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Römerzeit als Unterrichtsstoff - und das mit dem Handy

Zuletzt geändert: 22.11.2018 09:06:28 CET

Das Archäologische Museum Krefeld bietet ein neues Lehrangebot für Schulklassen an Grund- und weiterführenden Schulen: Die interaktive Führung „Römer und Europa" in Kombination mit der neuen Sonderausstellung „Rom lebt! Mit dem Handy in die Römerzeit". Die gut anderthalbstündige Führung durch die Dauerausstellung deckt die Themenfelder Entwicklung Europas, Römische Lebenswelt, Migration und Integration, Mobilität und Handel ab. Die Inhalte eigenen sich für den Sachunterricht sowie die Fächer Religion, Geschichte, Politik, Latein und Wirtschaft. Die Führung kann je nach Vorwissen und Jahrgangsstufe an die Bedürfnisse der Klasse, des Lehrplans und Fachlehrers angepasst werden. Die Sonderausstellung „Rom lebt!" ergänzt den spielerischen Zugang zur Römerzeit.

Frage des Zusammenlebens stellte sich schon früh

Die interaktive Führung soll vermitteln, dass die Frage des Zusammenlebens in einer multikulturellen Gesellschaft keineswegs eine Herausforderung des 21. Jahrhunderts ist. Im Archäologischen Museum Krefeld werden die Teilnehmer durch die Dauerausstellung geführt und bekommen in kurzen Theorieblöcken die Hintergründe und Sacheinführungen zu den Themenkomplexen erläutert. Anhand von Originalfunden, die auch angefasst werden können, werden sie dann jeweils dazu angehalten herauszufinden, was diese Stücke über die damalige Zeit aussagen, wo Parallelen zu heute liegen. Die Kinder und Jugendlichen kartieren mit Klebepunkten die Herkunft ihrer Familien auf der Karte des römischen Reiches, beschäftigen sich mit der Religionsfreiheit und untersuchen zum Schluss den Niedergang des römischen Reiches durch Migration und Siedlungsdruck auf die Außengrenzen.

Die Ausstellung "Rom lebt! ... und wir mittendrin" wird ab 18. November im Museum Burg Linn in Krefeld gezeigt. Besucher können dabei Teil von Szenen aus der Römerzeit werden. Repro: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation
Die Ausstellung "Rom lebt! ... und wir mittendrin" wird ab 18. November im Museum Burg Linn in
Krefeld gezeigt. Besucher können dabei Teil von Szenen aus der Römerzeit werden.
Repro: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation

In der Sonderausstellung „Rom lebt!" kann man durch großformatige Bilder mit 3D-Effekt in verschiedene römische Alltagsszenen eintauchen. Doch allen ist etwas Gemeinsam: Sie sind unvollständig. Das, was fehlt, ist der Besucher. Vor herabfallenden Ziegeln fliehen, Wein einschenken, einen Tiger bändigen oder mit Legionären marschieren. Ein Besuch beim Zahnarzt oder auch des öffentlichen Stillen Örtchens zeigen überraschend, dass vieles, was im heutigen Leben notwendig ist, auch damals schon zu den wichtigen Alltagsgegenständen gehörte. Und sei es das Xyluspongium - die Toilettenbürste. Passend zu den Bildern und ihren Geschichten schlagen originale Fundstücke eine Brücke in die Vergangenheit. Fotografieren ist in der Ausstellung ausdrücklich erwünscht. Der Besucher posiert mit dem Dargestellten und ein Foto dieser Szene macht die Illusion der Zeitreise perfekt.

Die maximale Teilnehmerzahl beträgt 30 Personen. Die Kosten betragen 90 Euro plus Eintritt (1,50 Euro pro Schüler, drei Euro pro Erwachsenen). Das Paket „Führung und Sonderausstellung" kann ab Dienstag, 20. November" gebucht werden. Eine Anmeldung ist unter Telefon 0 21 51 / 15 53 90 ab sofort möglich.

Welterbe-Eintrag steht bevor

Das Kastell Gelduba in Krefeld soll in den Jahren 2021/22 mit anderen römischen Fundstellen am Niedergermanischen Limes als Welterbe eingetragen werden. Der Niedergermanische Limes-Abschnitt bestand von 15 vor Christus bis etwa 450 nach Christus. In den Jahren 70/71 bauten die Römer bei Gelduba dann ihr erstes festes Kastell. An diesem Militärstandort hielten sie bis zum Ende des Römischen Reiches am Rhein im fünften Jahrhundert fest. Unter den in Nordrhein-Westfalen vorhandenen Römerstätten nimmt das Lager von Krefeld-Gellep wegen dieser Kontinuität eine Schlüsselposition ein. Die Funde aus dem Kastell und dem römisch-fränkischen Gräberfeld sind im Archäologischen Museum Krefeld ausgestellt.