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Oberbürgermeister schlägt „Inge-Brand-Saal“ in der Fabrik Heeder vor

Zuletzt geändert: 11.12.2019 12:46:17 CET

Bei einer internen Trauerfeier für die verstorbene Gründerin des Kresch-Theaters, Inge Brand, hat Oberbürgermeister Frank Meyer vorgeschlagen, die Studiobühne I der Fabrik Heeder in „Inge-Brand-Saal" umzubenennen. „Inge Brand hat das Kresch gegründet und es über Jahre geprägt - sie hat den Geist und die Haltung dieses Theaters zu hundert Prozent verkörpert. Ich finde es angemessen, die Bedeutung, die sie für dieses Haus hatte, dauerhaft zum Ausdruck zu bringen und ihr Gedenken auf diese Weise sichtbar für alle Krefelderinnen und Krefelder zu bewahren", erklärte der Oberbürgermeister. Für die Idee erhielt er sofortige Unterstützung vom Förderverein des Kresch-Theaters. „Wir haben ein wunderschönes altes Foto, das Inge Brand auf der Galerie der Studiobühne zeigt. Wenn wir dieses Foto rahmen lassen und mit dem Schild ‚Inge-Brand-Saal' aufhängen, dann sehen wir Inge, so wie sie war - und erinnern uns an alles, was sie für dieses Theater war", sagte Bernd Scheelen, Vorsitzender des Fördervereins.

Die Fabrik Heeder. Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation
Die Fabrik Heeder.
Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation

Inge Brand, geboren am 3. Januar 1941 in Frankfurt, war am 5. September im Alter von 78 Jahren gestorben. Sie hatte die hiesige Theaterszene geprägt, zunächst als Schauspielerin am Stadttheater, wo sie zu den „jungen Wilden" unter Intendant Joachim Fontheim gehörte, später als Leiterin des Kresch-Theaters in der Fabrik Heeder. Im September 1986 startete sie einen öffentlichen Aufruf und suchte stadtweit Jugendliche für das Projekt eines Stadtschultheaters - prompt meldeten sich dutzende junge Menschen, für die sie im Herbst 1986 den Verein Krefelder Schul- und Jugendtheaterzentrum (Kresch) gründete. Ab 1988 waren Produktionen des Kresch in der ehemaligen Tapetenfabrik Heeder zu sehen.

Im Juli 1991 wurde das Kresch zu einer kommunalen Einrichtung und nahm in der Folge an regionalen und nationalen Festivals teil. Produktionen aus Krefeld wurden auch mehrfach zum Kinder- und Jugendtheatertreffen nach Berlin eingeladen. Ihre Schwerpunkte im Kresch hat Inge Brand im Jahr 2000 selbst wie folgt beschrieben: „Kinder und Jugendliche brauchen ein Theater, das Fantasie und Verstand provoziert, das Probleme, Träume, Ängste darstellt; ein Theater der Freundlichkeit und des Vergnügens, der Aufmüpfigkeit und des Zorns; ein Theater das Toleranz vorführen kann und Neugierde auf das Leben weckt; ein Theater, das Anstoß zu einem spielerischen Umgang mit der Wirklichkeit gibt."