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Smartphone-App Nina warnt auch in Krefeld vor Gefahren

Krefelder Bürger können sich ab sofort von der Smartphone-App Nina (Notfall-, Informations- und Nachrichten-App) vor Gefahren warnen und über sinnvolle Schutzmaßnahmen informieren lassen. Die kostenlos erhältliche App enthält auch Unwetterwarnungen des Deutschen Wetter Dienstes und Hochwasserinformationen. Nina ergänzt damit das breite Netz an Informationskanälen vor Großschadenslagen. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe hat die App entwickelt und den Bundesländern zur Verfügung gestellt. „Wir sind froh über Nina, denn damit erreichen wir auch Menschen, die zum Beispiel gerade keine Sirenen oder das Radio hören können", schilderte Wilfried Rheinfelder vom Krefelder Katastrophenschutz auf der Vorstellung des neuen Warninstrumentes.

So sieht Nina aus. Foto: BBK
So sieht Nina aus.
Foto: BBK

Nina ist über den Playstore und über den Appstore erhältlich. Nutzer können Warnungen für ihren Standort und für weitere Orte als „Push-Benachrichtigung" abonnieren. Nina löst dann abhängig von den individuellen Einstellungen einen Alarm aus, um auf eingehende Warnungen aufmerksam zu machen, eine aktive Datenverbindung vorausgesetzt. In der App werden die Warnbereiche in einer Karte dargestellt. Technischer Ausgangspunkt ist das Modulare Warnsystem des Bundes. Es wird vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe für bundesweite Warnungen des Zivilschutzes betrieben. Lagezentren der Länder und viele bereits angeschlossenen Leitstellen von Städten und Kommunen nutzen das komplexe und sichere Warnsystem. In Krefeld gibt die Leitstelle der Feuerwehr Warnmeldungen für lokale Gefahrenlagen über dieses System heraus. „Im schlimmsten Fall könnten wir uns in das Fernseh-Programm einklinken. Das ist glücklicherweise noch nie passiert. Aber verschiedene Vorfälle in der jüngeren Vergangenheit haben gezeigt, dass ein Warnsystem notwendig ist", so Wilfried Rheinfelder. Nach dem Ende des Kalten Krieges wurde das damalige System aufgegeben, man wähnte sich in Sicherheit. Doch der Angriff auf das World Trade Center auf globaler und der Chemie-Unfall des Schiffes Stolt Rotterdam auf dem Rhein vor dem Chempark Uerdingen auf lokaler Ebene hatten zu einem Umdenken geführt.

Rheinfelder: „Für den Aufbau eines Warnsystems werden verschiedene Instrumente benötigt. Man braucht zum einen den Weckeffekt, eine akustische Initialwarnung, die die Aufmerksamkeit der Bevölkerung erzeugt. Als weitere Elemente benötigt man Medien zur Information der Bevölkerung, die darüber unterrichten, was wo passiert ist, ob ich betroffen bin und was eventuell erforderliche Verhaltensweisen sind." Ab 2004 wurde - auch mit Hilfe der ansässigen Industrie - begonnen, in Krefeld ein Netz von modernen elektronischen Sirenen aufzubauen. In mehreren Bauabschnitten konnten inzwischen 34 Sirenen errichtet werden. Noch in diesem Jahr werden Sirenen im Forstwald auf der Turnhalle Bellenweg und in Oppum auf der Geschwister-Scholl-Schule gebaut. Um das Netz weiter abzudecken, wird noch ein geeigneter Standort für den Hülser Westen gesucht. Ziel sind 46 Sirenenstandorte im gesamten Stadtgebiet.

„Wecken bei einer Gefahr ist das eine, informieren der Bevölkerung das andere", sagt Rheinfelder. „Wir haben daher ein Bürgerinformationssystem." So können zu jeder Tageszeit telefonisch unter der Rufnummer 0 21 51 / 19 70 0 Informationen als Sprachansage abgerufen werden. Im Bedarfsfall wird dies um eine persönliche Telefonberatung erweitert. Die gleichen Informationen werden auch auf der Internetseite der Stadt Krefeld www.krefeld.de veröffentlicht. Eine Schalt-Technik beim Lokalsender Welle Niederrhein gibt der Feuerwehr zudem die Möglichkeit, rund um die Uhr schnell Warnungen und Verhaltensweisen an die betroffene Bevölkerung zu senden - so wie an Weihnachten 2007, als die Uerdinger Bürger wegen eines Feuers in einem Betrieb vor einer Rauchgaswolke gewarnt wurden. Welle Niederrhein ist über Antenne auf UKW 87,7 MHz oder über Kabelanschluss UKW 95,25 MHz zu empfangen. Bei akuter Gefahr, beispielsweise bei notwendigen Evakuierungen wegen der Entschärfung von Weltkriegsbomben, wird darüber hinaus durch Lautsprecherdurchsagen im konkret gefährdeten Gebiet informiert - und nun zusätzlich über die App Nina.