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Krefeld will ab Oktober Impfstation am Stadthaus einrichten

Veröffentlicht am: 14.09.2021

Die Stadt Krefeld will mit Auslaufen des Impfzentrums auf dem Sprödentalplatz zum 30. September 2021 als Alternativangebot eine kleine Impfstation am Stadthaus einrichten. Auf diese Weise soll gemeinsam mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) und der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) trotz wegfallender Landesfinanzierung für das Impfzentrum Sprödentalplatz die Impfkampagne vor Ort fortgesetzt werden. In der Corona-Pressekonferenz nach der Sitzung des Krisenstabes am Dienstag haben Krefelds Oberbürgermeister Frank Meyer und Gesundheitsdezernentin Sabine Lauxen die nächsten Schritte erklärt und dargelegt, warum der Weiterbetrieb einer kleiner dimensionierten Impfstation mit zwei Impfstraßen aus Sicht der Stadtverwaltung die beste Lösung ist. „Wir sehen auch bei der Stadt Krefeld weiterhin eine Verantwortung für die Impfkampagne, weil es hier noch immer ungeimpfte Menschen gibt, die keinen Hausarzt haben oder für die aus anderen Gründen ein Impfzentrum der bessere Ort ist", sagte Frank Meyer. Die Pläne für einen Impfstandort am Stadthaus werden auch in der Ratssitzung am Donnerstag präsentiert.

Das Stadthaus am Konrad-Adenauer-Platz. Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation
Das Stadthaus am Konrad-Adenauer-Platz. Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation

Eigentlich sei vom Land nach dem 30. September der Einsatz von mobilen Impfteams angedacht, erklärte Sabine Lauxen. „Wir haben in Krefeld zwar auch solche Impfaktionen per Impfbus oder vor einem Kaufhaus gemacht, aber die aktuell wieder stärker werdende Nachfrage nach dem Impfzentrum auf dem Sprödentalplatz bestärkt uns, dass eine stationäre Lösung als fester Anlaufpunkt die bessere Wahl ist. Wir hoffen, dass das Land uns bei unserem Vorhaben finanziell unterstützt und unserer Argumentation folgen kann." Die Impfstation am Stadthaus wird ab 1. Oktober zu festgelegten Uhrzeiten montags, mittwochs jeweils von 14 bis 19 Uhr und samstags von 10 bis 17 Uhr geöffnet sein. Je nach Zuspruch können diese Zeiten auch noch flexibel geändert werden.

Oberbürgermeister Frank Meyer appellierte in der Pressekonferenz an die Krefelderinnen und Krefelder, schnell eine Impfung zum Schutz vor der Corona-Gefahr vornehmen zu lassen. „Wenn man sich die Zahlen der Infizierten unter den Nichtgeimpften anschaut, wird einem angst und bange", sagte Frank Meyer. Die Wirksamkeit der Impfungen werde auch durch den Vergleich der Sieben-Tage-Inzidenz sichtbar: Sie liegt bei den Ungeimpften in Krefeld bei 305,3, bei den Geimpften bei 25.0. Bei insgesamt 37 Infektionen verzeichnete die Verwaltung in der vergangenen Woche Impfdurchbrüche, alle Fälle weisen laut Fachbereich Gesundheit entweder nur eine sehr milde Symptomatik ohne Fieber auf oder sind vollkommen asymptomatisch. „Diese Zahlen zeigen, wie viel Schutz die Impfung bringt", sagte Sabine Lauxen. Sie verwies auf die bundesweite Aktionswoche „#Hierwirdgeimpft", in der Krefeld gesondert auf sein Angebot im Impfzentrum - täglich durchgehend von 8 bis 20 Uhr - aufmerksam macht. Gemeinsam mit der SWK mobil wird außerdem der besondere Service angeboten, dass Erstimpflinge für den Impftermin hin und zurück kostenlos mit Bus und Bahn innerhalb von Krefeld fahren können.

Inzwischen sind 65,2 Prozent aller Krefelder vollständig geimpft, 72,6 Prozent haben eine Erstimpfung bekommen. In der vergangenen Woche sind pro Tag im Impfzentrum im Schnitt 450 Personen geimpft worden, am 11. September sogar rund 900 Personen. In der Corona-Pressekonferenz berichtete Gesundheitsdezernentin Sabine Lauxen, dass es in der Woche von Samstag, 4. September, bis Freitag, 10. September, insgesamt 266 Corona-Neuinfektionen gab. Für 116 dieser Infektionen liegen Laborergebnisse vor. In allen Fällen wurde die Delta-Variante nachgewiesen. 606.756 Bürgertests hat es inzwischen gegeben. „Auch diese Zahlen ziehen wieder an", sagt Sabine Lauxen.

Die Gesamtzahl aller bestätigten Corona-Fälle in Krefeld ist am Dienstag, 14. September (Stand: 0 Uhr), um zwölf auf 13.415 angestiegen. Aktuell infiziert sind 314 Personen, 34 weniger als am Vortag. Genesen sind rechnerisch 12.922 Personen, 46 mehr als am Vortag. 179 Personen sind in Krefeld bisher im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie verstorben. Die Sieben-Tage-Inzidenz, die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen, gibt das Robert-Koch-Institut für Krefeld mit 98,3 an. Am Vortag hat dieser Wert bei 101,8 gelegen. Die Zahl der schweren Verläufe nimmt deutlich zu: In den Krankenhäusern liegen nach einer Corona-Infektion aktuell 25 Personen aus Krefeld, dies bedeutet eine Zunahme um neun Corona-Patienten im Krankenhaus gegenüber dem Vortag. Von diesen Patienten liegen acht auf der Intensivstation. Fünf Personen müssen auch beatmet werden. 55.831 Erstabstriche sind vorgenommen worden, 93 davon sind noch offen.

Stadtverwaltung wirbt in Elternbrief für Impfung in Kitas und Schulen

Neue Fälle gibt es auch aus Kitas und Schulen: An der Kita Cäcilienstraße ist ein COVID-19-Fall aufgetreten. Die Lindenschule meldet drei neue Infektionen, die Grundschule Krähenfeld/Standort Horkesgath zwei COVID-19-Fälle und das Berufskolleg Kaufmannsschule sowie das Hannah-Arendt-Gymnasium jeweils einen neuen Fall. Die engen Kontaktpersonen wurden über die Regeln der häuslichen Quarantäne informiert. Die Stadt Krefeld wendet die neuen Quarantäne-Regeln an, die das Land in einem Erlass festgelegt hat.

Jürgen Maas, Fachbereichsleiter Schule, berichtete, dass der Fachbereich einen Elternbrief an alle Schulen und Kitas übermittelt hat und darin für eine Impfung wirbt. „Wir hoffen, dass auch dadurch eine Welle der Impfbereitschaft durch die Schulen geht, um das Infektionsgeschehen weiter zu bremsen", sagte Jürgen Maas. Bei den Unter-Zwölfjährigen gab es von Samstag, 4. September, bis Freitag, 10. September, 41 Infektionen, bei den Unter-14-Jährigen 59 Infektionen und bei den Unter-19-Jährigen 75 Infektionen (Stand: 12. September). Jürgen Maas erläuterte auch noch einmal die Quarantäneregeln, wonach im Grundsatz nur das infizierte Kind in Quarantäne gehen soll, allerdings eine Einzelfallprüfung weiter aufrecht erhalten bleibt. Die engen Kontakte werden weiter ermittelt - sieht das Gesundheitsamt Anlass für Quarantänen, werden diese weiter angeordnet. Nach fünf Tagen ist dann bei symptomlosen Personen ein Freitesten möglich.

Kostenlose Fahrt im ÖPNV für Impflinge zur Erstimpfung

Die Krefelder Stadtverwaltung wirbt in der bundesweiten Aktionswoche „#Hierwirdgeimpft" gemeinsam mit den SWK mobil für die Corona-Schutzimpfung. Wer innerhalb von Krefeld mit Bus und Bahn zum Impfzentrum auf dem Sprödentalplatz kommt, um dort eine Erstimpfung vornehmen zu lassen, der bekommt vor Ort im Impfzentrum den Fahrpreis für die Hinfahrt erstattet und erhält auch ein Rückfahrticket. Die Aktion gilt für den gesamten Zeitraum der Woche „Hierwirdgeimpft" bis inklusive Sonntag, 19. September. Damit wollen die Stadtverwaltung und die SWK einen Anreiz für jene Personen setzen, die sich bisher aus unterschiedlichen Gründen nicht haben impfen lassen und für die womöglich auch Kostengründe bei der Anreise eine Rolle spielten.

Gesundheitsdezernentin Sabine Lauxen sagt: „Wir werden auch in den kommenden Tagen und Wochen auf verschiedene Weise versuchen, viele Bürgerinnen und Bürger von den Vorteilen einer Impfung zu überzeugen. Dabei bieten wir mit dem kostenlosen Transfer im ÖPNV einen weiteren Anreiz. Den Stadtwerken bin ich dankbar dafür, dass sie uns erneut bei dieser Aktion unterstützen. Zusammen für Krefeld - zusammen gegen Corona." Carsten Liedtke, Vorstand der Stadtwerke, sagt: „Für uns ist es selbstverständlich, jede sich bietende Möglichkeit beim Schopf zu packen, Unentschlossene zum Impfen zu bewegen. Diese Haltung haben wir bereits in einer aufwändigen internen Impf-Kampagne in den SWK-Konzern getragen, dann mit der Gemeinschaftsaktion Impfbus in die Stadt, und natürlich unterstützen wir auch jetzt gerne während der Impfwoche. Der Weg zurück in eine Art Normalität gelingt nur über eine möglichst hohe Impfquote, und da zählt jeder kleine Pieks."

Auch weiterhin sind Impfungen im Impfzentrum ohne vorherige Terminvergabe und kostenfrei möglich. Das Angebot eines an sieben Tagen in der Woche von 8 bis 20 Uhr geöffneten Impfzentrums wird in Krefeld bewusst kontinuierlich aufrechterhalten, damit es für die Bürger eine feste Anlaufstelle gibt. Noch bis Donnerstag, 30. September, ist das Impfzentrum geöffnet. Die SWK sind mit ihrem Ticketservice am 14. September ab 14 Uhr und bis inklusive Freitag, 17. September, von 8 bis 20 Uhr vor Ort, am Samstag und Sonntag jeweils von 10 bis 18 Uhr.

65,2 Prozent der Bürger in Krefeld sind jetzt zweitgeimpft (Stand, 13. September, gemessen auf 226.844 Einwohner; Zahl von IT NRW zum Bevölkerungsstand zum 30. Juni 2020). Sabine Lauxen setzt darauf, dass sich die Bürger zunehmend für die Impfung entscheiden. „Es gibt sicherlich Personen, die wir mit unserer Ansprache nicht erreichen, weil sie von vornherein nicht empfänglich für Fakten sind. Es gibt aber viele, die bisher aus verschiedenen Gründen einfach noch unentschlossen waren und zunächst noch abgewartet haben. Diese Personen wollten vielleicht auch zunächst einmal sehen, wie es den Geimpften geht. Diese große Gruppe wollen wir mit Fakten erreichen. Man sieht schließlich jetzt deutlich, dass auf unseren Intensivstationen weit überwiegend ungeimpfte Personen liegen. Ohne Impfung droht ein schwerer Verlauf, die Impfung schützt sehr gut vor der Corona- Gefahr. Wer mit einem sicheren Gefühl in den Herbst und Winter gehen will, der sollte sich jetzt impfen lassen. Diese Botschaft werde ich weiter senden."

Auch der Kommunale Ordnungsdienst (KOD) lieferte die Zahlen mit Rückblick auf die Woche: Er hat in der Woche vom 7. September bis 13. September 83 Personen auf die Einhaltung der Quarantänepflicht überprüft. In sechs Fällen konnten die Personen nicht angetroffen werden. Gegen diese Personen wird nun ein Bußgeldverfahren eingeleitet.

Hier geht es zu einem aktuellen Video: https://www.youtube.com/user/stadtkrefeld/videos