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Medizinischer Sprachführer für Flüchtlinge

Im Zuge der Flüchtlingskrise hat ein Team von Fachärzten den medizinischen Sprachführer „Medguide" auf Deutsch, Arabisch und Farsi (Persisch) entwickelt. Auf 100 Seiten enthält er über 500 Fragen und Antworten aus Hausarztpraxis, Klinikalltag und der Notaufnahme. Aussagekräftige Illustrationen unterstützen zudem die Kommunikation zwischen Ärzten und Hilfesuchenden, die weder schreiben noch lesen können. Der Stiftungsvorstand der Krefelder Bätge-Stiftung hat beschlossen, diese Sprachhilfe für Krefeld zu ermöglichen. Bankkaufmann Andreas Beck, Fachanwalt Rainer Rommerskirchen und Jörg Martin von der Deutschen Stiftungsagentur in Neuss haben Wolfram Gottschalk, Leiter des städtischen Fachbereichs Soziales, Senioren und Wohnen, nun insgesamt 400 Exemplare des MedGuide für die Stadt übergeben. Der Sprachführer wird eingesetzt bei den Betreuern der derzeit von Flüchtlingen bewohnten Unterkunft an der Westparkstraße, bei Sozialarbeitern, aber auch im Rettungsdienst und im Fachbereich Gesundheit.

Andreas Beck vom Vorstand der Bätge-Stiftung (2. von links), Projektinitiator Michael Schwarz, Jörg Martin und Rainer Rommerskirchen vom Stiftungsvorstand (hintere Reihe, 4., 5. und 6. von links) haben 400 Exemplare des MedGuide an Wolfram Gottschalk, Leiter des Fachbereichs Soziales, Senioren und Wohnen (5. von rechts), und Bewohner und Sozialarbeiter der Krefelder Unterkunft an der Westparkstraße übergeben. Foto: Michael Schwarz
Andreas Beck vom Vorstand der Bätge-Stiftung (2. von links), Projektinitiator Michael Schwarz,
Jörg Martin und Rainer Rommerskirchen vom Stiftungsvorstand (hintere Reihe, 4., 5. und 6.
von links) haben 400 Exemplare des MedGuide an Wolfram Gottschalk, Leiter des
Fachbereichs Soziales, Senioren und Wohnen (5. von rechts), und Bewohner und
Sozialarbeiter der Krefelder Unterkunft an der Westparkstraße übergeben.
Foto: Michael Schwarz

„Die große Flüchtlingswelle ist zumindest aktuell abgeebbt. Nun gilt es, die Menschen, die in Krefeld und dem Umland auch teilweise in privaten Wohnungen angekommen sind, besser zu integrieren. Eine stabile Gesundheit ist hierbei ein ganz wesentlicher Faktor, um diese große Aufgabe zu bewältigen", sagte Gottschalk. Der MedGuide ist unterteilt in die Themenbereiche „Akute Beschwerden", „Vorgeschichte", „Körperliche Untersuchungen", „Therapie" und „Operation". Sie spiegeln den typischen Prozess bei der Erstaufnahme im Krankenhaus, beim Besuch in der Arztpraxis und im klinischen Alltag wider. Aspekte wie Patienteninformationen, Verhaltensregeln im Krankenhaus oder bei Infektion und Weiteres mehr runden den Sprachführer ab. „So ist eine fundierte Diagnose und Anamnese möglich, auch wenn kein professioneller Übersetzer verfügbar ist", erläutert Michael Schwarz, Projektinitiator des MedGuide, seine Idee. Zudem würden Untersuchungsschritte sowie Therapien, Operationen und Verhaltensregeln in allen drei Sprachen ausführlich erklärt, so Schwarz. Ein Fachärzte-Team aus Husum/Nordfriesland hat die Erfahrungen aus der Arbeit in den Erstaufnahme-Einrichtungen für Flüchtlinge sowie in der Notaufnahme zusammengetragen. Hierbei waren Ärzte aus den Bereichen Innere Medizin, Psychiatrie und Psychotherapie und Hausärzte aus der Region beteiligt.

Geschaffen wurde der MedGuide aus einer Ehrenamts-Initiative heraus. Er ist direkt beim Verlag für 19,90 Euro bestellbar. Dort findet sich auch eine Leseprobe als PDF zum Herunterladen. Aus den Verkaufserlösen werden weitere Sprachführer zu dringend benötigten Themen, wie ein fundierter Leitfaden zu Schwangerschaft und Geburtshilfe auf Deutsch, Arabisch und Farsi produziert.