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2018-09-12: Planung für Grundschulen: 1000 zusätzliche Kinder

Zuletzt geändert: 24.09.2018 10:27:41 CEDT

Die Verwaltung hat dem Schulausschuss den Entwurf des Schulentwicklungsplanes für das aktuelle Schuljahr bis hin zum Schuljahr 2023/2024 für die städtischen Grundschulen vorgelegt. „Die Zahlen stellen uns vor eine neue Herausforderung, die Entwicklung ist ganz anders, als noch vor Jahren erwartet", stellt Jürgen Maas, Fachbereichsleiter Schule, im Pressegespräch fest. „Statt der damals prognostizierten Rückgänge bei den Schülerzahlen steigen diese inzwischen wieder stetig an." Die Berechnungen gehen von einer Zunahme von 13 Prozent innerhalb von sechs Jahren gegenüber dem vergangenen Schuljahr aus. Das sind dann rund 1000 Schüler oder 40 zusätzliche Klassen. Grundlagen der Berechnung sind die Geburtenentwicklung und die Wanderungen zwischen den Stadtbezirken. Der Anteil der durch Zuwanderung hinzukommenden Kinder ist mit einem Durchschnitt der Daten der letzten fünf Jahre eingeflossen, um eine realistische Entwicklung darzustellen.

Der neue Anbau der Bismarckschule. Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, L. Strücken
Der neue Anbau der Bismarckschule.
Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, L. Strücken

Zukunftsdezernent Markus Schön, zu dessen Verantwortungsbereich auch die Schulverwaltung gehört, ergänzt die Erkenntnisse, die sich aus der Planung ergeben: „Einen deutlichen Mehrbedarf gibt es im Bereich des Offenen Ganztags. Hier ist Krefeld mit derzeit 37 Prozent nicht gut aufgestellt, wir planen mittelfristig, also in den nächsten fünf Jahren, einen Ausbau auf 60 Prozent. Bei den Neu- und Erweiterungsbauten wird direkt 100 Prozent Offener Ganztag zugrunde gelegt, dadurch entstehen Raumreserven für Wohnungsneubau. Das bedeutet, dass anstatt derzeit drei zusätzlichen Gruppen pro Jahr in Zukunft jährlich 15 zusätzliche Gruppen im Offenen Ganztag gebildet werden müssen". Dies sei nicht nur baulich, sondern auch personell eine große Herausforderung. Sollte der derzeit diskutierte Rechtsanspruch auf einen Ganztagsplatz beschlossen werden, müsse später noch weiter aufgestockt werden, voraussichtlich auf 80 Prozent.

Ebenfalls berücksichtigt wurde bei der Schulentwicklungsplanung das vom Stadtrat bereits beschlossene neue Musterraumprogramm der Stadt Krefeld als Schulträger. Demnach werden für jede zu bildende neue Klasse nicht nur der erforderliche Klassenraum, sondern auch Raumanteile für den Unterricht nach modernen Lehrplänen eingeplant. Außerdem hat sich das Planwerk an die Regel „kurze Beine kurze Wege" angepasst und wurde nach den voraussichtlichen Bedarfen in den einzelnen Bezirken erstellt.

Blick in einen Klassenraum im neuen Anbau der Bismarckschule. Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, L. Strücken
Blick in einen Klassenraum im neuen Anbau der Bismarckschule.
Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, L. Strücken

Die Verwaltung wurde nun beauftragt, zur Erweiterung des Raumbedarfs für folgende Grundschulen Möglichkeiten der baulichen Umsetzung zu untersuchen: Ausbau der Lindenschule und der St.-Michael-Schule am Gießerpfad auf jeweils zwölf Klassen, Ausbau des Teilstandortes der Grundschule Krähenfeld an der Kempener Allee auf 12 Klassen, Um- und Ausbau des ehemaligen Hauptschulgebäudes Prinz-Ferdinand-Straße für zwölf Grundschulklassen, Ausbau der Jahnschule am Girmesdyk auf 16 Klassen (Ratsbeschluss vom 5. Juli), Neubau des Teilstandortes der Mosaikschule an der Hofstraße mit zwölf Klassen und Ausbau der Grotenburgschule auf 16 Klassen. Diese Maßnahmen müssten, falls sie baulich umsetzbar sind, noch in das Schulbauprogramm „Krefeld macht Schule" eingearbeitet werden und bei der kommenden Haushaltsplanung finanziell berücksichtigt werden. Dazu gehört auch die erforderliche personelle Aufstockung, insbesondere im Fachbereich Zentrales Gebäudemanagement.

In Stadtbezirken wie beispielsweise in Fischeln, wo für die Zukunft ganze neue Wohngebiete geplant werden, müssen entsprechende neue Schulstandorte (wie auch Kitas) im Rahmen der Bauleitplanung gleich mitdiskutiert werden, weil sie in diesem Schulentwicklungsplan noch nicht enthalten sind.