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2019-08-07: Performer Ralf Berger zu Gast im Museum Haus Esters

Zuletzt geändert: 19.08.2019 14:36:40 CEDT

Der Künstler und Performer Ralf Berger setzt in seiner für das Museum Haus Esters in Krefeld entwickelten Performance dem visionären Charakter der modernen Architektur der Villa einen dystopischen Entwurf entgegen. In einer Mischung aus vorproduziertem Material und Live-Elementen beschwört er den „Geist der Medien" als Zukunftsmaschine und verwandelt das Haus in einen verstörenden Ort. Die Performance findet am Sonntag, 25. August, um 11 Uhr in der Mies-van-der-Rohe Villa an der Wilhelmshofallee statt - passend zum Untertitel des Bauhaus-Projekts „Anders Wohnen", Entwürfe für Haus Lange und Esters" konzipierte Ralf Berger in seinen installativen Performances eine beunruhigende Perspektive auf ein künftiges Leben in einer medienautoritären und technokratischen Gesellschaft. Für die Performance muss kein zusätzlicher Eintritt bezahlt werden, lediglich der Museumseintritt von sieben, ermäßigt drei Euro.

Im ehemaligen Kinderzimmer der nahezu leeren Räume von Haus Esters begegnet der Besucher einer fünfköpfigen Truppe; vor einem Spiegel positioniert und durch die früheren Wohnräume patrouillierend. Ihre körperliche Präsenz - gleich ob in Bewegung oder stillstehend - kreiert eine unangenehme Atmosphäre permanenter Kontrolle und Überwachung durch eine unbekannte Machtinstanz. Ständig im Fadenkreuz, ständig das Ziel: Der Trupp zielt auf das eigene Spiegelbild und ist so Täter und Opfer zugleich. Vor der Spiegelarbeit „Mutation of the Objective" ist das Anvisieren des eigenen Spiegelbildes plötzlich Selbstbeobachtung und Selbstermächtigung.

Haus Esters. Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation
Haus Esters.
Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation

Auf dieses greift Berger in einem anderen Raum in „Genius Media" zurück: Er performt vor laufender Kamera. Die aufgenommene Aktion wird parallel an anderer Stelle übertragen. Die Situation ähnelt der Funktion einer Überwachungskamera und drängt den Betrachter in eine doppelte Rolle - heimlicher Voyeur einerseits und überlegener Akteur andererseits. Berger orientiert sich dabei an technikpessimistischen Prophezeiungen, in der der Mensch der Technik unterworfen ist und sich autoritären Zwangsmechanismen fügen muss.

Ralf Berger, Jahrgang 1961, siedelt sich mit seinen multimedialen Arbeiten an der Schnittstelle zur Performance-, Installations- und Medienkunst an. Der Künstler aus Düsseldorf arbeitet an der Auslotung der Grenzen des künstlerischen Materials und Mediums. Hierbei steht der eigene Körper im Zusammenwirken mit seiner Umgebung im Fokus seiner künstlerischen Arbeit. Nach seinem Studium bei Klaus Rinke an der Düsseldorfer Kunstakademie erhielt Berger zahlreiche Stipendien und wurde deutschlandweit in Einzelausstellungen und auf internationalen Gruppenschauen gezeigt. 1999 kuratierte Julian Heynen die Soloschau „Ralf Berger. Arbeiten 1993-98" im Kaiser-Wilhelm-Museum in Krefeld.