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„Krefeld Klima 2030": Stadt erstellt integriertes Klimaschutzkonzept

Bereits heute ist erkennbar, dass sich extreme Wetterereignisse häufen. Ebenso häufen sich die Hitzewellen über Mitteleuropa, die während ihres Auftretens den städtischen Strahlungs- und Wärmeinseleffekt temporär verstärken. Um die Wohn-, Arbeits-, Aufenthalts- und vor allem Lebensqualität für die Krefelder Bürger zu sichern, untersucht der Fachbereich Umwelt der Stadt laufend Maßnahmen zum Schutz des Klimas und zur Anpassung an den Klimawandel. Dazu zählen unter anderem Aktivitäten zur Implementierung der Elektromobilität im Stadtgebiet. Auch die technische und planerische Anpassung der Infrastruktur und der Grüngestaltung an das Stadtklima und an nicht vermeidbare Folgen des Klimawandels werden im Rahmen der Bauleitplanung und der Luftreinhalteplanung thematisiert.

Nach einstimmigem Beschluss des Umweltausschusses beabsichtigt die Stadt derzeit, ihre Klimaschutzaktivitäten auf das gesamte Stadtgebiet auszudehnen. Unter der Dachmarke „Krefeld Klima 2030" soll ein integriertes Klimaschutzkonzept erstellt werden, dass der Umsetzung von Klimaschutzzielen und -maßnahmen dienen soll. Mittelfristig ist die Einrichtung eines Klimaschutzmanagements geplant, das die Konzepte und Einzelmaßnahmen umsetzt.

Für die Erstellung von Klimaschutzkonzeptionen orientiert sich der Fachbereich Umwelt an der Klimafunktionskarte für das Stadtgebiet Krefeld.  Foto: Universität Essen
Für die Erstellung von Klimaschutzkonzeptionen orientiert sich der Fachbereich Umwelt an der
Klimafunktionskarte für das Stadtgebiet Krefeld.
Foto: Universität Essen

Die Stadt Krefeld hat im März dieses Jahres zunächst die durch die Nationale Klimaschutzinitiative (Projektträger Jülich) geförderte „Einstiegsberatung kommunaler Klimaschutz" abgeschlossen. Diese zeigt erste Bereiche auf, in denen Potenziale zum Klimaschutz bestehen. Ein Förderantrag beim Projektträger zur Erstellung des integrierten Klimaschutzkonzepts für Krefeld ist gestellt. Mit diesem sollen weitere Maßnahmen identifiziert und konkretisiert werden, die zu einer Reduzierung von Treibhausgasen und zur Steigerung der Energieeffizienz führen. Hierdurch kann auch die Stadt Krefeld ihren Beitrag zur Minderung der Erderwärmung und zur Ressourceneffizienz durch Energieeinsparung leisten. Ein weiteres wichtiges Ziel des Konzepts ist es, den Klimaschutz dauerhaft in Krefeld zu verankern und die dazu erforderlichen Strategien und Maßnahmen festzulegen. Um sogenannte „Maßnahmen zur Klimafolgenanpassung" zu ermitteln, befasst sich das integrierte Klimaschutzkonzept schwerpunktmäßig auch mit dem Klimawandel und dessen Auswirkungen auf das Stadtgebiet, insbesondere auf die Umwelt (Wohnbevölkerung, Lebewesen in der Natur, Wohneigentum, Gewerbe, Infrastruktur).

Als weitere Arbeit für mehr Klimaschutz steht in Kooperation mit der Kreishandwerkerschaft Niederrhein der Masterplan Klimaschutz für Krefeld an. Erste Gespräche hierzu haben stattgefunden. Vorgesehen sind - unter Beteiligung des Zentrums für Umwelt und Energie der Handwerkskammer Düsseldorf - gemeinsame Aktivitäten, zum Beispiel in den Arbeitsfeldern der neuen Mobilität oder der Sonnenenergie, um den Klimaschutz für Dritte greifbarer zu machen. Darüber hinaus hat sich Krefeld um die Teilnahme am Projekt „Modernisierungsbündnis" der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) beworben. Hier geht es um das Forcieren der Gebäudemodernisierung. Ab Oktober erwartet der Fachbereich Umwelt die Entscheidung der DBU über eine mögliche Teilnahme der Stadt.

Bereits in den vergangenen Jahren hat Krefeld Klimaschutzprojekte mit dem Ziel der Energieeinsparung und der CO2-Reduktion umgesetzt. Ein vom Fachbereich Umwelt entwickelter Entwurf eines CO2-Minderungskonzeptes stammt zum Beispiel aus dem Jahr 2004. Ein Klimaschutzteilkonzept für die energetische Sanierung von städtischen Schul- und Sportgebäuden folgte 2009/2010, zudem die erfolgreiche Beteiligung am Wettbewerb „KWK-Modellkommune" zur Nutzungsweiterentwicklung der Kraft-Wärme-Kopplung.