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Museobilbox-Ausstellung läuft im Textilmuseum

Alea steigt auf einen Hocker und zeigt in ihre Museobilbox. „Wir haben gewebt und Puppen gebastelt", berichtet die Fünfjährige aus der Kita des Familienzentrums Dreikäsehoch am Kanesdyk. „Wir haben die Boxen auch angemalt", fügt sie mit einem Lachen hinzu. Ihre Box wird zusammen mit 34 weiteren ab sofort im Deutschen Textilmuseum Krefeld gezeigt. Auf der ersten Etage des Hauses am Andreasmarkt werden die Minimuseen zum Thema „Stoffgarten - Fasern. Farben. Fashion" in einer Sonderausstellung präsentiert. Kinder der städtischen Kindertagesstätte Kreuzweg, des Familienzentrums Dreikäsehoch beim Deutschen Kinderschutzbund und der Hausaufgabenhilfe des Fachdienstes für Integration und Migration beim Caritasverband Region Krefeld haben sich in jeweils fünftägigen Workshops dabei mit Faser- und Färbepflanzen im Botanischen Garten befasst, das Textilmuseum vor und hinter den Kulissen erforscht und einen Tag damit verbracht, selber Stoffe mit Pflanzenfarben zu färben. Die Ergebnisse aller Aktionen wurden gesammelt und in die Minimuseen eingebracht. Die Ausstellung endet am 17. September.

Ausstellung Museobilboxen im Deutschen Textilmuseum Krefeld: Jamie, Alea und Rene (vorne, von links) präsentieren stolz ihre selbstgebauten Museobilboxen. Hinten die Organisatoren und Alea mit ihrer Box. Fotos: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation
Ausstellung Museobilboxen im Deutschen Textilmuseum Krefeld: Jamie, Alea und Rene (vorne,
von links) präsentieren stolz ihre selbstgebauten Museobilboxen. Hinten die Organisatoren
und Alea mit ihrer Box. Fotos: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation

Sichtlich stolz blickt die Runde Erwachsener auf das kreative Ergebnis der Kinder. Die Einrichtungsleitungen und Organisatoren staunen über die Vielfalt in den Boxen. „Unsere Kinder haben das Projekt sehr genossen", sagt Karin Menning-Flock vom Fachdienst für Integration und Migration der Caritas Krefeld. Eine Workshop-Woche samt Essen und Anfahrt können sich nicht alle Eltern leisten. Ohne dieses kostenfreie Angebot hätten viele Kinder nicht teilgenommen. „Es ist eine tolle Sache, sie so an etwas heranzuführen, was sie sonst nicht machen", sagt Menning-Flock. „Die Kinder waren Feuer und Flamme", berichtet Elke Himmelein, Leiterin der Kindertageseinrichtung Dreikäsehoch. Alleine die Fahrten mit der Straßenbahn seien für die Kinder schon eine Entdeckungsreise durch die eigene Stadt gewesen. „Der Botanische Garten war für unsere Kinder ein tolles Erlebnis", meint Marion Litschke, Leiterin Kita Kreuzweg in Linn.

Lebendiges Museum Botanischer Garten

Diese Resonanz erfreut vor allem die Projektorganisatorin und Museumspädagogin Larissa Konze und Projektleiterin Gabriele Grimm-Piecha. Als einen Ort des Lernens und des Spaßhabens sollen Kita-Kinder Museen kennenlernen, dieses sei das wesentliche Ziel des Projektes. „Damit haben wir einen Großteil von Kindern erreicht, die zu Zweidrittel sonst nicht ein Museum besuchen würden", so Grimm-Piecha. Spielerisch erfahren sie unter anderen, dass der Botanische Garten am Schönwasserpark ein lebendiges Museum mit rund 5000 Pflanzenarten aus nahezu allen Regionen der Erde ist. Es werden dort Pflanzen gesammelt und gepflegt, geordnet und bewahrt, beobachtet und erforscht, beschrieben und klassifiziert, präsentiert und vermittelt. Im Deutschen Textilmuseum lernten sie unter anderem die Restaurierungswerkstatt und die Bibliothek kennen sowie unterschiedliche Felle in der Anfass-Sammlung.