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Sportstätten-Kommission zieht nach einem Jahr positive Bilanz

Zuletzt geändert: 20.12.2019 12:11:43 CET

Im Sommer hatte die Stadtverwaltung die größte Investition in die Sportfreianlagen seit Jahrzehnten bekanntgegeben: 14,5 Millionen Euro werden an fünf Standorten investiert, um die dortigen Sportfreianlagen zukunftssicher zu machen. Auf der nun fünften Sitzung der Sportstätten-Kommission wurde deutlich, dass dies erst der Beginn eines Prozesses sein wird. Die Sportstätten-Kommission wurde vor gut einem Jahr vom Sportausschuss eingesetzt und berät diesen. Vertreter von Politik, Vereinen, Verwaltung und Bürgerschaft stellen in drei Arbeitsgruppen Sportsonderbauten, Sporthallen und Sportfreianlagen die Weichen für die Krefelder Sport-Infrastruktur der Zukunft.

Oliver Klostermann (Leiter des Fachbereichs Sport und Sportförderung), Jochen Adrian (Stadtsportbund Krefeld), Sport-Dezernent Markus Schön und Oberbürgermeister Frank Meyer (von links) haben auf der Bezirkssportanlage Sprödental die Sportfreiflächen-Sanierungen der kommenden Jahre vorgestellt. Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, A. Bischof
Oliver Klostermann (Leiter des Fachbereichs Sport und Sportförderung), Jochen Adrian
(Stadtsportbund Krefeld), Sport-Dezernent Markus Schön und Oberbürgermeister Frank
Meyer (von links) haben im Sommer auf der Bezirkssportanlage Sprödental die
Sportfreiflächen-Sanierungen der kommenden Jahre vorgestellt.
Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, A. Bischof

Die Arbeitsgruppe Sportfreianlagen stand vor der schwierigen Aufgabe, die Krefelder Sportplätze zu bewerten und einen ersten Blick darauf zu richten, welche Plätze ab einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr den Sportbetrieb genutzt werden sollen. „Das war anstrengend. Uns war klar, dass sich viele Plätze in einem unterdurchschnittlichen Zustand befinden und einige schlecht ausgelastet sind. Wir brauchen aber qualitativ hochwertige und nachhaltige Anlagen, die auch genutzt werden", so Oliver Klostermann. Der Leiter des Fachbereichs Sport und Sportförderung verwies deshalb zu Beginn noch einmal auf die kommenden Projekte, die ab 2020 angegangen werden. Insgesamt werden 14,5 Millionen Euro in die Bezirksportanlage Horkesgath, die Hubert-Houben-Kampfbahn, die Edelstahl-Kampfbahn, den Sprödentalsportplatz und im Covestro-Sportpark in Uerdingen investiert.

Lutz Thieme vom Rhein-Ahr-Campus stand mit seinem Team der Arbeitsgruppe Sportfreianlagen zur Seite. Er untersuchte neun Anlagen, die nach Beratungen in der Sportstättenkommission, den Quartiersblicken und dem Sportdialog des Stadtsportbundes in den Fokus gerückt waren. Geprüft wurden zahlreiche Kriterien, darunter vor allem die Bedarfe durch Schulen und Vereine mit dem Schwerpunkt Jugend. Er bewertete die Möglichkeiten einer Nutzung für die Leichtathletik, die gerade für Schulen wichtig ist, und schaute auch in das soziale Umfeld der jeweiligen Anlage.

Rhein-Ahr-Campus hilft bei der Untersuchung

Zur Bewertung der zu untersuchenden Anlagen diente dem Team des Rhein-Ahr-Campus um Professor Lutz Thieme ein Punktesystem, das in der Arbeitsgruppe Sportfreianlagen konzipiert wurde und sich an den genannten Kriterien Schule-Verein-Soziales orientiert. Nach diesem haben sich die Anlagen am Rundweg (Uerdingen), am Reinersweg (Krefeld-Süd), in Traar und in Elfrath als zukunftsfähig erwiesen. „Unter den Strich" fallen die Anlagen an der Randstraße (Lindental), im Kaiser-Wilhelm-Park (Krefeld-Nord) und am Schroersdyk. Auch die Plätze in Gellep und in Linn fallen darunter, hier wird allerdings an eine gemeinsame Lösung gedacht. „Wichtig ist, dass dies ein erster Aufschlag, ein Impuls ist, der als Basis für die im Januar beginnenden Gespräche gelten soll. Wir stehen bei diesem Prozess erst am Anfang", so Klostermann. Auf einer Stadtkarte zeigte er mögliche Alternativen auf. Die Nutzer der Plätze an der Randstraße und im Kaiser-Wilhelm-Park könnten zum Sprödentalplatz umziehen, vom Schroersdyk ginge es zur Hubert-Houben-Kampfbahn oder zur Horkesgath. „Wir schließen keine Anlage ad hoc, sondern werden überall dafür sorgen, dass es einen nahtlosen Übergang auf eine sanierte Anlage geben wird."

Die Eisfläche in der Werner-Rittberger-Halle. Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, L. Strücken
Die Eisfläche in der Werner-Rittberger-Halle.
Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, L. Strücken

In der Arbeitsgruppe Sportsonderbauten, die sich um die Eishallen und die Bäder kümmert, wurde deutlich, dass sich diese ausnahmslos in einem schlechten Zustand befinden. Gerade das Badezentrum ist das Sorgenkind der Sportverwaltung. „Es ist technisch absolut nicht mehr auf der Höhe der Zeit", sagte Oliver Klostermann. Er konnte zwar die freudige Nachricht vermelden, dass das Bad nach rund einwöchiger Reparatur nun wieder öffnen könne, „doch das war keine leichte Aufgabe." Für die Schwimmoper ist die Bäderleitplanung angelaufen. Anfang Februar soll ein Workshop mit Verwaltung, Politik und Vereinen das weitere Vorgehen bestimmen. Ziel ist, bis Mitte 2020 eine Grundsatzentscheidung herbeizuführen. Geleitet wird der Prozess von Christian Kuhn von der Deutschen Sportstättenbetriebs- und Planungsgesellschaft, der dies auch schon für das Hülser Freibad getan hat. Für dieses Bad wird im Januar eine Machbarkeitsstudie erwartet. Auch in Sachen Eishallen wird es im Februar einen Workshop mit allen Beteiligten geben. „Wir stehen zudem kurz vor der Beauftragung einer Machbarkeitsstudie. Basis ist das Gutachten der renommierten Firma Krieger aus Velbert aus 2017", schilderte Rachid Jaghou vom Fachbereich Zentrales Gebäudemanagement.

Die Glockenspitzhalle. Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation
Die Glockenspitzhalle.
Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation

80 Sporthallen gibt es in Krefeld, viele sind alt und befinden sich in keinem guten Zustand. Der letzte Neubau liegt bereits 15 Jahre zurück. Die zuständige Arbeitsgruppe hat sich daher mehrere Aufgaben gestellt. So soll zusammen mit dem Rhein-Ahr-Campus der tatsächliche Bedarf ermittelt werden. Für jede Halle soll es eine Gebäudezustandsbewertung geben und geschaut werden, wie sie ausgerüstet ist. Kritisch hinterfragt werden soll auch die jeweilige Belegung mit Hilfe der Verein. Eine Software für einen transparenten Überblick wird dafür genutzt. Das geht natürlich nicht, ohne auch die Vereine mit ins Boot zu holen. Eine weitere Aufgabe ist ein Update der überalterten Benutzungsordnung.

„Die Arbeit in der Kommission hat bislang gut geklappt. Es herrschte eine gute Atmosphäre. Wir haben Herausforderungen kennengelernt, Fakten gesammelt und Bedarfe gecheckt. Wir haben ein Gefühl dafür bekommen, wie es weitergehen muss", so Sportdezernent Markus Schön, wohlwissend, dass noch eine Menge Arbeit bevorsteht.