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Schuleingangsuntersuchungen 12-16 im Gesundheitsbericht

Zuletzt geändert: 02.01.2019 14:24:22 CET

Über die Ergebnisse der Schuleingangsuntersuchungen in Krefeld informierten sich die Teilnehmer des Ausschusses für Soziales, Gesundheit und Senioren. Der vom Fachbereich Gesundheit vorgelegte Gesundheitsbericht beinhaltet die Untersuchungsergebnisse aus den Jahren 2012 bis 2016 und den direkten Vergleich mit den Daten aus ganz Nordrhein-Westfalen (NRW) sowie vergleichbaren Städten in NRW.

Schüler beim Grundschulsporttag 2018. Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, L. Strücken
Schüler beim Grundschulsporttag 2018.
Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, L. Strücken

Die Schuleingangsuntersuchungen dienen der Erfassung aller schulrelevanten Daten. Hierzu gehört neben einem Hör- und Sehtest unter anderem die Beobachtung des Verhaltens, der Grob- und Feinmotorik, der visuellen Wahrnehmung, der Körperkoordination und der Sprachentwicklung. Darüber hinaus erfassen die Ärzte des Fachbereichs Gesundheit Größe und Gewicht der Schulneulinge und dokumentieren bereits laufende therapeutische Maßnahmen sowie Schutzimpfungen und Vorsorgeuntersuchungen.

36 % aller Krefelder Einschüler spricht in den ersten drei Lebensjahren überwiegend eine Fremdsprache

Der aktuelle Gesundheitsbericht wird im Januar dem Stadtrat vorgelegt und ist dann auf der Internetseite der Stadt einsehbar. „Im Rahmen der Krefelder Präventionskette werden wir uns mit den Daten befassen und sie auswerten, um dann geeignete Maßnahmen ergreifen zu können", sagte Beigeordneter Markus Schön im Ausschuss. „Hier geht es um jedes einzelne Kind", ergänzte Gesundheitsdezernent Thomas Visser. Unter anderem liefert der aktuelle Gesundheitsbericht folgende Erkenntnisse: Im Jahr 2016 haben durchschnittlich 13,5 Prozent der einzuschulenden Kinder eine Sprach- oder Sprechstörung. Rund ein Drittel aller Krefelder Einschüler (36 Prozent) hat in den ersten drei Lebensjahren überwiegend eine andere Sprache als Deutsch gesprochen, wobei weniger als die Hälfte von ihnen die deutsche Sprache fehlerfrei oder mit nur leichten Fehlern spricht. Etwa ein Drittel dieser Kinder sprechen die deutsche Sprache mit erheblichen Fehlern, 26 Prozent sprechen gar kein Deutsch oder nur radebrechend. Bei fast allen Befunden der Krefelder einzuschulenden Kinder ist eine Steigerung während der Jahre 2010 bis 2016 zu erkennen. Der größte Anstieg ist im Bereich der Sprache (auf rund 20 Prozent) zu beobachten. Die Werte bei der visuellen Wahrnehmung stiegen auf rund zehn Prozent, beim Zahlen- und Mengenvorwissen auf fast neun Prozent und bei der selektiven Aufmerksamkeit auf beinahe zehn Prozent.

15 Prozent haben behandlungsbedürftige visuomotorische Störungen

Die Störungen der visuellen Wahrnehmung steigen bei den Schulneulingen seit 2012 tendenziell leicht an (von 5,6 auf 9,5 Prozent) und liegen damit über dem NRW-Durchschnitt. Rund 15 Prozent haben behandlungsbedürftige visuomotorische Störungen. Auch hier liegt der Wert über dem NRW-Schnitt. Ebenso wie bei den mehr als acht Prozent aller Einschüler, die wegen einer Störung des Zahlen- und Mengenwissens in Behandlung sind. Befunde der selektiven Aufmerksamkeit nehmen in Krefeld seit 2012 tendenziell leicht zu(von 8,6 auf 9,4 Prozent) und liegen ebenfalls über dem Landesdurchschnitt. Über sechs Prozent der untersuchten Kinder haben eine behandlungsbedürftige Körperkooperationsstörung.

Je nach Ergebnis der Schuleingangsuntersuchung empfehlen die Schulärzte diagnostische oder therapeutische Maßnahmen und leiten sie ein in Zusammenarbeit mit den Eltern, behandelnden Fachärzten und der Schule. Bei durchschnittlich fünf Prozent der untersuchten Kinder haben die Ärzte in 2016 Empfehlungen für eine sonderpädagogische Förderung ausgesprochen, da schwerwiegende Bedenken hinsichtlich der Schulfähigkeit vorlagen. In seltenen Fällen kann auch eine Rückstellung vom Schulbesuch erfolgen (1,3 Prozent in 2016), wenn zu erwarten ist, dass das Kind in einem Jahr seine Defizite aufholen kann. Auch im Landesdurchschnitt ist dieser Wert mit leicht über einem Prozent äußerst gering.