Inhalt

Pflegeeinrichtungen: Coronaschutz-Lockerungen

Zuletzt geändert: 12.05.2020 15:05:18 CEDT

Verantwortliche des Fachbereichs Gesundheit sowie des Fachbereichs Soziales, Senioren und Wohnen haben sich im Rathaus mit den Trägern der vollstationären Pflegeeinrichtungen und den Einrichtungen der Eingliederungshilfe getroffen, um die neuen Besuchsregeln zu besprechen. Die Behörden hatten ein Schreiben von Landesminister Karl-Josef Laumann erhalten, wonach beginnend mit dem Muttertags-Wochenende, also ab Samstag, 9. Mai, eine Lockerung der derzeit noch geltenden Beschränkungsgebote auch im Bereich der vollstationären Pflegeeinrichtungen vorgesehen ist.

Dr. Uta Rößler, Ärztin des städtischen Fachbereichs Gesundheit, erklärte den Einrichtungsleitenden, wie sie die geplanten Lockerungen unter Berücksichtigung und Beibehaltung des gebotenen Schutzes für die Bewohner, die bekanntlich zur Hochrisikogruppe gehören, umsetzen können. Sie machte deutlich, dass deshalb die Besuche von bis zu zwei Angehörigen pro Bewohner im Regelfalle im Außenbereich der Einrichtungen stattfinden müssten. Dies gelte insbesondere bei Besuchen von Kindern in Begleitung einer erwachsenen Person. In Heimen mit einem aktuellen Ausbruch des Coronavirus bleiben Besuche ausgeschlossen.

Um sicherzustellen, dass ein größtmöglicher Schutz vor dem Eintrag des Coronavirus in die Einrichtung gegeben ist, sollen alle Besucher zuvor nach eventuellen Kontakten und aktuellen Erkältungssymptomen befragt werden und mittels kontaktlosem Fieberthermometer überprüft werden. Außerdem muss ein Besuchsregister geführt werden, in dem der Name des Besuchers, das Datum und die Uhrzeit des Besuchs sowie der besuchte Bewohner erfasst werden. Viele Einrichtungsleitungen stimmten dem zu und hatten entsprechende Vorkehrungen für Besuche im Außenbereich oder Kontakte am Fenster bereits getroffen und praktiziert. Schwierigkeiten bereitet dies jedoch den Einrichtungen in der Innenstadt, die zum Teil nicht über einen Außenbereich verfügen. Für derartige Fälle bietet sich stattdessen auch die Möglichkeit, die Treffen in einem ausreichend großen separaten Besucherbereich stattfinden zu lassen, in dem große Abstände eingehalten werden können. Dieser muss dann anschließend jeweils ausreichend gelüftet und desinfiziert werden.

Für Kontakte im Inneren der Einrichtung selbst müssten neben den beschriebenen Vorkehrungen weitere Vorgaben beachtet werden, erklärte Rößler. So müsse jeder Besucher Vollschutz einschließlich einer FFP-2-Maske ohne Filter tragen und eine Hygieneunterweisung erhalten. Da stoßen die Einrichtungen an ihre Grenzen, weil die vorhandene Schutzkleidung gerade für das Personal ausreichen würde und der Nachschub insbesondere bei den Masken und Schutzkitteln nicht sichergestellt sei. Außerdem könne man nicht das Pflegepersonal für die notwendigen Eingangskontrollen, Begleitung der Besucher und zusätzlich erforderlichen Hygienemaßnahmen abstellen. Deshalb können diese Besuche nach den Vorgaben der Gesundheitsbehörde nur in ethisch-sozialen Ausnahmesituationen wie beispielsweise zur Sterbebegleitung ermöglicht werden.

Die Verantwortlichen der Pflegeeinrichtungen wollen demzufolge insbesondere im Hinblick auf den kurz bevorstehenden Muttertag die Angehörigen der Bewohner schnell über die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen informieren und bitten sie dringend darum, vor einem geplanten Besuch zunächst Kontakt zur jeweiligen Einrichtung aufzunehmen. Angesichts der extremen Schutzvorkehrungen, die sie zugunsten der Bewohner seit Beginn der Coronapandemie eingeführt und mit großem Personaleinsatz umgesetzt hatten, bereitet ihnen vor allem die kurze Zeit für die Umsetzung der neuen Besuchsregeln erhebliche Probleme.

Den Verantwortlichen ist bewusst, dass gerade der Muttertag als erster Tag der wieder eingeräumten Besuchsmöglichkeiten ein besonderer Tag ist, sie appellieren aber auch dringend an das Verständnis der Angehörigen, dass nicht alle Besuchswünsche schon an diesem Tag möglich gemacht werden können.