Inhaltsbereich

Stadt informiert zum Welt-AIDS-Tag am 1. Dezember

Veröffentlicht am: 01.12.2022

Sie hissen gemeinsam die Fahne zum Welt-Aids-Tag (von links): Oliver Leist (CSD-Verein), René Kaiser (together), Oberbürgermeister Frank Meyer, Anja Wiese (Aidshilfe), Oliver Winkelmann (Aidsberater Stadt Krefeld) und Levent Sirkal (SPD queer).  Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, K. Hausmanns
Sie hissen gemeinsam die Fahne zum Welt-Aids-Tag (von links): Oliver Leist (CSD-Verein), René Kaiser (together), Oberbürgermeister Frank Meyer, Anja Wiese (Aidshilfe), Oliver Winkelmann (Aidsberater Stadt Krefeld) und Levent Sirkal (SPD queer).
Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, K. Hausmanns

Diskriminierung und Ausgrenzung immer noch ein gesellschaftliches Problem

Die Stadt Krefeld möchte die Bürgerschaft zum Welt-AIDS-Tag (WAT), jedes Jahr am 1. Dezember, erneut für das Thema sensibilisieren. Gesundheitsdezernentin Sabine Lauxen stellt fest: „Viele Menschen, die sich im Fachbereich Gesundheit zu HIV beraten und auch testen lassen, machen sich weniger Sorgen um ein eventuelles positives Testergebnis als darum, wie das soziale Umfeld (Familie, Freunde, Kollegen) damit umgehen würde, wenn sie von einer Infektion erführen". Die Angst vor Diskriminierung und Ausgrenzung - selbst in der Familie - sei wesentlich größer, als die vor dem Testergebnis oder den gesundheitlichen Auswirkungen einer etwaigen Infektion. „Somit ist es nach wie vor wichtig und notwendig, Aufklärung zu betreiben und zu informieren", so Lauxen. Diskriminierung und Ausgrenzung seien oft eine Folge von Unwissenheit und Unkenntnis - die Angst vor dem Unbekannten.

Die Stadt hisst eine Solidaritäts-Flagge

Auch Oberbürgermeister Frank Meyer setzt ein öffentlich sichtbares Zeichen zum Welt-Aids-Tag: Gemeinsam mit Oliver Leist vom Krefelder Christopher-Street-Day-(CSD)-Verein, Patricia Helten von der Aids-Hilfe und dem städtischen Aids-Berater Oliver Winkelmann hisst er vor dem Rathaus eine Solidaritäts-Flagge.

Welt-AIDS-Tag steht unter dem Motto "Equalize"

Der Welt-AIDS-Tag steht international unter dem Motto „Equalize" (Ungleichheiten beenden) und soll darauf aufmerksam machen, dass soziale Ungleichheit die HIV-Epidemie weiter vorantreibt. So sind in verschiedenen Teilen der Welt bestimmte Bevölkerungsgruppen (beispielsweise Frauen im südlichen Afrika) benachteiligt in Bezug auf Zugang zu Wissen, Prävention, Verhütung, Diagnose oder medizinischer Versorgung und Medikamente. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, die Deutsche Aidshilfe und die Deutsche AIDS-Stiftung starteten jüngst eine gemeinsame Kampagne zum WAT 2022 unter dem Motto „Leben mit HIV. Anders als du denkst?" und stellen sich hierzulande der Diskriminierung und Stigmatisierung entgegen. Betroffene treffen noch Jahrzehnte nach dem Start der großen Aufklärungskampagnen („Rita, was kosten die Kondome?") auf Vorurteile und Ablehnung.

Rund 1.800 Neuinfektionen im Jahr

Nach aktuellen Schätzungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) lebten in Deutschland bis Ende 2021 rund 90.800 Menschen mit HIV, etwa 8.600 von ihnen wissen nichts von ihrer Infektion. Die Zahl der Neuinfektionen wird auch für 2021 bundesweit wieder auf rund 1.800 geschätzt. Weltweit wird die Zahl der HIV-Positiven vom RKI auf 37,7 Millionen und 1,5 Millionen Neuinfektionen jährlich geschätzt. Wahrscheinlich sind die Zahlen sogar wesentlich höher.

So wird HIV behandelt

HIV ist heute sehr gut behandelbar, wenn auch noch nicht heilbar, sobald die Infektion erkannt ist. Effektive und gut verträgliche Medikamente verhindern die Vermehrung des Virus im Körper. HIV-positive Menschen bleiben - bei rechtzeitiger Diagnose und Behandlung - gesund und erkranken nicht mehr an Aids. HIV ist unter Therapie auch nicht mehr übertragbar. Für Menschen mit einem erhöhten Infektionsrisiko gibt es sogar Medikamente, die vorbeugend genommen werden, um eine Infektion zu verhindern. Alltagskontakte wie Händeschütteln oder eine Umarmung stellen kein Übertragungsrisiko dar, ebenso wenig das Trinken aus der gleichen Tasse oder ein Kuss. Es gibt nur wenige Übertragungswege. Der häufigste Übertragungsweg ist nach wie vor ungeschützter Geschlechtsverkehr.

Krefelder Beratungsstelle

Die HIV- und STI-Beratungsstelle der Stadt Krefeld steht nicht nur der Bevölkerung zu allen Fragen der sexuellen Gesundheit und zu HIV zur Verfügung, sondern auch Schulen, Firmen oder Einrichtungen, insbesondere im Gesundheitswesen, um aufzuklären und zu Informieren. Kontakt ist möglich unter Telefon 0 21 51 / 86 35 24 oder per E-Mail an oliver.winkelmann@krefeld.de. Informationen gibt es im Internet unter https://www.krefeld.de/de/dienstleistungen/aids-und-hiv-beratung/.