Inhalt

Oberbürgermeister Frank Meyer eröffnete Ausstellung im Rathaus

Im Foyer des Rathauses hat Oberbürgermeister Frank Meyer die Ausstellung „In Einheit leben - in Vielfalt glauben" anlässlich des Reformationsjubiläums eröffnet. Ausgehend von der Reformation werden die Glaubenskonflikte, Entwicklungen und deren Auswirkungen in den Partnerstädten Krefeld und Venlo gegenübergestellt. „Dass die Entwicklungen in Venlo und Krefeld durchaus unterschiedlich verliefen, ist einer der spannenden Momente dieser Ausstellung", so Frank Meyer. Auf mehreren großen Schautafeln können die Besucher die Entwicklung vom Spätmittelalter bis in die Gegenwart nachvollziehen. Seit Frühjahr 2017 haben Kuratorin Christina Schulte aus Krefeld und Dr. Ragdy van der Hoek aus Venlo an der Präsentation gearbeitet. Venlos Bürgermeister Antoin Scholten bedankte sich bei den beiden für die Ausstellung. „Ich freue mich, dass wir heute das gelungene Ergebnis einer Zusammenarbeit von Krefeld und Venlo ansehen können", so Scholten. Die Ausstellung kann bis zum 28. November kostenfrei im Foyer des Rathauses Krefeld am Von-der-Leyen-Platz besichtigt werden.

Eröffnung der Ausstellung "In Einheit leben - in Vielfalt glauben" im Rathaus durch Oberbürgermeister Frank Meyer. Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, L. Strücken
Eröffnung der Ausstellung "In Einheit leben - in Vielfalt glauben" im Rathaus durch
Oberbürgermeister Frank Meyer. Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, L. Strücken

Die Moerser Grafen als Herren von Krefeld traten schon Mitte des 16. Jahrhunderts zum Protestantismus über. In Venlo blieb die Herrschaft katholisch und akzeptierte keine abweichende religiöse Auffassung. In der oranischen Zeit von 1600 bis 1702 entwickelte sich Krefeld dann zu einer Stadt, in der sich Glaubensflüchtlinge niederlassen durften. Diese Toleranz war gewissermaßen verordnet, das Dulden der anderen Glaubensbekenntnisse befohlen. „Die passenden Rahmenbedingungen reichten dann alleine auch nicht, das finde ich ein weiteres spannendes Moment dieser Ausstellung. Rahmenbedingungen können immer nur den Anfang einer Entwicklung markieren", sagt Oberbürgermeister Meyer. Toleranz sei als Prozess wahrnehmbar, der sich langsam von den Vorgaben der Regierenden in die Herzen und die Köpfe der Bürger vollziehen musste.

Eröffnung der Ausstellung "In Einheit leben - in Vielfalt glauben" im Rathaus (von links) Olaf Richter, Leiter des Krefelder Stadtarchivs, Oberbürgermeister Frank Meyer, Venlos Bürgermeister Antoin Scholten, Jos de Jong, Teamleiter im Stadtarchiv, und Superintendend Pfarrer Burkhard Kamphausen. Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, L. Strücken
(von links) Olaf Richter, Leiter des Krefelder Stadtarchivs, Oberbürgermeister Frank Meyer,
Venlos Bürgermeister Antoin Scholten, Jos de Jong, Teamleiter im Stadtarchiv, und
Superintendend Pfarrer Burkhard Kamphausen.
Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, L. Strücken

Die großen Schautafeln im Rathausfoyer vermitteln einen kompakten und verständlichen Überblick der wechselvollen Geschichte beider Städte. „Das Besondere der Ausstellung ist die vergleichende Perspektive", betont Dr. Olaf Richter, Leiter des Krefelder Stadtarchivs und Initiator des Projektes. Ziel der Ausstellung sei es, in Krefeld wie Venlo Menschen aller Altersgruppen anzusprechen und sie anzuregen, sich über die Inhalte auszutauschen, so Richter. Die gut verständlichen Texte werden durch historische Landkarten, Porträts von wichtigen Persönlichkeiten, bedeutende Schriftstücke und zeitgenössische Fotografien ergänzt. Teile dieser Quellen in digitalisierter Form auf den Tafeln stammen aus dem Stadtarchiv, dem Landesarchiv und dem Museum Burg Linn sowie weiteren Archiven. Die zweisprachig konzipierte Ausstellung (in Krefeld mit einem niederländischen Leporello) endet mit einer Bilanz der über 500-jährigen Entwicklung, die nicht immer ohne Konflikte auskam. „Alles in allem kann man aber sagen: Insgesamt haben die Krefelderinnen und Krefelder im Verlauf der Geschichte einfach ziemlich viel richtig gemacht: zum Beispiel die verordnete Toleranz zum dann auch gelebten Prinzip gewandelt", so der Krefelder Oberbürgermeister.

Anlässlich der Ausstellung findet am Dienstag, 21. November, um 18 Uhr eine Podiumsdiskussion mit Vertretern verschiedener Religionsgemeinschaften im Rathaus am Von-der-Leyen-Platz statt. Führungen für Schulklassen und Gruppen können über das Stadtarchiv Krefeld unter Telefon 02151 862701 gebucht werden. Zur Ausstellung wird eine begleitende und kostenfreie Broschüre erscheinen. Das Projekt wurde vom Stadtarchiv Krefeld initiiert und mit 25 000 Euro von der Euregio Rhein-Maas-Nord gefördert. Weitere Sponsoren, unter anderem die beiden Partnerstädte und das Krefelder Stadtmarketing mit dem Projekt „Krefelder Perspektivwechsel", finanzierten zusätzlich 25.000 Euro.