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Stadtehrenplakette für die Historikerin Dr. Claudia Flümann

Zuletzt geändert: 08.02.2019 13:08:28 CET

Oberbürgermeister Frank Meyer hat die Historikerin Dr. Claudia Flümann mit der Stadtehrenplakette ausgezeichnet. Ihre umfangreiche Veröffentlichung „Doch nicht bei uns in Krefeld! - Arisierung, Enteignung, Wiedergutmachung in der Samt- und Seidenstadt 1933 bis 1963" schildert nicht nur die Opferseite der sogenannten Arisierung, sondern benennt erstmals die Krefelder Profiteure. Anhand akribischer Forschungen beschreibt das Buch, wie Claudia Flümann selbst formuliert hat, „die schrittweise Ausgrenzung und schließlich die Entfernung der jüdischen Bürger aus dem öffentlichen Leben". Für diese Verarbeitung vergangenen Unrechts hat der Rat der Stadt Krefeld ihr die hohe Auszeichnung zuerkannt.

Oberbürgermeister Frank Meyer überreichte der Historikerin Dr. Claudia Flümann die Stadtehrenplakette. Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, L. Strücken
Oberbürgermeister Frank Meyer überreichte der Historikerin Dr. Claudia Flümann die
Stadtehrenplakette. Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, L. Strücken

„Das Unrecht begann in der Mitte unserer Gesellschaft, begann im bürgerlichen Alltag, auch bei uns in Krefeld", betonte Oberbürgermeister Frank Meyer in seiner Laudatio. „Arisierung, dahinter verbirgt sich staatlich geförderter Raub, mindestens Bereicherung auf Kosten anderer. Der späteren physischen Vernichtung unserer jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger ging die wirtschaftliche Vernichtung voraus. Die Deckschicht der Zivilisation ist dünn. Auch in Krefeld ist Unrecht zu Recht geworden."

Bei ihrer Darstellung endet Claudia Flümann nicht wie andere Arbeiten über die Arisierung mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Sie hat ihre Untersuchungen bis in 1960er-Jahre ausgedehnt und beschreibt die juristischen Versuche von Überlebenden des NS-Terrors, ihr unter Zwang verkauftes Eigentum zurück zu bekommen oder zumindest eine Entschädigung zu erhalten. Diese Prozesse waren auch in Krefeld von harten Auseinandersetzungen geprägt, bei denen die Opfer in zahlreichen Fällen auf die ehemaligen Akteure aus der NS-Zeit trafen.