Inhalt

Römer, Raubritter und der Böse Wolf - Jahresprogramm im MBL

Zuletzt geändert: 28.01.2019 08:06:52 CET

Wer im kommenden Frühjahr an der Burg Linn in Krefeld spaziert und vom Burgfried zwei meterlange blonde Zöpfe hängen sieht, unterliegt keiner optischen Täuschung. Die Haarpracht von Rapunzel wirbt dann für die Märchen-Ausstellung „Sagenhaft! Zauberhaft! Märchenhaft!", die das Museum Burg Linn ab 5. Mai in der mittelalterlichen Wasserburg präsentierten wird. Der ehrenamtliche Betreuer der historischen Museumsbibliothek, Ralf-Günter Stefan, wird als Kurator die Ausstellung auf Basis einer privaten Märchenbuch-Sammlung vorbereiten. „Wir werden drei Schwerpunkte haben", berichtet Museumsleiterin Dr. Jennifer Morscheiser bei der Vorstellung des vielseitigen Jahresprogramms. Neben den Themen „Prinzessin und Prinz" und „Böse Hexe - Guter Zauberer" steht der „Böse Wolf" im Mittelpunkt der Schau. „Zur Ausstellung werden wir auch eine eigene Märchen-CD produzieren", so Morscheiser.

Römer und Märchen sind nur zwei Themen in diesem Jahr im Museum Burg Linn: Dr. Jennifer Morscheiser hat jetzt das Jahresprogramm vorgestellt. Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, L. Strücken
Römer und Märchen sind nur zwei Themen in diesem Jahr im Museum Burg Linn: Dr. Jennifer
Morscheiser hat jetzt das Jahresprogramm vorgestellt.
Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, L. Strücken

Zwischen Wissenschaft und Action bewegt sich das Programm 2019 im Krefelder Museum: Noch bis September läuft die interaktive Mitmach-Ausstellung „Mit dem Selfie in die Römerzeit". Besucher können sich in großformatige Bilder mit 3D-Effekt einbringen und dabei ihr Selfie machen. „Wir haben beobachtet, dass die Verweildauer in der Ausstellung sehr hoch ist. Vor allem die Kombinationen Großeltern-Enkel haben viel Spaß", so die Museumsleiterin. Ab dem 10. November können die Besucher zum ersten Mal einen Blick auf einige Funde aus der großen Grabung 2017/2018 in Krefeld-Gellep werfen. Knapp ein Jahr haben der Krefelder Stadtarchäologe Dr. Hans Peter Schletter und sein Team im Areal des nördlichen Römerdorfs gegraben und Tausende Funde aus der Eisen- und Römerzeit entdeckt.

Krefelder Musikgeschichte ab dem 1. September

Die Sonderausstellung „Von der Lochkarte in die Cloud" ab 1. September im Jagdschloss widmet sich dem Thema „Krefelder Musikgeschichte". Sie wird von Dr. Christoph Dautermann, dem stellvertretenden Museumsleiter, vorbereitet. Die Geschichte der Seidenindustrie und die Krefelder Musikgeschichte sind eng miteinander verwoben: Bedeutende Komponisten kamen aufgrund von persönlichen Beziehungen oder auf Einladung der Seidenbarone in die Stadt, die Lochkarten-Technik der Webstühle wurde auch für mechanische Musikinstrumente benutzt. Die Sonderausstellung wird in die vorhandene Dauerausstellung im Jagdschloss integriert und bindet die Themen Bandoneon und Rock in Krefeld mit ein. Das Museum wird für die Präsentation auch neuste Projektionstechnik verwenden, die von einer hiesigen Firma entwickelt worden ist. „So können wir auf große Texttafeln verzichten, die den jetzigen Eindruck ansonsten stark verändern würde", so Morscheiser.

Museumspädagogik wird groß geschrieben

Das Besucher stärkste Museum der Stadt (44.387 Besucher im Jahr 2018) wird in diesem Jahr eine volle Stelle für die Museumspädagogik erhalten. „Darüber freue ich mich ganz besonders", sagt Morscheiser. Im dem Bereich der Museumspädagogik setzt das Haus die Zusammenarbeit mit der Gesamtschule Oppum fort: Im vergangenen Jahren haben Schüler im Museum diverse Programmangebote zum Thema Römer für Altersgenossen getestet, in diesem Jahr steht das Mittelalter im Fokus. Neu ins Programm aufgenommen sind die Workshops Bildhauerei und Lightpainting. Ab diesem Frühjahr werden den Besuchern Führungs-Apps zur Verfügung stehen. Diese können auf das eigene Smartphone heruntergeladen werden. In den kommenden Wochen wird ein Projekt auf der Burg beginnen: Besucher können in einer Virtuellen Realität die Burg für eine Belagerung vorbereiten. Die zu sehenden Details der Burg entsprechen den historischen Vorgaben aus dem 14. Jahrhundert, als ein Raubritter von Truppen unter der Leitung des Fürstentums Kurköln tatsächlich in Linn belagert wurde. Eine friedliche Belagerung erwartet die Burg am 18. und 19. Mai. Dann campieren rund 100 Römer vom Händler bis zum Legionär auf der Vogelwiese im Schatten der Burg. Sie sind Teil des Programms von „Crossover - Kultur trifft Sport" am Internationalen Museumstag (19. Mai).