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2018-11-26: Niederländisches Künstlerduo im Kaiser-Wilhelm-Museum

Zuletzt geändert: 17.12.2018 15:38:31 CET

Die Smog-Krise im Ruhrgebiet oder der biologisch tote Rhein fokussierten das öffentliche Interesse in den 1960er- und 1970er-Jahren immer mehr auf gesellschaftskritisch-ökologische Themen. Mit einer spektakulären Ausstellung richtete 1971 der ehemalige Museumsdirektor Paul Wember in Krefeld den Blick auf die eklatante Umweltverschmutzung. Die Gruppe Haus-Rucker-Co packte für „Cover. Überleben in verschmutzter Umwelt" das Museum Haus Lange in eine Tragluftkonstruktion ein. Im Gebäude richteten sie Klimazonen (Schlafen, Atmen, Kommunikation) ein, in denen der Mensch die Verschmutzung überleben kann. Ein Bericht über die Ausstellung titelte damals mit der Schlagzeile „Mama, was ist eigentlich Natur?" - Das niederländische Künstlerduo Bik Van der Pol hat den Titel nun für seine Ausstellung im Krefelder Kaiser-Wilhelm-Museum übernommen, die sich mit Umwelt und Naturschutz beschäftigt.

Das niederländische Künstlerduo Bik Van der Pol stellt im KWM aus. Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation
Das niederländische Künstlerduo Bik Van der Pol stellt im KWM aus.
Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation

Liesbeth Bik, Jahrgang 1959, und Jos van der Pol, Jahrgang 1961, haben aus dem Bestand der Kunstmuseen Krefeld etwa 70 Werke ausgewählt, alle mit einem Bezug zu den Themen Umwelt, Naturschutz, Klimawandel und Umgang mit der Natur. Zudem sind sieben ihrer Arbeiten ausgestellt. „Es war sehr erfrischend, welche Querverbindungen sie sehen", so Kuratorin Constanze Zawadzky. Für die Kunsthistorikern und Volontärin am Haus ist es die erste eigene Ausstellung in Krefeld.

Die Auswahl der Niederländer sei rein thematisch motiviert, nicht kunsthistorisch, so die Kuratorin. Anhand der Sammlung zeige das Künstlerduo, was ihrer Auffassung nach das 20. Jahrhundert geprägt habe und die Gegenwart immer noch beeinflusse. Fotografien, Gemälde, Skulpturen, Videoarbeiten und Zeichnungen dienen ihnen als Material, um einen Parcours zu erarbeiten, der Beziehungen zwischen Kunst und Natur, Geschichte, Journalismus sowie dem Leben auf der Erde aufdeckt oder forciert. Im Dialog mit Beständen des Museums sind zudem eine Soundarbeit und eine Wandarbeit entstanden.

Umweltzentrum goes KWM

Das Begleitprogramm sowie das Angebot im Studio 2 wird in Zusammenarbeit mit dem Krefelder Umweltzentrum erstellt. Das Umweltzentrum ist ein Lernort für Umweltpädagogik der Stadt Krefeld am Talring in Hüls, der auf diesem Wege eine temporäre Anlaufstelle in der Innenstadt erfährt. Das Studio 2 ist ein Raum der Kunstvermittlung im Kaiser-Wilhelm-Museum, das dem Besucher ermöglicht, sich interaktiv mit den Ausstellungsinhalten auseinander zu setzen. Das Programm wird neben Führungen und Workshops auch einen Kunst-Impuls am Donnerstag, 6. Dezember, und den Sparda-Tag am 20. Januar umfassen. Die Ausstellung endet am 5. Mai 2019 und setzt die Reihe Sammlungssatelliten fort, zu der die Kunstmuseen Krefeld zweimal jährlich Kunstschaffende eingeladen, sich mit einzelnen Werken oder Beständen der Sammlung auseinanderzusetzen und diese auf neuartige Weise zu erschließen.