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Museen und Mediothek: OB schlägt freien Eintritt für Kinder vor

Zuletzt geändert: 18.06.2019 12:19:37 CEDT

Kinder und Jugendliche unter 18 Jahre sollen kostenlos die drei Krefelder Museen besuchen dürfen. Auch die Nutzung der Mediothek soll ohne Entgelt möglich sein. Einen entsprechenden Antrag, zunächst befristet für das Jahr 2020, hat die Verwaltung heute auf Initiative von Oberbürgermeister Frank Meyer dem Kultur- und Denkmalausschuss vorgelegt.

Die Mediothek auf dem Theaterplatz. Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation
Die Mediothek auf dem Theaterplatz.
Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation

„Kulturelle Bildung ist für unsere Kinder heute so wertvoll wie nie. Zwar ist jede Information digital leicht verfügbar, sie lässt sich mit einem einzigen Klick abrufen: Das Drama von Shakespeare, das Gemälde von Monet oder die Geschichte der Römer und Franken sind in Windeseile erklärt und analysiert. Doch wirklich verstanden und wirklich erlebt werden sie dadurch nicht. Deshalb müssen wir unseren Kindern heute mehr denn je nahe bringen, wie man geduldig zuhört, wie man genau hinsieht, wie man Inspiration aufnimmt und in sich selbst findet", betont Oberbürgermeister Frank Meyer.

Haus Esters. Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation
Haus Esters.
Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation

Mit der Initiative soll die außerschulische kulturelle Bildung in Krefeld gefördert werden. Durch die kostenlose Nutzung der Mediothek werden Kinder schon früh in ihrer Lese- und Medienkompetenz gestärkt. In den Kunstmuseen, im Museum Burg Linn und im Deutschen Textilmuseum können sie ihren Horizont erweitern und kulturelle Identität erfahren. „All dies sollte nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängig sein", sagt der Oberbürgermeister. „Schon jetzt muss sich Krefeld beim Thema Kulturelle Bildung nicht verstecken, sei es in den Projekten der Musikschule in Kindergärten und Grundschulen, beim Kresch-Theater, bei der Leseförderung in der Mediothek oder bei unseren Museumspädagogen. Dennoch ist es wichtig, die Barrieren für den Zugang zu Kunst und Kultur in Zukunft weiter zu senken."

Tanzimprovisation zu den Fresken der Lebensalter im Thorn-Prikker-Saal mit Mia Sophia Bilitza in einer Trioformation. Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, L. Strücken
Tanzimprovisation zu den Fresken der Lebensalter im Thorn-Prikker-Saal mit Mia Sophia
Bilitza in einer Trioformation. Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, L. Strücken

Die Stadtverwaltung rechnet angesichts der wegfallenden Eintrittsgelder für Kinder und Jugendliche mit weniger Einnahmen bei den Museen und in der Mediothek. Allerdings wird umgekehrt der positive Effekt erwartet, dass der verstärkte Besuch von Kindern und Jugendlichen auch zu einer erhöhten Frequenz von vollzahlenden erwachsenen Gästen führt. Dieses Modell soll zunächst für ein Jahr erprobt werden. Im Verlauf des Jahres 2020 wird dann entschieden, ob die erhofften Effekte eingetreten sind und welchen Einfluss die Maßnahme auf die Einnahmesituation hatte. Der Kultur- und Denkmalausschluss berät heute die Vorlage, die finale Entscheidung liegt beim Stadtrat.