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Move! In Town: Produktion im freien Raum

Zuletzt geändert: 08.07.2019 15:38:17 CEDT

Choreograph Emanuele Soavi begeistert sich für die große Fensterfront unterhalb des Audimax. Diese Membran zwischen dem Innen- und Außenraum möchte er unbedingt in seine tänzerisch-musikalische Performance-Parcours „Larmes bouffes - Komische Tränen" einbauen. „Ich finde den Ort sehr spannend", sagt er und schaut sich im lichtdurchfluteten Foyer der Hochschule am Frankenring um. „Man entdeckt hier immer Neues, Möglichkeiten und Elemente", meint er auch hinsichtlich zu den anstehenden Probentagen, die auch noch viel Experimentelles enthalten werden. Denn seit vielen Jahren gastiert Emanuele Soavi mit seinem Team immer wieder in der Fabrik Heeder. Nun verlässt er zum ersten Mal deren vertraute Bühne in Krefeld, um bei „Move! In Town" am Samstag, 13. und Freitag, 19. Juli, jeweils um 20 Uhr seine Produktion im freien Raum zu präsentieren. „Wir werden eine Reise machen, eine Utopie-Reise mit den Darstellern, Zuschauern und Musik", nur so viel möchte Soavi verraten.

Das Ensemble vor dem Audimax der HS an der Frankenstraße, v. l. Ko Mihyan, Lisa Kirsch, Choreograph und Tänzer Emanuele Soavi, Frederico Casadei, Tae Yeon Kim.  Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, A. Bischof
Das Ensemble vor dem Audimax der HS an der Frankenstraße, v. l. Ko Mihyan, Lisa Kirsch, Choreograph und Tänzer Emanuele Soavi, Frederico Casadei, Tae Yeon Kim.
Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, A. Bischof

„Larmes bouffes - Komische Tränen" ist eng verbunden mit dem Leben und Werk des Komponisten Jacques Offenbach, dessen 200. Geburtstag in diesem Jahr gefeiert wird. Soavi widmet sich bei seiner Performance unter anderem der privaten sowie der öffentlichen Person Offenbach. Er bindet dabei die Musik und die Kompositionen des jungen Jacques Offenbach ein, der ein herausragender Cellist war. Diese Musik für Cello von Offenbach sei nicht so bekannt, wie seine späteren Operettenerfolge. „Ich habe den Wunsch, dass live gespielt wird. Dafür haben wir zwei Cellistinnen", sagt der Kölner Choreograph. Wie die Tänzer und die Musiker werden sich auch die Zuschauer an den beiden Abenden über die Plätze und durch Räume bewegen. Der Impuls von den Tänzern auf das Publikum und umgekehrt soll zu einem fortführenden Wechselspiel führen. „Es bleibt auch bei der Uraufführung eine Überraschung, wie die Zuschauer reagieren", sagt Soavi. Diese Idee der Begegnung möchte er bereits bei den in der kommenden Woche beginnenden Proben vor Ort mit den Studenten ausprobieren, die zufällig den Raum passieren oder gezielt angesprochen werden.

„Move! In Town" ist zwar für Emanuele Soavi und sein Team eine Premiere. Er und die Compagnie verfügen aber über zahlreiche Erfahrungen mit derartigen außergewöhnlichen Spielorten: Vom Hotelzimmer über Kirchen, Parks, Museen hin zur Kölner Philharmonie und nun der Fachbereich Design der Hochschule Niederrhein am Frankenring. „Für dieses Jahr hatten wir eine Kirche und die Hochschule zur Wahl", berichtet Kulturbüro-Mitarbeiter Klaus Schmidt-Hertzler, der die Veranstaltung organisatorisch zum sechsten Mal betreut. Dass „Move! In Town" nun erstmals an der Krefelder Hochschule gastiert, ist deren Leitung und Danny Eickemeyer, Fachbereichsmanager des Fachbereichs Design, zu verdanken.

„Larmes bouffes - Komische Tränen" ist eine Produktion im Auftrag des Kulturbüros der Stadt Krefeld. Sie wird durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW im Rahmen der Mittelzentrenförderung Tanz und Performance finanziell unterstützt. Der Eintritt zur Veranstaltung am Frankenring 20 ist frei. Bei schlechtem Wetter wird die Veranstaltung unter Umständen den Bedingungen gemäß modifiziert. Die Veranstaltung ist ein Beitrag des Kulturbüros zum „Krefelder Perspektivwechsel". Das Stück wird im Herbst als Bühnenadaption in der Fabrik Heeder aufgeführt.