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OB würdigt Leistungen der „Sportstadt Krefeld"

Zuletzt geändert: 31.01.2019 17:11:42 CET

Beim traditionellen Neujahrsempfang hat Oberbürgermeister Frank Meyer die Leistungen der Krefelder Sportlerinnen und Sportler gewürdigt. Die Veranstaltung im Stadtwaldhaus stand in diesem Jahr unter dem Oberthema „Sport in Krefeld". Deshalb hatten sich rund 200 Gäste aus Vereinen, Verbänden und dem öffentlichen Leben bei winterlichem Wetter auf den Weg gemacht, um die Ansprache des Oberbürgermeisters zu hören. „In einer Zeit, in der unsere Gesellschaft politisch und sozial auseinander driftet, bietet der Sport die Chance einer geschlossenen Identifikation: Hinter erfolgreichen Sportlern und Mannschaften können die Menschen sich versammeln und erleben sich als Fangemeinde, aber auch als Stadtgemeinschaft", erklärte Frank Meyer gleich zu Beginn seiner Rede.

Der Neujahrsempfang im Stadtwaldhaus stand in diesem Jahr unter dem Motto "Sport in Krefeld" (von links: Dieter Hofmann, Stadtsportbund, Bürgermeisterin Gisela Klaer, Oberbürgermeister Frank Meyer, Dirk Wellen, CHTC, Martin Schymainski und Daniel Pietta, Krefeld-Pinguine sowie Cordula Meisgen, Eislaufverein Krefeld). Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, L. Strücken
Der Neujahrsempfang im Stadtwaldhaus stand in diesem Jahr unter dem Motto "Sport in Krefeld" (von links: Dieter Hofmann, Stadtsportbund, Bürgermeisterin Gisela Klaer, Oberbürgermeister Frank Meyer, Dirk Wellen, CHTC, Martin Schymainski und Daniel Pietta, Krefeld-Pinguine sowie Cordula Meisgen, Eislaufverein Krefeld). Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, L. Strücken

Der Oberbürgermeister verwies auf die jüngsten Erfolge des KFC Uerdingen, betonte jedoch gleichermaßen, dass gerade die Mischung unterschiedlicher Sportarten den Charakter der „Sportstadt Krefeld" bestimme. Er zählte einige der Stärken konkret auf, unter anderem die mehr als 80-jährige Eishockey-Tradition, die erfolgreiche Arbeit der HSG Krefeld im Handball und die aktuellen Anstrengungen des CHTC, die Stadt mit Hilfe von nationalen und internationalen Begegnungen als „Hockey City Krefeld" zu etablieren. Auch die Erfolge im Tennis, Wasserball, Unterwasser-Rugby, Turnen, Ringen und Rudern kamen zur Sprache.

Martin Huyn (links) und Christian Ehrhoff. Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, L. Strücken
Martin Huyn (links) und Christian Ehrhoff.
Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, L. Strücken

Naturgemäß sei es solcher Spitzensport, der die höchste Aufmerksamkeit bekomme, doch der Breitensport sei in Krefeld mindestens ebenso bedeutsam, betonte der Oberbürgermeister: „Auf jeden großen Moment im Fußballstadion, in der Yayla-Arena oder bei Olympia kommen hunderte kleiner Momente in den Turnhallen unserer Stadt, auf Bolzplätzen, in Schwimmbecken und auf Leichtathletik-Anlagen - und für diejenigen, die einen solchen Moment erleben, fühlt er sich meist gar nicht so klein an, sondern relativ groß." So seien im Stadtsportbund rund 210 Vereine organisiert, fast jeder dritte Krefelder sei Mitglied eines Sportvereins. Hinzu kämen die zahlreichen Freizeitsportler wie Schwimmer, Radfahrer, Jogger oder die Aktiven in den Fitnesscentern der Stadt. Die Relevanz des Sports für das städtische Leben entstehe durch seine „wunderbare verbindende Kraft", erklärte Frank Meyer weiter: „An kaum einem anderen Ort in unserer Gesellschaft ist es so egal, ob der Stürmer, der meine Mannschaft gerade in Führung geschossen hat, nun Ahmed heißt oder Peter, ob er in Bockum wohnt oder in Schicksbaum, ob er in einer Bank arbeitet oder ob er gar nicht arbeitet."

Ulle Schauws MdB, Sport-Dezernent Markus Schön, Otto Fricke MdB, Bürgermeisterin Gisela Klaer und Oberbürgermeister Frank Meyer (von links). Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, L. Strücken
Ulle Schauws MdB, Sport-Dezernent Markus Schön, Otto Fricke MdB, Bürgermeisterin Gisela
Klaer und Oberbürgermeister Frank Meyer (von links).
Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, L. Strücken

Im zweiten Teil seiner Rede ging der Oberbürgermeister auf den Zustand der Sportstätten ein, der „in deutlichem Missverhältnis" zur Bedeutung des Sports stehe: „Ich scheue mich nicht davor, das so offen zu sagen - denn es wird höchste Zeit für eine ehrliche Bestandsaufnahme: Wer die Probleme kennen und benennen will, der muss sich erst mal trauen, den Teppich anzuheben, unter dem sie liegen, um zu sehen, was dort zum Vorschein kommt." Dafür habe er die Sportstättenkommission ins Leben gerufen. Sie besteht aus Vertreterinnen und Vertretern aller zuständigen städtischen Fachbereiche, also Sport, Schule und Bau, sowie der Politik, der Vereine, des Stadtsportbunds und der Sportjugend. Ihre Aufgabe liegt darin, zum einen abzuschätzen, wo künftig die Schwerpunkte des Vereins- und Breitensports in Krefeld liegen werden, und daraus zum anderen Prioritäten für die Sanierung und den Ausbau der Sportstätten zu entwickeln. Frank Meyer kündigte „Richtungsentscheidungen" im Sportbereich an, so wie sie im Fall der Grotenburg bereits gefallen sind: „Wir werden auf Dauer den Mut brauchen, Entscheidungen zu treffen, die den Sport in Krefeld zukunftssicher machen."

Musikalische Einlage beim Neujahrsempfang. Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, L. Strücken
Musikalische Einlage beim Neujahrsempfang.
Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, L. Strücken

An dieser Stelle schlug der Oberbürgermeister die Brücke zu anderen relevanten Themen und nannte beispielhaft das Sanierungsprogramm für die Schulen, den weiteren Ausbau der Kita-Plätze und des Offenen Ganztags, die Sanierung der Straßen und Radwege und das Programm „Handeln und helfen" für mehr Sicherheit und Sauberkeit in Krefeld. „In allen Bereichen der städtischen Entwicklung lohnt es sich, die Dinge grundlegend und mit Weitblick anzupacken - auch wenn es zunächst mühsamer und zeitaufwändiger erscheint, als die Problemstelle ein weiteres Mal notdürftig zu flicken und dann wieder unter dem eben erwähnten Teppich verschwinden zu lassen", sagte der Oberbürgermeister. Zum Schluss seiner Rede kam er noch einmal zum Sport zurück und zitierte augenzwinkernd Weltmeister Lukas Podolski: „Jetzt müssen wir die Köpfe hochkrempeln. Und die Ärmel natürlich auch." Bei Musik der Jazz Swing College Band, Getränken und Salzbrezeln klang der Abend gemütlich aus.