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Preis für Bürgerschaftliche Selbsthilfe vergeben

Zuletzt geändert: 29.11.2018 15:21:38 CET

Der Stadtrat hat über die Verleihung des Preises für „Bürgerschaftliche Selbsthilfe" entschieden und ist mit seinem einstimmigen Beschluss der Empfehlung der Jury gefolgt. Diese hatte vorgeschlagen, die Aufteilung des Preises für dieses Jahr wie folgt vorzunehmen: Der Lehrer Thomas Müller wird für sein langjähriges besonderes kulturelles Engagement mit 1500 Euro bedacht, der Blinden-Fürsorgeverein und das Linner Nachtwächterteam erhalten je 500 Euro.

Sitzung des Stadtrates im Seidenweberhaus. Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation
Sitzung des Stadtrates im Seidenweberhaus.
Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation

Thomas Müller initiiert allein durch Eigeninitiative seit dem Jahr 1990 „Künstlergespräche", die bereits 70 Mal stattgefunden haben. Die ersten zwölf Jahre fanden die Gespräche in der Volkshochschule statt, ab dem Jahr 2002 in den Räumen der Montessori-Gesamtschule, da Thomas Müller dort als Lehrer tätig ist. Zu den eingeladenen Künstlern zählen unter anderem Tony Cragg, Günther Dohr, Jörg Immendorf, Paul Kamper, Konrad Klapheck, Markus Lüppertz, Gerhard Merz, Thomas Ruff, Klaus Simon und Manfred Vogel. Die Künstlergespräche erfreuen sich großer Popularität.

Von diesen Gesprächen gingen zahlreiche Impulse zum Beispiel Konzepte zur Neugestaltung des Kaiser-Wilhelm-Museums aus, verschiedene Künstler spendeten Arbeiten zugunsten der Allgemeinheit. Das langjährige und außergewöhnliche Engagement des Initiators hat die Jury überzeugt.

Schon 1886 gegründet: Der Blinden-Fürsorgeverein Krefeld

Der Blinden-Fürsorgeverein Krefeld wurde bereits 1886 gegründet und befasst sich mit der Fürsorge und Betreuung von Blinden, stark Sehbehinderten und von Blindheit bedrohten Menschen. Hierzu gehören die telefonische und persönliche Beratung und Hilfestellungen bei alltäglichen Erfordernissen ebenso, wie die Unterstützung von Blindenkreisen in einer Pfarrgemeinde, die Bereitstellung von vereinseigenen technischen Hilfsmitteln in den Senioreneinrichtungen in Krefeld sowie das Betreiben der Telefonnachrichten für Blinde seit mehr als 30 Jahren (in Krefeld als einziger Stadt Deutschlands).

Obwohl der Verein nur etwa 35 Mitglieder hat, ist es ihm gelungen, durch engagierte Öffentlichkeitsarbeit zahlreiche Ehrenamtler zu gewinnen, die sich intensiv um die Belange von Blinden und stark Sehbehinderten in den Krefelder Senioreneinrichtungen kümmern. Der Begriff „Selbsthilfe" hat für den Blinden-Fürsorgeverein Krefeld eine besondere Bedeutung, da er keine direkten finanziellen öffentlichen Mittel erhält und sich im Wesentlichen durch Spenden finanziert. Nun soll ihm mit der Preisverleihung eine zusätzliche öffentliche Würdigung zuteilwerden.

Linner Nachtwächter-Führung sind ein Magnet

Die Linner Nachtwächter-Führung ist eine besondere Attraktion und als „Gesamtwerk" zu betrachten. Zum einen ist sie selbst eine Bereicherung zur Würdigung und Bewahrung des Linner Kulturgutes, zum anderen werden die so erzielten Einnahmen in Projekte zur Verbesserung der Situation rund um den Linner Stadtkern und seine Museen investiert. Seit 2008 waren bereits über 10.000 Teilnehmer von der Führung begeistert. Sie beginnt in der Abenddämmerung und beinhaltet auch ein gemeinsames, meist typisch niederrheinisches, Essen.

Nach dem circa zweistündigen Rundgang, bei dem das Linner Nachtwächterteam oftmals von Linner Bürgern wie zum Beispiel den Mitgliedern des „Historischen Feuerlöschzugs Linn" oder auch den „Linner Landsknechten" unterstützt wird, klingt der Abend aus. Mit den Einnahmen aus den Führungen unterstützt das Linner Nachtwächterteam viele soziale und kulturelle Projekte in Krefeld. Das würdigte der Stadtrat nun ebenfalls mit dem Preis für Bürgerschaftliche Selbsthilfe. Die Preisverleihung soll demnächst im Rahmen einer Feier im Historischen Ratssaal stattfinden.