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SCHLAU-Team am Gymnasium Fabritianum

Zuletzt geändert: 23.11.2018 11:05:16 CET

Obwohl wir in einer demokratischen und offenen Gesellschaft leben, obwohl es seit über einem Jahr die „Ehe für alle" gibt, erleben Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans- und Inter-Menschen im Alltag immer noch Benachteiligungen und Ausgrenzungen. Gerade für Jugendliche ist ihr Anderssein oft eine besondere Belastung, nicht zuletzt in der Schule. Die Selbstmordrate ist vier bis sechs Mal höher als in der heterosexuellen Vergleichsgruppe. Das Thema Sexuelle Vielfalt findet auch in der Schule wenig Beachtung, Lehrkräfte und Schüler haben Scheu, darüber offen im Unterricht zu sprechen.

Das Foto zeigt die Kursmitglieder am Fabritz und die Teamerinnen von SCHLAU. Foto: Fabritianum
Das Foto zeigt die Kursmitglieder am Fabritz und die Teamerinnen von SCHLAU.
Foto: Fabritianum

Hier setzt das Angebot von SCHLAU Krefeld, dem bei der Aidshilfe angesiedelten Schulaufklärungsteam, an: Die ehrenamtlich arbeitenden Teamer kommen in den Unterricht und sprechen mit Jugendlichen über Diskriminierung, Zugehörigkeit und gesellschaftliche Vielfalt, über das Leben von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans- und Inter-Personen, hinterfragen Vorurteile und soziale Rollenbilder, diskutieren die Bedeutung und Auswirkung von Diskriminierung und berichten, eingebettet in verschiedene sexual-antidiskriminierungspädagogische Methoden, über eigene Erfahrungen im Umgang mit ihrer sexuellen Identität. So wollen die SCHLAU-Teams Vorurteile abbauen und einen Beitrag für ein respektvolles Zusammenleben leisten.

Religionslehrer Thomas Tillmann vom Gymnasium Fabritianum (Fabritz), der das SCHLAU-Team in seinen Unterricht in der Stufe Q2 eingeladen hat, weist auf eine Besonderheit hin: „Als Lehrer ist es für mich eine besondere Situation, dass ich beim SCHLAU-Besuch nicht dabei sein darf. Mir ist aber klar, dass auf diese Weise die Chance höher ist, dass meine Schülerinnen und Schüler sich unbefangen und ohne Notendruck auf das Thema einlassen. Respekt für Minderheiten - das ist uns wichtig am Fabritz, nicht nur im Jahr des Roze Zaterdag Venlo-Krefeld, bei dem wir als schulischer Partner dabei sind."

Kursmitglied Mathilda ergänzt: „Wir empfehlen dieses Angebot auch anderen Lerngruppen, da es einen sachlichen, persönlichen Umgang mit dem Thema auf Augenhöhe ermöglicht - wir hätten selber gern noch mehr Zeit gehabt und denken über eine Fortsetzung nach." SCHLAU-Teamerinnen Selina und Judith, die vor einigen Jahren selber Schülerinnen am Fabritz waren und gern an ihre alte Schule zurückkommen, loben die Kursmitglieder: „Das war eine tolle, offene, engagierte Gruppe!"