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Museum Burg Linn zeigt Ausstellung über die Reformation

Das Museum Burg Linn zeigt zurzeit die Sonderausstellung „1517 - Krefeld und die Reformation". Die Ausstellung bricht die Ereignisse der Reformation von der nationalen auf die regionale und lokale Ebene herunter. Die wichtigsten Protagonisten und ihre Lehre werden in kurzen Textbeiträgen vorgestellt. Dem Besucher wird es so ermöglicht, den Prozess der Reformation und die Versuche der Gegenreformation nachzuvollziehen, ohne sich mit langatmigen Textblöcken auseinandersetzen zu müssen. Die Ausstellung an der Rheinbabenstraße 85 in Krefeld endet am 3. September.

1584: Krefeld wird fast komplett zerstört

Eine besondere Verbundenheit erzeugen die regionalen und lokalen Ereignisse wie der Kölner Krieg (1583 bis 1591), in dem Krefeld 1584 fast gänzlich zerstört wurde. Der Kölner Erzbischof Johann Gebhard Truchsess von Waldburg wollte 1582 zum protestantischen Glauben übertreten. Das geistliche Territorium, spricht die Stimme des Kölner Erzbischofs, war bei der Königswahl von Bedeutung. Dem Kollegium gehörten drei geistliche und vier weltliche Fürsten an. Mit dem Übertritt des Kölner Erzbischofes hätten die Protestanten die Mehrheit erlangt. Es kam zum Krieg, der Erzbischof unterlag und Kurköln blieb katholisch.

Aus dem 16. Jahrhundert stammt ein einzigartiger Augenzeugenbericht aus Krefeld, der den Wandel durch die Reformation schildert: Der katholische Pfarrer Johannes Schue beschreibt die Ereignisse von 1542 bis 1545. Er predigte noch in der alten St. Dionysiuskirche, der heutigen Alten Kirche, und wurde von dem protestantischen Landesherrn aus Moers stets in seiner Arbeit bedrängt. Das handschriftliche Dokument ist eine Leihgabe aus dem Landesarchiv NRW und ein herausragendes Original.

Detailansicht aus der Lutherbibel von 1541.  Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, L. Strücken
Detailansicht aus der Lutherbibel von 1541.
Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, L. Strücken

Das Glanzstück der aktuellen Ausstellung in Krefeld bildet jedoch eine Bibel aus dem Jahr 1541. Das Buch stammt aus dem Museumsbestand. Sie wurde bei Hans Lufft (um 1495 bis 1584) in Wittenberg gedruckt und mit handkolorierten Holzstichen von Lucas Cranach dem Jüngeren illustriert. Lufft lebte als angesehener Bürger in Wittenberg. Er bekleidete zahlreiche Ämter wie das des Kämmerers, Stadtrichters, Ratsmitglieds und sogar Bürgermeisters. Vor allem war er der Mann, der Luthers Bibeln druckte. Im Jahr 1534 entstand in seiner Druckerei die erste Gesamtausgabe der Lutherbibel.