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Kunstmuseen Krefeld widmen Peter Behrens erstmals eine Einzelausstellung

Die Kunstmuseen Krefeld widmen dem Künstler, Gestalter und Architekten Peter Behrens (1868 bis 1940) anlässlich seines 150. Geburtstages zum ersten Mal eine Einzelausstellung. Kuratorin Dr. Magdalena Holzhey hat aus einem Konvolut von rund 250 Werken des hiesigen Museumsbestandes eine Auswahl für „Peter Behrens. Das Praktische und das Ideale" getroffen. Im Kaiser-Wilhelm-Museum sind bis zum 14. Oktober unter anderem Objekte, Publikationen, Entwürfe, Plakate und Tapetenentwürfe, Holzschnitte, Fotografien sowie ein Modell der Berliner AEG-Turbinenhalle zu sehen. Die Krefelder Ausstellung ist ein Kooperationsprojekt mit dem Museum für Angewandte Kunst Köln und dem Industriemuseum Oberhausen des Landschaftsverbandes Rheinland und Teil des Prologs zum NRW-Verbundprojekt „100 Jahre Bauhaus im Westen".

Briefe von Behrens und Deneken

Eine rund 150-seitige Korrespondenz aus den Jahren 1898 bis 1912 zwischen Behrens und dem damaligen Krefelder Museumsdirektor Friedrich Deneken (1857 bis 1927) wurde erstmals in größerem Umfang für diese Ausstellung ausgewertet. „Der Briefwechsel ist in der Forschung kaum bekannt gewesen", betont Holzhey. Der Austausch zwischen Deneken als progressivsten Vertretern der Reformbewegungen und Behrens als aufstrebenden Künstler erzähle einen Dialog, in dem sie versuchen, in der Umbruchzeit um 1900 Kunst und Lebensgestaltung miteinander zu verbinden. Das Praktische und das Ideale miteinander in Einklang bringen, so formulierte es Behrens programmatisch in einem seiner Briefe. Für die Besucher steht der Briefwechsel in fünf Auszügen als Audiodatei in der Ausstellung zur Verfügung. Zudem sind einige Blätter zu sehen.

Vorreiter der Werbe- und Industriegestaltung

Die Hörstation ist eingebettet in die von Studierenden der Peter Behrens School of Arts aus Düsseldorf mitgestalteten Ausstellungsarchitektur. Die im Grundton dunkelgrau gehaltenen, schlichten Elemente wie Vitrinen und Rahmen lenken den Blick des Betrachters nicht ab, sondern heben die Exponate hervor. Von Raum zu Raum zeichnet Holzhey anschaulich die Entwicklung Behrens vom Jugendstil-Künstler zum Vorreiter der Werbe- und Industriegestaltung nach. „Er ist ein großer Impulsgeber der Moderne in Deutschland", so die Kuratorin. Sie dokumentiert die Entwicklung dieses Könners verschiedener Disziplinen anhand seiner Schrift- und Buchgestaltung sowie beim Corporate Design, das er für die Delmenhorster Anker Werke und als Gestalter sämtlicher Produkte der AEG in Berlin anfertigte.

Zur Ausstellung entsteht eine Publikation in Kooperation mit dem Museum für Angewandte Kunst Köln und dem LVR-Industriemuseum Oberhausen (Deutsch/Englisch) im Kettler Verlag. In zwölf Themenheften (Schuber) beleuchtet jedes Museum jeweils Aspekte in Behrens' Schaffen. Die Kunstmuseen Krefeld zeigen parallel, ebenfalls auf der ersten Etage des Kaiser-Wilhelm-Museums, die Ausstellung „Von der Idee zur Form. Domeau & Pérès. Dialoge zwischen Design und Handwerk".