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Sommerferienaktion: Wie haben die Römer in Krefeld gelebt

Unter den Römerstätten in Nordrhein-Westfalen nimmt das Lager von Krefeld-Gellep eine Schlüsselposition ein: Das Kastell Gelduba soll in den Jahren 2021/22 mit anderen römischen Fundstellen am Niedergermanischen Limes als Welterbe „Die Grenzen des Römischen Reiches" eingetragen werden. Wie die Römer in dem Lagerdorf am und im Kastell auch in Krefeld gelebt haben, können Kinder im Alter von sieben bis zwölf Jahren bei der Sommerferienaktion des Museums Burg Linn erleben. An den Workshop mit „echten" Römern können jeweils maximal zwölf Kinder angemeldet werden. Die Anmeldung ist ab sofort möglich.

Das römische Kastell Gelduba, heute Krefeld-Gellep, mit seinen zivilen Siedlungen und Handelshäusern lag gegenüber dem alten Hellweg, der Handelsroute nach Germanien. Im Hafen wurden Waren aus dem Römischen Reich nach Germanien und umgekehrt umgeschlagen. In der Archäologischen Sammlung des Museums Burg Linn sind zahlreiche Funde aus den Militärbefestigungsanlagen und Modelle der römischen Kastelle zu besichtigen, die in den Jahrhunderten dort zuerst aus Holz, später aus Stein gebaut worden sind. Mit rund 6500 Gräbern ist das an das Kastell angrenzende römisch-fränkische Gräberfeld das größte erforschte seiner Art in Europa. Foto: Museum Burg Linn
Das römische Kastell Gelduba, heute Krefeld-Gellep, mit seinen zivilen Siedlungen und Handelshäusern lag gegenüber dem alten Hellweg, der Handelsroute nach Germanien. Foto: Arcghäologisches Museum Krefeld

Zum Auftakt am Montag, 6. August, heißt es „Handwerk und römisches Militär: Die Spinnen, die Römer". Kammweben eignet sich vorzüglich als Einstieg für die Kinder in das Handwerk der Webkunst. Denn der Webkamm ist vielseitig: Von simplen bis hoch komplexen Mustern ist alles möglich. Die handgeschnitzten Webkämme sind in der römischen Kaiserzeit belegt. Die Archäologen vermuten allerdings, dass die Technik des Kammwebens weit älter ist. Zudem gibt es Einblicke ins Alltagsleben eines Römischen Soldaten in einer Legion.

Weiter geht es am Dienstag, 7. August, mit dem Thema Schmuck: Das Geschmeide der Venus. Schmuckstücke aus Gold, Silber, Edelsteinen und Glas waren bei den Römern sehr beliebt, natürlich um schöner auszusehen aber auch, um sich vor Unheil zu schützen. Eltern hängten ihren Kindern spezielle Amulette um den Hals. Mädchen trugen eine Lunula und frei geborene Jungen eine Bulla. Aus Messingdraht, Metallfolie und Glasperlen werden die Teilnehmer eigenen römischen Schmuck gestalten.

Das Thema „Ledertaschen. Sicher und gut verpackt" steht am Mittwoch, 8. August, auf dem Programm. Schon früh kamen die Menschen auf die Idee, Taschen und Etuis aus Leder herzustellen um ihre persönlichen Gegenstände sicher und sauber bei sich zu tragen. Wie diese ausgesehen haben, wissen wir leider selten, denn normalerweise vergeht Leder im Boden spurlos. Darum sind die Lederfunde aus dem Grab des fränkischen Fürsten Arpvar in Krefeld eine Sensation. Davon inspiriert fertigen die Teilnehmer aus bunt gefärbtem Leder kleine Beutel und Etuis.

Kochen wie ein Römer oder warum keine Kartoffeln und Zucker gegessen wurden - das erfahren die Kinder am Donnerstag, 9. August. Die Speisen der Armen und die der Herrschenden unterschieden sich anfangs nur wenig, mit der Zeit und zunehmender Macht dann immer mehr. Auch ihre Esskulturen waren sehr verschieden. Die Teilnehmer kochen gemeinsam auf einer Römischen Kochstelle ohne Strom dafür mit Feuerholz. Es gibt eine Vorspeise mit Original Römischen Brot und eine Hauptspeise mit vielen Geschichten und Erklärungen.

Der Workshop „Römische Spiele und Basteln von einem römischen Säckchen" findet am Freitag, 10. August, statt. Die Römer haben immer und überall gespielt. Ritzzeichnungen von Spielbrettern finden sich auf ägyptischen Pyramiden genauso wie auf Krefeldern Dachziegeln. Zu vielen Spielen sind uns heute auch noch die Anleitungen bekannt. Teilnehmer können versuchen, wie ein römischer Legionar zu würfeln. In dem Workshop werden selbst Spiele hergestellt, die mit nach Hause genommen werden können.

Eine Anmeldung ist erforderlich im Museum Burg Linn unter burglinn@krefeld.de oder Telefon 0 21 51 15 53 91 11 ab sofort möglich. Der Anmeldeschluss ist Dienstag, 3. August. Die Kosten der Veranstaltung betragen pro Tag 20 Euro oder für alle fünf Tage 80 Euro inklusiv Materialkosten und gemeinsames Mittagessen. Die Veranstaltungen finden von 10 bis 15 Uhr statt. Die minimale Teilnehmerzahl beträgt fünf Kinder.