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SWH: Gutachten empfiehlt Neubau an anderer Stelle (Video)

Zuletzt geändert: 22.11.2018 09:05:06 CET

Zu einem deutlichen Ergebnis kommt die „Vergleichende Untersuchung zur zukünftigen Stadt- und Veranstaltungshalle in Krefeld": Von den drei geprüften Alternativen - 1. Sanierung des heutigen Seidenweberhauses, 2. Abriss des Seidenweberhauses und Neubau einer Veranstaltungshalle auf dem Theaterplatz oder 3. Lösung mit einem privaten Bauherrn an anderer Stelle - ist die dritte Variante die mit Abstand günstigste. Und bietet dazu noch die Chance, den Theaterplatz neu zu gestalten und städtebaulich in der Innenstadt einen weiteren Akzent zu setzen.

Gegenüber gestellt hat die ICG Integrated Consulting Group in ihrer Untersuchung auch die Projektkosten der Varianten. Während eine Sanierung in Summe rund 78,2 Millionen (jährliche Belastung des städtischen Haushalts 6,8 Millionen) und ein Neubau auf dem Theaterplatz durch die Stadt selbst rund 77,7 Millionen Euro (jährliche Belastung 6,3 Millionen) kosten würden, ist der Bau au an anderer Stelle durch einen privaten Dritten mit rund 49,6 Millionen Euro (jährliche Belastung 4,1 Millionen) kalkuliert - am Beispiel des Kesselhauses.

Weitere Bewertungskriterien waren unter anderem Funktionalität, Erreichbarkeit, architektonische Attraktivität , Impulswirkung für die Innenstadt, Außenwirkung und die Wirtschaftlichkeit des Betriebs. Im Gesamtergebnis auf einer Punkteskala von einem Punkt (Kriterien schlecht erfüllt) bis vier Punkte (Kriterien sehr gut erfüllt) liegt die Lösung mit einem privaten Bauherrn an anderer Stelle mit einem Wert von 3,73 deutlich vor dem Neubau auf dem Theaterplatz (Gesamtwert 2,85) und der Sanierung des Seidenweberhauses (Gesamtwert 2,20).

„Das Gutachten ist so eindeutig, dass wir dem Rat einen Vorschlag unterbreiten werden, zum einen eine Ausschreibung für einen alternativen Standort gegebenenfalls mit einem privaten Dritten vorzubereiten und gleichzeitig das Seidenweberhaus - soweit das wirtschaftlich, bauordnungsrechtlich und technisch vertretbar ist - für die Dauer des Verfahrens in Betrieb zu halten", so Oberbürgermeister Frank Meyer. Die Null-Variante, nämlich das Seidenweberhaus einfach so weiter laufen zu lassen, sei definitiv die politisch, gesellschaftspolitisch und wirtschaftlich schlechteste Entscheidung. Frank Meyer: „Das Teuerste, was wir machen können, ist den Status Quo noch lange hinauszuzögern, da dies eine Art Fass ohne Boden ist, in das wir immer Geld schmeißen müssten."

Wenn die Politik dem Vorschlag der Verwaltung zur Ausschreibung einer Lösung mit einem privaten Bauherrn an anderer Stelle folge, werde dies auch den Spielraum für die Diskussion, was nach einem möglichen Abriss des Seidenweberhauses auf dem Theaterplatz passieren könne, nochmals aufweisten. „Ich glaube, wir sind jetzt nach vielen Jahren der Diskussionen so langsam an dem Punkt, wo wir die Dinge vernünftig hintereinander bringen und entscheiden müssen, damit wir dann auch zu den Veränderungen kommen, die wir ja eigentlich alle haben wollen", macht der Krefelder Oberbürgermeister deutlich.

Entsprechend werde die Verwaltung der Politik empfehlen, durch Beschlüsse in Planungsausschuss und Stadtrat diese Variante nun voranzutreiben. Eine Festlegung auf das „Kesselhaus" im Mies van der Rohe Business Park sei damit nicht verbunden. „Zur Realisierung ist eine europaweite Ausschreibung und ein Verhandlungsverfahren erforderlich, um zu einem Vertrag zwischen einem privaten Bauherrn und der Stadt zu kommen. Auch die Finanzierung des Vorhabens hängt von einem rechtlich nicht angreifbaren Ausschreibungsverfahren ab", stellt Professor Dieter Haselbach von ICG Integrated Consulting Group heraus.