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Notruf 112 läuft in Krefeld über moderne IP-Technik

Veröffentlicht am: 08.04.2021

Fünf Jahre nach Bezug der Hauptfeuer- und Rettungswache ist die Leitstelle der Feuerwehr Krefeld eine der modernsten der rund 240 Leitstellen in Deutschland. Hier werden rund um die Uhr an allen Tagen die Hilferufe der Bürgerschaft entgegengenommen und die Einsätze der Feuerwehr, des Rettungsdienstes, des Katastrophenschutzes und einer Vielzahl von zusätzlichen Akteuren in der Daseinsvorsorge und Gefahrenabwehr koordiniert. Seit Kurzem ist die Leitstelle Krefeld bundesweit eine der ersten, die zur Entgegennahme des Notrufs einen IP-Anschluss mit doppelter Glasfaseranbindung nutzen. Der bisherige ISDN-basierte Anschluss hat ausgedient. Zuvor gab es eine intensive Planungs- und Testphase mit dem technischen Dienstleister Frequentis, der Telekom, der städtischen Abteilung Informationstechnik und Telekommunikation.

Die Leitstelle der Hauptfeuerwache Krefeld ist stets auf dem neuesten Stand der Technik. Archivfoto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, L. StrückenDie Leitstelle der Hauptfeuerwache Krefeld ist stets auf dem neuesten Stand der Technik.
Archivfoto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, L. Strücken

Durch die doppelte Glasfaseranbindung wurde die Verfügbarkeit des Notrufs 112 in Krefeld weiter optimiert. Wie bisher ist eine Ausfallsicherheit von 99,9 Prozent gewährleistet. Selbst wenn ein Bagger eine Leitung zerstört, wird das Gespräch unterbrechungsfrei auf den zweiten Anschluss umgeschaltet. Kein Notruf geht verloren. Die bessere Sprachqualität führt jetzt zu wesentlich klareren und deutlicheren Gesprächen mit der Leitstelle. Bisher konnte auf dem Notrufanschluss nur Sprache übertragen werden. Mit der Umstellung ist die Leitstelle Krefeld schon auf künftige multimediale Notrufe bestens vorbereitet. So ist die Anbindung des in der Entwicklung befindlichen bundesweit einheitlichen Notruf-App-Systems, wie auch die perspektivische Übertragung von Bildern und Videos vom Einsatzort direkt mit dem Notruf, mit der gleichen Ausfallsicherheit gewährleistet.

Mobilfunktechnik AML (Advanced Mobile Location) im Einsatz

Zur Realisierung der professionellen Hilfeleistung vom Notruf über die Alarmierung bis hin zur Einsatzbegleitung in jeder erdenklichen Lage braucht man die Unterstützung eines modernen, computergestützten Einsatzleitsystems und zeitgemäßer Kommunikationstechnik. In einer Notsituation oder als Zeuge einer solchen zu sein ist für die Hilfeersuchenden aufregend oder stressig. Verstärkt wird die Situation, wenn man ortsfremd ist und nicht genau weiß, wo man sich überhaupt befindet. Wenn der Notfallort zunächst unklar ist, kann das wertvolle Zeit kosten und Leben gefährden. Bereits seit dem Frühjahr 2020 verfügt die Leitstelle der Feuerwehr Krefeld über die hochmoderne Mobilfunktechnik AML (Advanced Mobile Location), bei der Smartphones die Standortdaten von Notrufen bei der 112 automatisch übermitteln. Das funktioniert absolut automatisch sogar dann, wenn am Smartphone das GPS ausgeschaltet ist, die notrufende Person muss hier nicht aktiv werden.

190.000 ein- und ausgehende Telefonate pro Jahr

Pro Jahr werden in der Leitstelle Krefeld rund 190.000 ein- und ausgehende Telefonate geführt. Bei rund 68.000 dieser Telefonate handelt es sich um Notrufe, die über die Rufnummer 112 entgegengenommen werden. Aus den Notrufen ergeben sich etwa 25.000 Einsätze für die Feuerwehr und den Rettungsdienst. Hinzu kommen noch rund 10.000 Einsätze im qualifizierten Krankentransport, deren Anforderung über die Rufnummer 19222 entgegengenommen wird.

Die Anrufe werden von Disponenten der Feuerwehr-Leitstelle angenommen. Sie leisten Hilfe zur Selbsthilfe und unterstützen die Hilfe suchenden Bürgerinnen und Bürger dabei, das für ihre Bedürfnisse geeignete Hilfsangebot auszuwählen oder schicken ihnen in akuten Fällen den Rettungsdienst. In kritischen Situationen leiten die Disponenten die Hilfeersuchenden bereits am Telefon zu ersten lebensrettenden Maßnahmen an. Sie alarmieren die Einsatzkräfte der Feuerwehr, des Rettungsdienstes sowie des Katastrophenschutzes und begleitet sie aus dem Hintergrund aktiv bei der Abwicklung komplexer Einsatzlagen. Durch die geplante Vernetzung mit der Arztrufzentrale NRW - besser bekannt unter der Rufnummer des ärztlichen Bereitschaftsdiensts 116 117 - wird es des Weiteren zu einer Verbesserung bei der Vermittlung von Hilfsangeboten im Falle eines Versorgungsleidens kommen. Dies betrifft zum Beispiel medizinische Hilfe Suchende, bei denen keine schweren gesundheitlichen Schäden zu befürchten sind, wenn nicht unverzüglich Hilfe geleitstet wird.

 

Allgemeiner Hinweis:

Wenn andere Personen Hilfe brauchen, leisten Sie Erste Hilfe, soweit Sie sich nicht selbst in Gefahr bringen! Helfen Sie den Einsatzkräften beim Auffinden des Ereignisortes. Beides kann Leben retten. Sind bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand Wiederbelegungsmaßnahmen erforderlich, werden Ersthelfende bei Bedarf durch eine telefonische Anleitung zur Wiederbelebung unterstützt.

Folgende Fragen sind wichtig bei einem Notruf:

Wer ruft an?

Nennen Sie Ihren Namen, Standort und Ihre Telefonnummer für Rückfragen.

Wo ist es passiert?

Geben Sie den Ort des Ereignisses so genau wie möglich an (zum Beispiel Stadtteil, Straßenname, Hausnummer, Stockwerk, Besonderheiten wie Hinterhöfe, Straßen-typ, Fahrtrichtung, Kilometerangaben an Straßen, Bahnlinien oder Flüssen).

Was ist geschehen?

Beschreiben Sie knapp das Ereignis und was Sie konkret sehen, beispielsweise Verkehrsunfall, Absturz, Brand, Explosion, Einsturz, eingeklemmte Person.

Wie viele Betroffene?

Schätzen Sie die Zahl der betroffenen Personen, ihre Lage und die Verletzungen. Geben Sie bei Kindern auch das - gegebenenfalls geschätzte - Alter an.

Warten auf Rückfragen?

Legen Sie nicht gleich auf, die Mitarbeiter der Leitstelle benötigen vielleicht noch weitere Informationen.