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Krefelder Netzwerk gegen Häusliche Gewalt hisst Flagge

Veröffentlicht am: 25.11.2021

Das Krefelder Netzwerk gegen Häusliche Gewalt hat am 25. November, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, gemeinsam mit Bürgermeisterin Kerstin Jensen seine Flagge und die des „Hilfetelefons Gewalt gegen Frauen" gehisst, um darauf aufmerksam zu machen, dass häusliche und sexualisierte Gewalt an Frauen immer noch bittere Realität ist. „In 2020 gab es in Krefeld über 600 angezeigte Fälle von häuslicher Gewalt. Es ist davon auszugehen, dass die Dunkelziffer der Gewaltdelikte wesentlich höher liegt. Häusliche und sexualisierte Gewalt gehört leider immer noch zur Lebenswirklichkeit vieler Mädchen und Frauen", berichtet die Koordinatorin des Krefelder Netzwerkes Martina Bergmann, stellvertretende Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Krefeld.

Das Krefelder Netzwerk gegen Häusliche Gewalt hisst, anlässlich des Internationalen Tags gegen Gewalt an Frauen, gemeinsam mit Bürgermeisterin Kerstin Jensen (2. von links) seine Flagge Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, Thomas LammertzDas Krefelder Netzwerk gegen Häusliche Gewalt hisst, anlässlich des Internationalen Tags gegen Gewalt an Frauen, gemeinsam mit Bürgermeisterin Kerstin Jensen (2. von links) seine Flagge
Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, Thomas Lammertz

Nach dem Gewaltschutzgesetz, welches 2002 verabschiedet wurde, stellt häusliche Gewalt einen Straftatbestand dar. Seit 2016 besteht im Sexualstrafrecht der Grundsatz „Nein heißt nein", was bedeutet, dass sexuelle Handlungen oder deren Androhung gegen den Willen einer Person als Übergriff bewertet werden und somit strafbar sind. Statistisch belegt ist mittlerweile, dass die meisten dieser Straftaten im näheren Umfeld der Opfer stattfinden. Es handelt sich somit in der Regel um eine Beziehungstat, die sich äußerst zerstörerisch auf die Familien und hier insbesondere auf die Kinder auswirkt. Vor diesem Hintergrund entwickelte sich 2006, das „Krefelder Netzwerk gegen Häusliche Gewalt". Hier ist es gelungen, die Kompetenzen verschiedenster Professionen zusammenzuführen, die interdisziplinär miteinander kooperieren.

Selbstverständnis des Netzwerkes beinhaltet immer auch präventiven Ansatz

Neben den verschiedenen Lebens-Beratungsstellen gibt es die Fachstelle „Häusliche Gewalt" vom Sozialdienst katholischer Frauen als Anlaufstelle für alle von häuslicher Gewalt Betroffenen und neben der Frauenberatungsstelle auch eine Jungen- und Männerberatungsstelle beim Katholischen Verein für Soziale Dienste in Krefeld für Täter und Opfer von Gewalt. Der Fachbereich Jugendhilfe und Beschäftigungsförderung der Stadt Krefeld hat dabei den Blick auf Familien und Kinder. Auch Polizei, Staatsanwaltschaft und das Gericht sind mit im Boot. Insgesamt zählen 21 verschiedene Organisationen und Institutionen zu dem über die Grenzen von Krefeld hinaus bekannten Netzwerk. Das Selbstverständnis des Krefelder Netzwerkes Häusliche Gewalt beinhaltet immer auch den präventiven Ansatz, insbesondere in Bezug auf die Opfer-Täter-Arbeit. Diese im Laufe der Jahre immer mehr gewachsenen Strukturen, ermöglichen in Krefeld ein stark wirkungsvolles und bedarfsorientiertes Hilfe-Schutzsystem.

Landesweite Aktionswoche gegen Gewalt an Frauen vom 22. bis 27. November

Im Rahmen der landesweiten Aktionswoche gegen Gewalt an Frauen vom 22. bis 27. November, ausgerufen über das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes NRW, beteiligt sich das Krefelder Netzwerk gegen Häusliche Gewalt mit verschiedenen Aktionen zu diesem Thema. In einer Fachtagung werden Fachkräfte zum Thema häusliche Gewalt und deren Auswirkungen auf Kinder informiert und ihnen eine Plattform zum Austausch und zur Reflektion geboten. Mit Plakaten wird weiterhin auf das Thema aufmerksam gemacht, und das Fahnenhissen am Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, ist ein „Flagge zeigen". Unter dem Motto „Orange the World" hat auch in diesem Jahr „UN Women" mit vielen verbündeten Frauenorganisationen dazu aufgerufen, zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen Gebäude orange zu beleuchten. In Krefeld beteiligen sich der Zonta Club Krefeld und der Zonta Club Krefeld am Rhein, die die Beleuchtung vieler Gebäude angefragt haben. In Krefeld sind dies unter anderem das Rathaus, die Mediothek und Stadttheater.