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Planungsbüro Junker und Kruse legt überarbeitetes Innenstadtgutachten vor

Zuletzt geändert: 24.09.2018 10:30:31 CEDT

Freizeit, Arbeiten und Wohnen, das sind nach Auffassung des von der Stadt beauftragten Planungsbüros aus Dortmund, Junker und Kruse, die drei Funktionen, die für die Krefelder Innenstadt in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen. Zwar werde der Handel ein zentrales Element der Innenstadt bleiben, er werde sich aber noch mehr räumlich konzentrieren.

Wie geplant hatten die Gutachter im Frühsommer zunächst einen Entwurf mit den Innenstadtakteuren diskutiert und anschließend den zuständigen Ratsausschüssen präsentiert. Die jetzt vorliegende überarbeitete Fassung berücksichtigt die dortigen Diskussionen und kommt über Prognosen zur Handelsentwicklung hinaus zu klaren räumlich-strukturellen und akteursbezogenen Empfehlungen zur zukunftsgerechten Entwicklung der Innenstadt.

Die Luther-Linsen auf dem Ostwall. Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation
Die Luther-Linsen auf dem Ostwall.
Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation

So beziehen die Gutachter in ihrem sogenannten „Aufwertungsprogramm" beispielsweise Position zu aktuellen Innenstadtprojekten wie dem Theaterplatz, dem Seidenweberhaus und dem Dr.-Isidor-Hirschfelder-Platz oder auch der Digitalisierung des Einzelhandels. Mit Blick auf den Theaterplatz fordert das Gutachten „eine funktionale und städtebauliche Neuentwicklung" die allerdings nicht auf den vorhandenen Veranstaltungsbetrieb setzt. Der Hirschfelder-Platz wird als große „Potentialfläche" charakterisiert, für die das Gutachten eine Bebauung mit dem Schwerpunkt „Wohnen, Arbeiten und - mit Einschränkung - hochwertiger Einzelhandel" vorschlägt. Auch regen die Gutachter unter der Überschrift „Digitalstandort Innenstadt" eine moderne digitale Strategie des stationären Handels an.

Oberbürgermeister Frank Meyer sieht in dem Gutachten einen wertvollen fachlichen Beitrag für die weitere Innenstadtentwicklung: „Wichtig ist, dass dieses Gutachten mit dem Mobilitätskonzept, dem Parkraumkonzept, der kulturhistorischen Analyse und den bisherigen Leitaussagen verbunden wird und darauf basierend klare Entscheidungen getroffen werden. Am Ende wollen wir bis zum Stadtjubiläum im Jahr 2023 so nicht nur die Weichen richtig gestellt, sondern auch bereits weitere konkrete Projekte für die Innenstadt auf den Weg gebracht haben". Frank Meyer hält eine Innenstadt mit hoher Aufenthalts- und Lebensqualität für die zentrale Basis - gerade für eine moderne Handelsentwicklung.

Blick auf die Hochstraße. Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation
Blick auf die Hochstraße.
Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation

„Gut ist, dass das Gutachten sich konkret auch zu aktuellen Innenstadtthemen äußert", findet der Krefelder Oberbürgermeister. Mit dem Gutachten werde nicht der kleinste gemeinsame Nenner gesucht, sondern gutachterlich fundierte Positionen formuliert. Diese seien nicht einfach in Stein gemeißelt, sondern ein inhaltlicher Beitrag zu den anstehenden verwaltungsinternen und politischen Entscheidungsprozessen. Er rechne deshalb mit einer engagierten und auch kontroversen Diskussion. Die inhaltliche Auseinandersetzung in den Arbeitskreisen mit den Innenstadtakteuren und den politischen Gremien sei wichtig, um am Ende zu guten Entscheidungen zu kommen.

Hierfür wird die Verwaltung die neue Fassung des Gutachtens im Aktivkreis Innenstadt vorstellen lassen und den Ratsfraktionen übersenden. Anschließend findet die Diskussion in den Ratsausschüssen und im Stadtrat statt.