Inhalt

Krefelder Bau GmbH soll Stadtwaldhaus übernehmen und umfangreich sanieren

Die Krefelder Bau GmbH soll zukünftig das Stadtwaldhaus in eigener Verantwortung bewirtschaften und verwalten. Dazu könnte die denkmalgeschützte Immobilie aus dem Besitz der Stadt an die 100-prozentige städtische Tochtergesellschaft übertragen werden. Das sanierungsbedürftige Stadtwaldhaus bliebe damit im „Konzern Stadt Krefeld". Der entsprechende Vorschlag der Verwaltung ist dem Aufsichtsrat der Bau GmbH bereits vorgestellt worden. Das beliebte Ausflugslokal mit seinem großen Biergarten - zugleich traditionelle Veranstaltungsstätte für Vereine und Gesellschaften - muss in den kommenden Jahren umfassend saniert werden.

„Zum Krefelder Erbe gehören aus meiner Sicht neben kulturell und architektonisch bedeutsamen Gebäuden wie dem Kaiser-Wilhelm-Museum, den Mies-Häusern Lange und Esters und dem Stadthaus von Egon Eiermann auch Immobilien wie das Stadtwaldhaus, die einen Teil der Krefelder Identität ausmachen. Dieses Erbe müssen wir erhalten und pflegen", so Oberbürgermeister Frank Meyer. Er sei überzeugt, dass das Stadtwaldhaus bei der Stadttochter Wohnstätte in guten Händen sei. Die Bau GmbH verwaltet unter anderem die denkmalgeschützte Krefelder Galopprennbahn.

Das Stadtwaldhaus in Krefeld. Foto: Stadt Krefeld
Das Stadtwaldhaus in Krefeld. Foto: Stadt Krefeld

Die Stadt sieht durch eine Übertragung der Immobilie an die Stadt-Tochter auch die Möglichkeit, in der Verwaltung Kräfte zu bündeln angesichts der aktuellen Aufgaben und anstehenden Großprojekte im Gebäudemanagement wie zum Beispiel „Gute Schule 2020". Rund 100 Millionen sollen nach der Finanzplanung in den nächsten vier Jahren in Neubau, Ausbau und Modernisierung der Krefelder Schullandschaft investiert werden.

Das Stadtwaldhaus soll durch eine Grundsanierung des Innen- und Außenbereichs einschließlich Kanalisation entsprechend der aktuellen Anforderungen und Vorschriften modernisiert und auf eine neue wirtschaftliche Basis gestellt werden. Ebenso soll die Barrierefreiheit deutlich verbessert werden. Dabei ist auch zu klären, ob für die Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes Fördermittel beantragt werden können. Vor einer Übertragung der Immobilie an die städtische Tochtergesellschaft müssen aber unter anderem die entsprechenden Modalitäten und Auswirkungen geprüft werden. Die endgültige Entscheidung soll im kommenden Jahr fallen.

Biergarten ist bundesweit bekannt

Das Stadtwaldhaus wurde 1901 im Burgen- oder Romantikstil errichtet und im Juli 1902 unter dem Namen „Waldschänke" als Garten- und Saalwirtschaft eröffnet. Wegen des enormen Zuspruchs in der Bevölkerung wurde 1910/1911 die Erweiterung des Gebäudes notwendig. Es erfolgte der Anbau eines Restaurationssaals mit offener Arkade für rund 600 Gäste und die Ausweitung der Außengastronomie auf 3000 Plätze. Weitere Veränderungen folgen in den 1960er-Jahren. In dieser Zeit wurde auch der Abriss des Stadtwaldhauses diskutiert, ein Neubau sollte näher am Weiher gebaut werden. Die bereits getroffene Abrissentscheidung wurde jedoch nicht umgesetzt und Anfang der 1970er-Jahre damit begonnen, das Gebäude auf zeitgemäße Art den veränderten Anforderungen anzupassen. Der Biergarten des Stadtwaldhauses ist bundesweit bekannt und zählt zu den beliebtesten Ausflugszielen in Nordrhein-Westfalen.