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Rund um Bleichpfad: Aktive Unterstützung im Wohnquartier

Zuletzt geändert: 21.11.2018 15:33:55 CET

Ein kleiner Sozialraum in der Krefelder Innenstadt steht seit Beginn dieses Jahres im Fokus der Kommunalen Präventionskette. Im Wohnquartier „Bleichpfad" wollen die Mitarbeiter des städtischen Fachbereichs Jugendhilfe mit geeigneten Maßnahmen die Situation insbesondere von Kindern und Jugendlichen aus unsicheren Lebensverhältnissen verbessern. Damit nimmt die praktische Umsetzung der Krefelder Kommunalen Präventionskette, eingebettet in die Initiative „Krefeld für Kinder", in einem weiteren Schritt konkrete Formen an. „Ein ‚Hilferuf' aus der Kinder- und Jugendeinrichtung Café Oje, deren Mitarbeiter in ihrer Arbeit vermehrt sehr verhaltensauffällige Kinder und überforderte Eltern festgestellt hatten, hat letztlich einen Handlungsbedarf für die Abteilung Jugend ergeben", erklärt Bezirksjugendpflegerin Silke Wintersig. Über 30.000 Euro aus Fördergeldern des Landes im Rahmen der Kommunalen Präventionsketten NRW sollen deshalb nun in das Projekt „Rund um Bleichpfad" fließen.

Das Bleichpfad-Hochhaus, im Volksmund Mississippi-Dampfer genannt. Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation
Das Bleichpfad-Hochhaus, im Volksmund Mississippi-Dampfer genannt.
Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation

„Einerseits haben wir zwar die gesamte Stadt Krefeld im Fokus, um die Lage von Kindern und Jugendlichen als erklärtes Ziel insgesamt zu verbessern, anderseits wollen wir uns aber zunächst um die Sozialräume kümmern, in denen ein erhöhter Handlungsbedarf besteht" erläutert Silke Tophoven, Koordinatorin der Kommunalen Präventionskette. „So können auch Prozesse und Handlungsweisen zunächst erprobt und angepasst werden, bevor sie später auf weitere Sozialräume übertragen werden", sagt sie. Im Wohnquartier Bleichpfad leben 66 Prozent der rund 560 Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren in Familien, die Sozialleistungen beziehen. Zum Vergleich: Im gesamten Stadtgebiet Krefelds liegt die Quote bei 24 Prozent. „Ein weiteres herausstechendes Merkmal des Quartiers Bleichpfad ist, dass hier neben dem Café Oje viele weitere Einrichtungen und Organisationen zu finden sind, die in ihrer Arbeit einen unmittelbaren Bezug zu Kindern und Jugendlichen haben", sagt Tophoven.

Quartierskümmerer erwünscht

Dazu gehören die städtischen Kindertageseinrichtungen (Kitas) Felbelstraße und Steckendorfer Straße (mit Familienzentrum), die städtische Grundschule Mosaikschule (Standort an der Felbelstraße) und der dortige Offene Ganztag „Fliegenpilz", das Katholische Forum für Erwachsenen- und Familienbildung und der Neukirchner Erziehungsverein. Weitere wichtige Sozialraum-Akteure sind die Hausverwaltung des Bleichpfad-Hochhauses und die Initiative „Volldampf", ein seit mehr als 20 Jahren bestehendes Netzwerk, zu dem alle Einrichtungen und Organisationen sowie viele weitere Akteure aus dem Gebiet zählen. Eine erste Befragung und Gespräche mit ihnen haben gezeigt, in welchen Bereichen die Hilfen angesetzt werden müssen. Vor allem wurde der Wunsch laut nach einem „Quartierskümmerer" als Anlaufstelle für alle, der den schon bestehenden Austausch der Akteure verstärken und auch innerhalb der Stadtverwaltung gut vernetzt sein soll. Das entsprechende Personalauswahlverfahren läuft derzeit.

Angebote sollen erweitert werden

„Mit vielen Aktionen und Projekten sollen Eltern und Kinder noch besser erreicht werden, dazu gehört auch, die bestehenden gut angenommenen Angebote zu intensivieren", erläutert Silke Wintersig die Vorgehensweise. Hierzu zählen unter anderem diverse Ausflugsangebote. So besuchten die Kinder und viele Eltern des Familienzentrums Steckendorfer Straße den Krefelder Zoo. Das Katholische Forum machte mit einigen geflüchteten Frauen und Kindern einen Ausflug ins „Irrland". Mit der „Kulinarischen Weltreise" konnte der Fliegenpilz ein Kochevent für Eltern mit ihren Kindern anbieten wie auch zusätzliche Erlebnistage in den Herbstferien, die aus Spenden im Rahmen von Krefeld für Kinder finanziert werden konnten.

Termine in den kommenden Wochen

Die Spielaktion Mobifant ist mit ihrem Elterncafé „Caféfant" im Kaiser-Friedrich-Hain vertreten, kommende Termine sind an den Samstagen, 17. und 24. November, geplant. Ebenfalls im Rahmen des Projekts kommt am Freitag, 7. Dezember, zum zweiten Mal das Improvisationstheater „Zartbitter" an den Standort Felbelstraße der Mosaikschule. Mit einem eigenen Konzept „Kinder- und Jugendschutz" für die ersten bis vierten Klassen der Mosaikschule wollen die Mitarbeiter der Abteilung Jugend außerdem wichtige Themen mit den Schülern erarbeiten.

Weitere wichtige Lösungsansätze sehen Silke Tophoven und das Team um Silke Wintersig in einer Verbesserung der Personalsituation in den Einrichtungen des Quartiers. Aufgrund der besonderen Herausforderungen sollten ausreichend pädagogische Fachkräfte eingesetzt werden, die entsprechend geschult und sensibilisiert sind. Auch durch eine neue Gestaltung des Außengeländes der Kita Felbelstraße und des Schulhofgeländes der Mosaikschule kann der Sozialraum eine Aufwertung erfahren. „Letztendlich ist es unser Ziel, die Lebenssituation im Wohnraum „Rund um Bleichpfad" für Kinder, Jugendliche, ihre Eltern, die Bewohnerschaft insgesamt, aber auch für die Arbeitssituation der Fachkräfte zu verbessern", sagt Silke Tophoven, „und dies scheint in kleinen Schritten durchaus möglich zu sein".