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2019-01-21: Stadt lässt erstmalig ein Gebäudezustandskataster erstellen

Zuletzt geändert: 07.03.2019 08:29:46 CET

Die Stadt Krefeld lässt erstmalig ein Gebäudezustandskataster erstellen. Der Bauausschuss hat nun mehrheitlich beschlossen, die 270 städtischen Liegenschaften mit ihren rund 1000 Gebäuden begehen und dabei umfassend Daten erheben zu lassen. „Wir haben bereits mit den Schulen angefangen, mit diesem ehrlich machen, wie ich das nennen möchte, Transparenz schaffen. Wir haben den Zustand der Schulgebäude untersucht, haben daraus diese 1000-Maßnahmen-Liste abgeleitet, woraus das 143-Millionen-Euro-Programm entstanden ist. Das kann man als Blaupause dafür nehmen, wie wir uns Gebäudeverwaltung vorstellen", sagt Oberbürgermeister Frank Meyer.

Oberbürgermeister Frank Meyer und Fachbereichsleiter Rachid Jaghou (links) stellen das Gebäudezustandserfassung-Projekt vor. Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, L. Strücken
Oberbürgermeister Frank Meyer und Fachbereichsleiter Rachid Jaghou (links) stellen das
Gebäudezustandserfassung-Projekt vor.
Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, L. Strücken

Durch die Transparenz sollen Mängel erkannt werden. „Damit man diese Mängel auch abschalten kann", so der Oberbürgermeister. Für die Sanierung von Gebäuden benötige man objektive Kriterien. Diese ermöglichen eine Priorisierung von Instandhaltungsmaßnahmen, um sie entsprechend abzuarbeiten. Das Gebäudezustandskataster soll zudem einen nachhaltigen und zielgerichteten Einsatz der Finanz- und Personalressourcen gewährleisten. Neben den Gebäudedaten werden ebenfalls Informationen zur Nutzung und Angaben zu Mietverträgen und Bewirtschaftungskosten aufgenommen. Für die Begehungen und Datenerfassung rechnet die Verwaltung mit Kosten von rund einer Million Euro. Den Auftrag soll eine externe Firma übernehmen, die Ausschreibung zeitnah erfolgen.

333 Maßnahmen mit einem Volumen von rund 11,5 Millionen Euro

Der Fachbereich Zentrales Gebäudemanagement hatte 2018 für ein Pilotprojekt ein Düsseldorfer Unternehmen beauftragt, 13 städtische Liegenschaften zu begehen. Für die exemplarisch ausgewählten Kitas, Schulen und Kulturinstitutionen wurden Objektsteckbriefe erstellt. Insgesamt nahmen die Begeher für einen kurz- bis mittelfristigen Instandsetzungszeitraum von Null bis sieben Jahren 333 Maßnahmen mit einem Volumen von rund 11,5 Millionen Euro auf. Diese werden derzeit im Fachbereich abgestimmt, nach Dringlichkeit priorisiert und in die künftige Projektplanung aufgenommen. Nach den guten Erfahrungen und Erkenntnissen aus dem Pilotprojekt sollen in diesem und im kommenden Jahr alle 270 Liegenschaften untersucht und dokumentiert werden.

Ehrliche und transparente Angaben erwünscht

„Wir wollen uns vergewissern, in welchem Zustand unsere Gebäude sind, auch auf die Gefahr hin, dass man unschöne Wahrheiten gesagt bekommt", so der Oberbürgermeister. Wie bei der Schulsanierung sollen ehrlich und transparent alle Angaben für eine Gebäudeverwaltung zusammengetragen werden. Ausgenommen sind hierbei Sonderimmobilien wie die Eishallen, das Badezentrum und das Grotenburg-Stadion. Die erste Begehung erfolgt nach einem festgelegten Katalog durch ein externes Unternehmen. Die Kontrollen in den folgenden Jahren übernehmen städtische Mitarbeiter. „Wir werden so die Daten Jahr für Jahr aktualisieren", betont Rachid Jaghou Fachbereichsleiter Zentrales Gebäudemanagement.