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Politik gibt detaillierte Grotenburg-Vorlage in Auftrag

Das Krefelder Grotenburg-Stadion muss für einen Spielbetrieb der 3. Fußball Bundesliga in verschiedenen Bereichen saniert und modernisiert werden. Aber auch unabhängig von einem eventuellen Aufstieg des KFC Uerdingen müssen kurzfristig rund 1,95 Millionen Euro in das Stadion investiert werden, zur „Aufrechterhaltung des Spielbetriebs" - so heißt es der Vorlage 5060/80/1 für die gemeinsame Sitzung von Sportausschuss und Finanzausschuss. Die Politik hat in dieser Sitzung einen großen Schritt in Richtung Sanierung der Grotenburg gemacht. Die Politiker fassten einige Beschlüsse, um in der kommenden Ratssitzung am 12. April über die Sanierung abstimmen zu können.

Die Stadtverwaltung hatte in der Vorlage einen Grobkostenrahmen vorgestellt, der verschiedene Maßnahmen mit einem Volumen von 8,7 Millionen Euro beinhaltet. Damit soll die Grotenburg Drittliga-tauglich werden. Diese Liga strebt der KFC Uerdingen als Mieter der Grotenburg kurzfristig an. Während der Sportausschuss die Umsetzung der Maßnahme „Erneuerung des Grotenburg-Stadions" für die Herstellung der Drittligatauglichkeit empfahl, beauftragte der Ausschuss für Finanzen, Beteiligungen und Liegenschaften die Verwaltung, eine detaillierte Vorlage für die Ratssitzung am 12. April zu erstellen. In ihr soll es eine getrennte Darstellung der Maßnahmen zur Aufrechterhaltung des Spielbetriebes und der Drittligatauglichkeit geben. Es sei zudem „die finanzrechtliche Einschätzung der Einzelmaßnahmen nach konsumtiver und investiver Zuordnung vorzunehmen und die Finanzierungsmöglichkeiten in den Haushaltsjahren 2018 und 2019 darzustellen", heißt es in der Vorlage. Der Ausschuss für Finanzen, Beteiligungen und Liegenschaften beauftragte die Verwaltung zudem, die Ausführungsplanung als Phasenplanung und in Abstimmung mit dem Deutschen Fußball-Bund auf Basis der Grobkostenschätzung vorzunehmen, mit dem Ziel, eine Kosteneinschätzung für jedes Gewerk vorzunehmen.

„Es ist einfach zu viele Jahre zu wenig an der Grotenburg getan worden. Diesen Sanierungsstau müssen wir jetzt auflösen", macht Oberbürgermeister Frank Meyer deutlich. Jetzt sei man an einem Zeitpunkt, handeln zu müssen. Die erfolgreiche sportliche Entwicklung des KFC Uerdingen biete auf der anderen Seite die Chance, „Krefeld wieder auf die bundesweite Fußball-Landkarte zu bringen", so der Krefelder Oberbürgermeister. Eine dritte Bundesliga erfordere allerdings zusätzliche Investitionen in die Infrastruktur des Stadions.

Im Grotenburg-Stadion spielt der KFC Uerdingen seine Meisterschafts-Spiele. Foto: Stadtsportbund Krefeld
Im Grotenburg-Stadion spielt der KFC Uerdingen seine Meisterschafts-Spiele. Foto: Stadtsportbund Krefeld

In der Vorlage stellt die Verwaltung ausführlich dar, welche Arbeiten am und im Stadion erforderlich sind - und führt daneben die zu erwartenden Kosten auf. Insbesondere die technischen und sicherheitsrelevanten Anlagen weisen aktuell „große Mängel" auf. Das hat eine Prüfung von sachkundigen Experten gerade bestätigt. Dazu gehören unter anderem die Blitzschutzanlage, baulicher und technischer Brandschutz, IT- und Telefontechnik, Flutlichtanlage, Notstromversorgung und Beschallungsanlage. Aber auch andere technische Anlagen wie Heizung, Lüftung, Sanitär- und Gebäudetechnik entsprechen „nicht mehr den Regeln der Technik" und erfüllen in weiten Teilen „nicht mehr die gesetzlichen Vorgaben", so das Ergebnis. In einem guten Zustand befinden sich nach der Einschätzung der Fachleute zumindest die Tribünenkonstruktionen der Nord- und Südtribüne.

Kalkulation kommt auf 8,7 Millionen Euro

Der „Grobkostenrahmen" listet alle erforderlichen Maßnahmen auf. Unter dem Strich kommt die Kalkulation auf 8,7 Millionen Euro Gesamtkosten inklusive Mehrwertsteuer. Darunter summieren sich unter anderem 1,95 Millionen Euro für die Haustechnik, rund 1,45 Millionen Euro für Außenanlagen, 1,2 Millionen Euro für Betriebseinrichtungen, rund 1,1 Millionen Euro für Baunebenkosten, Gutachten und Planungskosten sowie 1,0 Millionen für „Unvorhergesehenes". Neben weiteren Vorgaben verlangt der Deutsche Fußballbund (DFB), dass Drittliga-Stadien über ein aktuelles Sicherheits-, Brandschutz- und Entfluchtungskonzept verfügen. Eine Drittligatauglichkeit des Grotenburg-Stadions setzt zwingend eine Fantrennung in Form einer Sektorenbildung voraus. Die DFB-Statuten schreiben zudem spätestens im zweiten Jahr einer Drittligazugehörigkeit für Spielstätten eine Rasenheizung vor. Die Kosten für die städtischen Maßnahmen sind im Grobkostenrahmen entsprechend einkalkuliert.

Die Umsetzung der Maßnahmen sollte nach Auffassung der Verwaltung in mehreren Bauabschnitten und mit Unterstützung externer Fachplaner erfolgen. Aktuell arbeitet die Verwaltung an der Zuordnung der Kosten. Eventuelle konsumtive Anteile könnten grundsätzlich aus dem allgemeinen Haushalt in 2018 finanziert sowie bei der Haushaltsplanaufstellung 2019 berücksichtigt werden. Investive Anteile könnten grundsätzlich aus den Haushaltsansätzen 2018 und 2019 der Maßnahmen „Kommunales Konjunkturprogramm für Krefeld" sowie „Investitionspaket Sportinfrastruktur" finanziert werden