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Kunstmuseen bieten „Edition Krefelder Künstlerseide" an

Zuletzt geändert: 06.12.2018 13:54:11 CET

In den Kunstmuseen Krefeld ist die neue „Edition Krefelder Künstlerseide" vorgestellt worden. Gemeinsam mit der Firma „Alpi Krawattenmode" aus Krefeld sind dabei ein Damenschal nach einem floralen Muster von Koloman Moser sowie eine Krawatte mit Einstecktuch nach einem Vorbild von Josef Hoffmann entstanden - beide gehören zu den Gründern der Wiener Werkstätte. Die Motivvorlagen stammen aus dem Sammlungsbestand des Hauses und sind in der aktuellen Ausstellung „Auf Freiheit zugeschnitten. Das Künstlerkleid um 1900 in Mode, Kunst und Gesellschaft" zu sehen. Der Verkauf der jeweils auf zunächst 100 Stück limitierte Auflage der Schals und Krawatten im Kaiser-Wilhelm-Museum am Joseph-Beuys-Platz hat begonnen.

Haben die Edition Krefelder Künstlerseide" im Kaiser-Wilhelm-Museum vorgestellt: Birgit Porten, Geschäftsführerin Alpi Krawattenmode, Katia Baudin, Leiterin Kunstmuseen Krefeld, und Susanne Buckesfeld, Fundraising und Partnerschaften Kunstmuseen Krefeld. Die Motivvorlagen sind in der aktuellen Ausstellung zu sehen. Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, L. Strücken
Haben die Edition Krefelder Künstlerseide" im Kaiser-Wilhelm-Museum vorgestellt: Birgit
Porten, Geschäftsführerin Alpi Krawattenmode, Katia Baudin, Leiterin Kunstmuseen Krefeld,
und Susanne Buckesfeld, Fundraising und Partnerschaften Kunstmuseen Krefeld. Die
Motivvorlagen sind in der aktuellen Ausstellung zu sehen.
Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, L. Strücken

Die Idee der „Krefelder Künstlerseide" geht auf den damaligen Museumsdirektor Friedrich Deneken (1857 - 1927) zurück, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts Künstler des Jugendstils eingeladen hat, Entwürfe zu gestalten, die dann von hiesigen Unternehmen umgesetzt wurden. Zu den beauftragten Künstlern gehörte unter anderem auch Henry van der Velde (1863 - 1957). „Krefelder Künstlerseide ist ein Markenname, den wir nun neu beleben", sagt Sammlungskustodin Dr. Magdalena Holzhey. Mit der neuen Edition kehre das Haus zu seiner Ursprungsgeschichte zurück, so Museumsleiterin Katia Baudin. „Wir haben eine große Sammlung an Motiven", fügt Baudin hinzu. Diese beruhe zum Teil aus dem Ankauf eines Teils der Sammlung von des Sammler und Mäzens Karl Ernst Osthaus (1874 - 1921). Seine Erben verkauften einen wesentlichen Teil seiner Kunstsammlung nach Essen, an das heutige Folkwang Museum. In den 1920er-Jahren erwarb das Kaiser-Wilhelm-Museum Osthaus' Sammlungen des „Deutschen Museums für Kunst in Handel und Gewerbe". Aus diesem Bestand stammen auch die nun verwendeten Vorlagen der Wiener Werkstätten.

Die für die Edition ausgewählten Stoffmuster der Wiener Werkstätte sind mit dem Ziel entstanden, die Kunst auf Basis handwerklicher Qualität zu erneuern. Der Architekt Josef Hoffmann (1870 - 1956), der Grafiker und Maler Koloman Maser (1868 - 1918) und der Mäzen Fritz Waerndorfer (1868 - 1939) gründeten 1903 die heute weltberühmte Vereinigung für Kunsthandwerk. Sie wollten in allen Bereichen des alltäglichen Lebens in engem Kontakt zwischen Künstler und Konsumenten ein künstlerisch hochwertiges Kunsthandwerk hervorbringen. Die Muster der Wiener Werkstätte, die seit langem nicht gezeigt wurden, sind in der laufenden Ausstellung im Thorn-Prikker-Saal zu sehen.

Teile der "Edition Krefelder Künstlerseide" im Kaiser-Wilhelm-Museum.  Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, L. Strücken
Teile der "Edition Krefelder Künstlerseide" im Kaiser-Wilhelm-
Museum.
Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, L. Strücken

Die neue Edition stammt aus der Produktion der Krefelder Firma „Alpi" an der Weyerhofstraße. Die 2003 neu gegründete Firma führt ein 100 Jahre altes Traditionsunternehmen fort. „Für uns ist es eine Auszeichnung, für die Kunstmuseen Krefeld arbeiten zu dürfen", so Geschäftsführerin Birgit Porten. Die Produktion der neuen Stoffe nach historischem Vorbild musste in Krefeld aufwändig erarbeitet werden: Die Entwürfe entstanden hier, die anspruchsvollen Siebdrucke im italienischen Como, die Endfertigung erfolgte wiederum in Krefeld. Die Stoffe sind „Öko-Tex" zertifiziert. Die Edition verbindet so die Tradition der Seidenstadt Krefeld mit den historischen Stoffen der Wiener Werkstätte. „Wir sind sehr glücklich und zufrieden mit dem Ergebnis", sagt Baudin.

Die „Edition Krefelder Künstlerseide" wird mit weiteren Motiven aus der Sammlung der Kunstmuseen erweitert. Darüber hinaus werden Künstler dazu eingeladen, für die Reihe spezielle Motive zu kreieren, die dann als limitierte Editionen erhältlich sein sollen. Die Preise der aktuellen Edition der Krefelder Künstlerseide: Krawatte 65 Euro, Einstecktuch 18 Euro, Krawatte mit Einstecktuch 79 Euro, Damenschal 79 Euro. Vereinsmitglieder der Freunde der Kunstmuseen Krefeld erhalten zehn Prozent Rabatt.