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Uerdinger Gesamtschule ist „Schule ohne Rassismus"

Zuletzt geändert: 16.05.2019 10:30:37 CEDT

Als 13. Krefelder Schule wurde die Uerdinger Gesamtschule nominiert und darf fortan das schwarz-weiße Logo „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" an ihrem Gebäude anbringen. Die Schüler gestalteten eine würdige Nominierungsfeier, bei der die Integrationsbeauftragte der Stadt Krefeld, Dr. Tagrid Yousef, das Grußwort sprach und auf die schauspielerisch dargebotenen Szenen einging, in denen die Jugendlichen gekonnt Mobbingsituationen nachstellten. Der Schulchor bot die passenden musikalischen Akzente, Schüler präsentierten zahlreiche Projekte. So hatten sie den jüngsten Holocaust-Gedenktag ausgerichtet und vom Erlös selbst gebackenen Brotes drei Stolpersteine für verfolgte NS-Opfer finanziert. Der Begriff „Schubladendenken" bekam eine ganz andere Dimension: Die Jugendlichen hatten in einer alten Kommode Schubladen gefüllt mit Dingen und Fotos, die angeblich typisch für bestimmte Länder sind.

Hockeynationalspieler Niklas Wellen (rechts) hielt als neuer Pate das Schild zusammen mit Lehrerin Kay Becker (von rechts nach links) den beiden Schulsprechern Jan Stammen und Tim Ratter, der Integrationsbeauftragten Dr. Tagrid Yousef und Schulleiterin Brigitte Munsch. Foto: Gesamtschule Uerdingen
Hockeynationalspieler Niklas Wellen (rechts) hielt als neuer Pate das Schild zusammen mit
Lehrerin Kay Becker (von rechts nach links) den beiden Schulsprechern Jan Stammen und
Tim Ratter, der Integrationsbeauftragten Dr. Tagrid Yousef und Schulleiterin Brigitte Munsch.
Foto: Gesamtschule Uerdingen

Tagrid Yousef lobte die jungen Menschen, die sich gemeinsam mit der koordinierenden Lehrerin Kay Becker so engagieren. Sie wies auch auf kleine Gesten hin, die andere verletzen können. „Begriffe, wie Softie, primitive Völker oder Ähnliches, sind nicht hilfreich", sagte sie. Auch sprachlich gelte es, einen achtsamen Umgang zu entwickeln. „Ihr seid jetzt Teil eines Netzwerkes, das sagt: Wir übernehmen Verantwortung für das Klima an unserer Schule und für unser Umfeld", stellte die Integrationsbeauftragte fest.

Im Regierungsbezirk Düsseldorf tragen bereits 170 Schulen den Titel - bundesweit gehören 3000 Schulen dem Netzwerk an. Um den Titel zu erhalten, müssen die Schüler weit im Vorfeld aktiv werden: Erst wenn sie 70 Prozent der im Schulumfeld Tätigen für die Idee - und eine Unterschrift - gewinnen können und einen Paten finden, sind die Voraussetzungen geschaffen. Mit der Signatur verpflichten sich die Unterzeichner, Projekte und Initiativen zu unterstützen, die Rassismus überwinden helfen. Außerdem erklärt der Unterzeichner offiziell, aktiv gegen Gewalt, Diskriminierungen und Mobbing jeglicher Art tätig zu werden. Letztlich setzen sich die Gesamtschüler dafür ein, dass weiterhin jährlich konkrete Projekte durchgeführt werden. Mit dem Bundesliga-Hockeyspieler Jan Wellen vom Crefelder HTC konnten die jungen Leute einen prominenten Paten für die Initiative gewinnen. „Der Titel ist kein Preis für bereits geleistete Arbeit, sondern ist eine Selbstverpflichtung für die Gegenwart und Zukunft", betonte Yousef. Schulleiterin Brigitte Munsch ist sehr stolz auf ihre Schüler, ein sehr gelungener Auftakt mit einer deutlichen Botschaft gegen Rassismus seit ihnen bereits gelungen.

Schulen, die ebenfalls am Projekt Schule ohne Rassismus interessiert sind, können sich per E-Mail an Maren Lamers wenden.