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Stadt will mit Kliedbruchern Lösungen finden

Zuletzt geändert: 11.05.2020 08:54:08 CEDT

Mit einem ausführlichen Schreiben an die Anwohner im Kliedbruch möchte die Stadt Krefeld mögliche Lösungswege für die Grundwasser-Problematik in diesem Bereich aufzeigen. Um den Prozess voranzutreiben und Szenarien für eine Absenkung des Grundwassers zu entwickeln, ist allerdings die Mithilfe der Bürger erforderlich. Deshalb erneuert die Stadt in dem Brief ihr Angebot an die Haus- und Wohnungseigentümer im Kliedbruch, die Höhenlage ihrer Gebäude vermessen zu lassen. Die Ergebnisse dieser Vermessung bilden die Datenbasis, um anhand der vorliegenden Machbarkeitsstudie dauerhaft Abhilfe zu schaffen.

Ursprünglich sollte diese Studie bei einer Bürgerinformation am 31. März vorgestellt werden, doch aufgrund der Corona-Epidemie musste die Veranstaltung ausfallen. Das Gutachten des Krefelder Büros Dr. Strotmann Umweltberatung wird daher bei den nächsten Sitzungen den politischen Gremien präsentiert und im Anschluss veröffentlicht. Abhängig vom weiteren Verlauf der Corona-Krise plant die Verwaltung, die Info-Veranstaltung zu einem geeigneten Zeitpunkt nachzuholen.

Pumpwerk am Hökendyk. Foto: Stadt Krefeld und Presseamt
Pumpwerk am Hökendyk.
Foto: Stadt Krefeld und Presseamt

Zur Vorgeschichte: Die LEG NRW GmbH (LEG) hatte, wie vorab mehrfach angekündigt, am 1. April die Förderpumpen zur Grundwasserabsenkung im Bereich Kliedbruch abgestellt. Dies war Teil der Vereinbarung mit den Hauseigentümern, deren Gebäude zwischenzeitlich von der LEG saniert und entsprechend abgedichtet worden sind. Die Stadt Krefeld hatte die LEG gebeten, die beabsichtigte Abschaltung so lange zu verschieben, bis die mit der Corona-Pandemie verbundenen Einschränkungen für das öffentliche Leben weitestgehend aufgehoben sind. Dies wurde von der LEG mit dem Hinweis auf die vertraglichen Regelungen abgelehnt. Trotz intensiver Gespräche mit unterschiedlichen Akteuren konnte bislang kein neuer Pumpen-Betreiber gefunden werden. Gleichwohl werden die Pumpen seitens der LEG noch ein Jahr betriebsfähig gehalten. Sollte sich in dieser Zeit ein Betreiber finden, könnte die Netzgesellschaft Niederrhein (NGN) als Dienstleister für den Betrieb zur Verfügung stehen.

Anschub-Finanzierung zugesagt

Die Stadt Krefeld hat nach einem Beschluss des Rates eine einmalige Anschub-Finanzierung für den Pumpenbetrieb im Jahr 2020 zugesagt. Darüber hinaus können jedoch keine öffentlichen Gelder für diesen Zweck aufgewendet werden. „Das liegt auch im Interesse der Allgemeinheit und berücksichtigt die Belange derjenigen Hauseigentümer im Kliedbruch, die auf eigene Kosten eine wasserdichte Bauweise gewählt oder bereits ihre Keller saniert haben", heißt es in dem Brief.

Alternativen werden gesucht

Daher braucht es für den Fall einer dauerhaften Abschaltung der Pumpen Alternativen. Eine Arbeitsgruppe aus Politik, Verwaltung und Bürgerschaft sucht mit Hilfe von Experten seit nunmehr zweieinhalb Jahren nach Wegen, eine mögliche Beeinträchtigung von Gebäuden ohne Grundwassersicherung im Kliedbruch zu vermeiden beziehungsweise zu minimieren. Damit ein Stillstand bei der Suche nach einem neuen Pumpen-Betreiber verhindert wird und andere Optionen ausgelotet werden können, prüft die Stadt Krefeld gemeinsam mit dem Kommunalbetrieb Krefeld verschiedene Szenarien zur Absenkung des Grundwassers. Grundlage dafür ist die Machbarkeitsstudie.

In dem Brief an die Anwohner, der im Mai verschickt werden soll, will die Stadt nun deutlich machen, dass dieser Weg nur durch die Mithilfe der betroffenen Bürger zu beschreiten ist. Die Datengrundlage, die durch die Vermessung der Gebäude und Geländehöhen entsteht, ist unerlässlich für den weiteren Prozess. Alle Anwohner, die bislang keine solche Vermessung durchgeführt haben, werden deshalb gebeten, sich bis zum 31. Mai an den Fachbereich Vermessungs- und Katasterwesen zu wenden, wahlweise per E-Mail an fb62@krefeld.de oder telefonisch unter 0 21 51 / 36 60 38 10. Die Gebühren für die Vermessung liegen bei 235 Euro.