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2019-05-21: Krefelder Römer-Kastell als Teil der sechsten Welterbe-Stätte in NRW

Zuletzt geändert: 27.02.2020 16:35:31 CET

Ina Scharrenbach, NRW-Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung, und die Direktorin des Landschaftsverbandes Rheinland, Ulrike Lubek, sowie weitere Vertreter des Ministeriums, LVR und der Deutschen Limeskommission haben im Archäologischen Park in Xanten Vertretern den beteiligten Kommunen den aktuellen Stand für das weitere Bewerbungsverfahren zum Unesco-Welterbe-Antrag „Niedergermanischer Limes" vorgestellt. Die einstige Grenze zwischen dem Römischen Reich und dem Gebiet der germanischen Stämme soll im Sommer 2021 als Welterbe anerkannt werden.

Unter den in Nordrhein-Westfalen einzutragenden Römerstätten nimmt das Lager von Krefeld-Gellep eine Schlüsselposition ein. Es bestand vom ersten bis fünften Jahrhundert nach Christus fast ununterbrochen an derselben Stelle.

Bis Ende 2019 werden nun alle wesentlichen Informationen aus den 19 in NRW beteiligten Städten und Gemeinden im offiziellen Nominierungsantrag eingebunden. Die Einreichung ist für Januar 2020 bei der Unesco in Paris geplant. Neben dem Kölner Dom, der Zeche Zollverein und anderen Orten wäre der „Niedergermanische Limes" die sechste Unesco-Welterbe-Stätte in Nordrhein-Westfalen.

Kastell Krefeld-Gellep: Die kleine Straße entspricht einem ehemaligen Weg innerhalb des Kastells. Repro: Stadt Krefeld
Kastell Krefeld-Gellep: Die kleine Straße entspricht einem ehemaligen Weg innerhalb des
Kastells. Repro: Stadt Krefeld

Das Welterbe-Projekt „Die Grenzen des Römischen Reiches" umfasst die Grenzlinie und Militäreinrichtungen zur Zeit der Blüte des Römischen Reiches, etwa in der Zeit von 100 bis 200 nach Christus. Ziel ist es, die gesamte Grenzlinie vorerst in Europa als Welterbe einzutragen. Abschnitte in Deutschland und Großbritannien sind bereits Welterbe. Der gut 385 Kilometer lange Niedergermanische Limes-Abschnitt bestand von 15 vor Christus bis etwa 450 nach Christus. Dabei markierte der Rhein als „nasser Limes" die Grenze mit zahlreichen Kastellen und Legionslagern. Nach der Bataverschlacht im Jahr 69 nach Christus am Feldlager in Krefeld-Gellep mit rund 12 000 römischen Soldaten bauten die Römer 70/71 dort ihr erstes festes Kastell. An diesem Militärstandort hielten sie bis zum Ende des Römischen Reiches am Rhein im fünften Jahrhundert fest. Auf Holz-Erde-Konstruktionen folgten später Befestigungen aus Stein.

Dr. Christoph Reichmann zeigt auf einer Karte, wo sich das römische Kastell in Krefeld-Gellep befand. Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation
Dr. Christoph Reichmann zeigt auf einer Karte, wo sich das römische Kastell in Krefeld-Gellep
befand. Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation

„Als Welterbe-Stätten werden die Plätze am Niedergermanischen Limes zukünftig für alle Bürgerinnen und Bürger und für die Besucherinnen und Besucher zugänglich gemacht. Sie sind wichtige Orte regionaler Identität", so Scharrenbach. „Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst, das kulturelle Erbe im Rheinland den Bürgern nahezubringen", fügt Lubek hinzu.

Das Archäologische Museum Krefeld bereitet sich bereits seit einigen Jahren durch Öffentlichkeitsarbeit, Veranstaltungen und Bildungsprojekte auf die Bewerbung als Unesco-Welterbe-Stätte vor. „Ziel ist es, das entlang der Limesroute spannende, aufeinander aufbauende Geschichten erzählten werden, die den Besuchern und Besucherinnen die Lebenswelt an der Außengrenze des Römischen Reichs vermitteln. Es bleibt in den kommenden Monaten vor der Antragsstellung noch viel zu tun", sagt Dr. Jennifer Morscheiser, Leiterin der Archäologischen Museum Krefeld. Dabei sollen Menschen jeden Alters mit dem Thema Welterbe und Römer in Krefeld vertraut gemacht werden.

Im Archäologischen Museum Krefeld sei nach der Anerkennung ein Themenschwerpunkt „Migration und Mobilität" vorgesehen. „Die Unesco-Welterbe-Stätten sind wichtige Bildungsstätten, an denen vor allem Kinder und Jugendliche den interkulturellen Zugang zu ihrer regionalen, nationalen und zur gemeinsamen europäischen Geschichte erleben können", so Morscheiser.