und Sinfonieorchester rundet das Profil der Schule ab.