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Neue Spielzeit: Darth Vader trifft auf die Königin der Nacht

Das Theater Krefeld Mönchengladbach wird seine neue Spielzeit mit Mozarts Oper „Die Zauberflöte" eröffnen. Der Premierenvorhang hebt sich in Krefeld am 23. September für die Science-Fiction-Inszenierung von Kobie van Rensburg. Der Regisseur greift tief in die Hollywood-Figurenkiste und wird Darth Vader aus Star Wars, Mr. Spock aus Star Trek und andere Weltraumhelden zusammen mit der Königin der Nacht auf die Bühne bringen. Für dieses galaktische Erlebnis führt van Rensburg seine bisher erprobten technischen Möglichkeiten zusammen. Neben animierten Videobildern er auch die Bluescreen-Technik wie im Barbier von Sevilla wieder ein. Es soll die letzte Inszenierung dieser Art am Gemeinschaftstheater von van Rensburg sein, kündigte Operndirektor Andreas Wendholz an. Die Aufführung der Zauberflöte ist eine von 18 Krefelder Premieren des Drei-Sparten-Hauses in der kommenden Spielzeit.

Cover des Jahreshefts für die Saison 2018/19. Foto: Matthias Stutte
Cover des Jahreshefts für die Saison 2018/19. Foto: Matthias Stutte

„Wir beschäftigen uns in dieser Spielzeit sehr intensiv mit den Anderen in uns", fasste Generalintendant Michael Grosse die Ausrichtung der künstlerischen Arbeit des Theaters für die kommende Spielzeit zusammen. Mit „uns" sei das Ensemble gemeint, meinte Grosse und betonte, welchen Reichtum ein Ensemble-Theater habe, wie es an diesem Haus vorhanden sei. Mit der musikalischen Odyssee „Himmel über Paris" steht am 1. Dezember eine Uraufführung im Theater Krefeld an. Zwei Fremde auf einer Reise durch eine Nacht voller Gefahren und Musik. Die live gesungenen klassischen Chansons von Édith Piaf und Jacques Brel begleiten sie auf ihrem Weg durch die Stadt der Liebe, der für beide auch ein Weg zu sich selbst wird. „Es ist eine Gattung zwischen Liederabend und Musical, die es so gar nicht gibt", macht Schauspieldirektor Matthias Gehrt neugierig. Er wird das Stück selbst inszenieren. Mit Nava Zukerman komme die Grand Dame der freien Theaterszene aus Israel nach Krefeld, so Gehrt. Sie inszeniert in der Fabrik Heeder „Die Hamletmaschine" von Heiner Müller. Premiere ist am 7. Dezember. Das Stück spiegelt die Spätphase der DDR wider. Müller schrieb „Die Hamletmaschine" 1977 im Rahmen seiner Übersetzungsarbeit an Shakespeares Hamlet: einen lediglich neunseitigen, sehr persönlichen und politischen Text. In ihrer Inszenierung konfrontiert Zukerman seinen Text mit Dialogen aus Hamlet. „Eigentlich ist es ein Kammerspiel, das wir auf die große Bühne bringen", sagt Gehrt über „Szenen einer Ehe" von Ingmar Bergman. Das Ehedrama des schwedischen Regisseurs wird in Krefeld am 16. Juni zum ersten Mal gezeigt. Gehrt will hier die Grenzen der Belastbarkeit ausloten. Die intensiv erzählte Geschichte der Liebe von Johan und Marianne zeigt Szenen einer Ehe von schonungsloser Offenheit.

Generalintendant Michael Grosse (Dritter von rechts) und sein künstlerisches Leitungsteam haben den Spielplan und das Jahresheft für die Saison 2018/19 vorgestellt. Foto: Matthias Stutte
Generalintendant Michael Grosse (Dritter von rechts) und sein künstlerisches Leitungsteam
haben den Spielplan und das Jahresheft für die Saison 2018/19 vorgestellt.
Foto: Matthias Stutte

Ballettchef Robert North sorgte in der laufenden Spielzeit schon öfter für herausragende Tanzabende, die das Publikum frenetisch feierte. In der kommenden Spielzeit lädt er mit „Souvenirs aus West und Ost" zu einem Ballettabend mit Musik von George Gershwin, Dmitri Schostakowitsch und anderen Komponisten ein. Bei der Premiere am 20. Oktober präsentiert er auf der Krefelder Bühne auf witzige, lebensfrohe, poetische oder nachdenkliche Weise tänzerische Impressionen vom Alltag der Menschen in Amerika und Russland. Als US-Amerikaner bewegt ihn die Geschichte des Landes natürlich auf besondere Weise. Mit „Living in Amerika" taucht er in die Historie, den Mythos und die Widersprüche des Landes ein. Er möchte durch seine Tanzszenen ein persönliches Bild von Amerika vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart vermitteln.

In alter Form mit neuen Inhalten präsentiert das Theater das neue Spielheft. Erstmals beinhaltet es ein gut 70-seitiges Magazin, das Themen des Hauses vertieft darstellt. Theaterfotograf Matthias Stutte hat eine bemerkenswerte Serie von Schwarz-Weiß-Aufnahmen für das Heft erstellt, die eine eigene Ausstellung verdient hätte. „Es gibt einen Moment, den das Publikum niemals miterlebt: die letzten Sekunden unmittelbar vor dem Auftritt", sagt Stutte. Viele Abende habe er so im Theater verbracht, um diese einzigartigen Momente einzufangen. Das Spielplanheft ist ab sofort im Theater und anderen Einrichtungen erhältlich. Karten für die neue Spielzeit sind ab 2. Mai erhältlich. Unter www.theater-kr-mg.de ist das Heft als Download verfügbar.