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NRW-Ministerin besucht Archäologisches Museum

Zuletzt geändert: 02.08.2019 13:02:54 CEDT

Der Eintrag des Niedergermanischen Limes als Unesco-Welterbe stand im Mittelpunkt des Besuchs von Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung, im Archäologischen Museum Krefeld. Oberbürgermeister Frank Meyer begrüßte die Ministerin am Startpunkt der dritten Etappe ihrer Heimat-Tour 2019 in Linn, die sie an diesem Tag per Fahrrad entlang des Rheins über Uerdingen nach Rheinhausen und abschließend nach Moers führte. Museumsleiterin Dr. Jennifer Morscheiser schilderte bei einem anschließenden Rundgang durch das Archäologische Museum die besondere Rolle und Funktion des römischen Militärstandortes in Gelduba (Krefeld-Gellep) für den Niedergermanischen Limes.

NRW-Ministerin Ina Schnarrenbach wird von Oberbürgermeister Frank Meyer in Krefeld begrüßt. Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, L. Strücken
NRW-Ministerin Ina Schnarrenbach wird von Oberbürgermeister Frank Meyer in Krefeld begrüßt. Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, L. Strücken

Krefeld und weitere 18 NRW-Kommunen sowie die Niederlande und Rheinland-Pfalz sind Teil dieses Unesco-Antrages, der 2020 eingereicht werden soll. Scharrenbach stelle zusammen mit der Direktorin des Landschaftsverbandes Rheinland, Ulrike Lubek, im vergangenen Mai in Xanten eine Dokumentation mit den Limes-Orten in Nordrhein-Westfalen vor, die eine Grundlage für das Bewerbungsverfahren bildet. Morscheiser erläuterte nun Scharrenbach und die sie begleitende Gruppe aus Bürgern, Vertretern der Politik und Verbänden, unter ihnen auch Lubek, die Alleinstellungsmerkmale der Krefelder Sammlung für das Welterbe-Projekt unter anderem die Bataver-Schlacht 69 nach Christus.

Das römische Kastell Gelduba, heute Krefeld-Gellep, mit seinen zivilen Siedlungen und Handelshäusern lag gegenüber dem alten Hellweg, der Handelsroute nach Germanien. Im Hafen wurden Waren aus dem Römischen Reich nach Germanien und umgekehrt umgeschlagen. In der Archäologischen Sammlung des Museums Burg Linn sind zahlreiche Funde aus den Militärbefestigungsanlagen und Modelle der römischen Kastelle zu besichtigen, die in den Jahrhunderten dort zuerst aus Holz, später aus Stein gebaut worden sind. Mit rund 6500 Gräbern ist das an das Kastell angrenzende römisch-fränkische Gräberfeld das größte erforschte seiner Art in Europa. Foto: Museum Burg Linn
Das römische Kastell Gelduba, heute Krefeld-Gellep, mit seinen zivilen Siedlungen und Handelshäusern lag gegenüber dem alten Hellweg, der Handelsroute nach Germanien. Foto: Museum Burg Linn

In Krefeld liegt der absolut seltene Fall vor, dass eine antike Quelle, hier ein Text des römischen Historikers Tacitus, durch archäologische Funde belegt wird. Morscheiser erläuterte ferner an einem Modell des Kastells auch die Bedeutung als Handelsort am Beginn des Hellwegs auf der rechten Rheinseite. Abschließend zeigte die Museumsleiterin die Glasfunde aus dem römischen Gräberfeld - unter großen Erstaunen der meisten Besucher. „Sie sehen hier nur ein Fünftel unseres Bestands. Wir verfügen über eine größere Sammlung als das Römisch-Germanische-Museum in Köln", so Morscheiser.