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Krefeld erstmals bei Europäischer Mobilitätswoche

Zuletzt geändert: 09.09.2019 17:23:08 CEDT

Erstmals nimmt Krefeld an der Europäischen Mobilitätswoche vom 16. bis zum 22. September teil, einer Kampagne der Europäischen Kommission. Seit 2002 bietet sie Kommunen aus ganz Europa die Möglichkeit, ihren Bürgern die komplette Bandbreite nachhaltiger Mobilität vor Ort näher zu bringen. Jedes Jahr werden innovative Verkehrslösungen ausprobiert oder mit kreativen Ideen für eine nachhaltige Mobilität in den Kommunen geworben. Der Fokus liegt in diesem Jahr auf dem Fußverkehr.

In Krefeld geht es sogar schon am Sonntag, 15. September, einen Tag vorher los, und zwar mit einer Radtour um 18 Uhr vom Hauptbahnhof zum Kapuzinerberg, wo um 19.48 Uhr die Sonne untergeht. Die offizielle Eröffnung übernimmt am Montag, 16. September, Oberbürgermeister Frank Meyer um 19 Uhr in der Volkshochschule, ehe der Vortrag „Geh mit! - Wege zu Fuß" von Inga Molenda (Zukunftsnetz Mobilität beim VRR) gehalten wird. Ihre zentrale Frage lautet „Warum ist es so wichtig, den Fußverkehr zu fördern und was kann man dafür tun?" Frank Meyer hat darauf eine Antwort: „Es tut gut zu Fuß zu gehen! Denn es ist gesund und entspannt uns, es schont unsere Umwelt - und wenn wir zu Fuß unterwegs sind, tragen wir außerdem ganz nebenbei zu einer lebendigen Stadt bei. Trotzdem fällt es uns oft schwer, nicht auch die kürzesten Wege mit dem Auto zurückzulegen. Hier ist ein Umdenken erforderlich, das damit beginnen kann, es einfach einmal auszuprobieren: kleine Strecken wie zur nächsten Bäckerei zu Fuß zu gehen statt mit dem Auto zu fahren, weitere Strecken wie etwa in die Innenstadt können vielfach auch mit dem Rad zurückgelegt werden oder mit Bus und Bahn."

Norbert Hudde (Fachbereichsleiter Stadt- und Verkehrsplanung), Karin Mast (Kreisgruppe Krefeld Bund und Fuss e.V.), Mobilitätsmanagerin Martina Foltys-Banning und Karl-Heinz Renner (ADFC, von links) haben schon einmal am Ort des Mobilitätsmarktes Platz genommen. Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, L. Strücken
Norbert Hudde (Fachbereichsleiter Stadt- und Verkehrsplanung), Karin Mast (Kreisgruppe Krefeld Bund und Fuss e.V.), Mobilitätsmanagerin Martina Foltys-Banning und Karl-Heinz Renner (ADFC, von links) haben schon einmal am Ort des Mobilitätsmarktes Platz genommen.
Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, L. Strücken

Ebenfalls häufig zu Fuß sind Blinde - wenn auch ganz anders. An zwei Terminen (17. und 19. September, 17 Uhr; Treffpunkt Unter der Uhr) bietet der Blinden- und Sehbehindertenverein Krefeld einen Rundgang mit Erklärungen zu den an vielen Stellen der Innenstadt verlegten Noppen- und Rippensteinen und zu taktil/akustischen Ampeln. Wer möchte, kann anhand von Simulationsbrillen unterschiedliche Sehbeeinträchtigungen erleben.

An ebenfalls zwei Terminen laufen Kinofilme, in denen es auch um Mobilität geht. „Lost in translation" wird im Primus Palast (Lewerentzstraße 40) am Dienstag, 17. September, um 18 Uhr gezeigt, „The Straight Story" am Freitag, 20. September, ebenfalls um 18 Uhr. Der Eintritt kostet sechs Euro, Kartenreservierungen sind möglich unter karsten@primus-palast.de.

Zahlreiche weitere Radtouren bieten die Möglichkeit, sich gesund und klimaneutral durch Krefeld zu bewegen: Am Mittwoch, 18. September, geht es um 17 Uhr auf die „Tour der Religionen". In Kooperation mit verschiedenen Glaubensgemeinschaften führt die Abteilung Integration der Stadt Krefeld eine interreligiöse Radtour zu ausgewählten Gebetsstätten durch. An jeder Haltestelle wird es eine rund 20-minütige Einführung geben. Treffpunkt ist das Mahnmal der ehemaligen Synagoge (Markstraße Ecke Petersstraße), die maximale Teilnehmerzahl ist 25 Personen. Eine Anmeldung per E-Mail an vielfalt@krefeld.de ist erforderlich. Am Samstag, 21. September, führt ab 10 Uhr eine Tour Vom Eine-Welt-Laden am Westwall zu Höfen in Krefeld, die regionale Produkte anbieten. Auf grünen Wegen geht es zurück in die Stadt zum Mobilitätsmarkt am Dionysiusplatz.

Hier präsentieren sich zwischen 12 und 18 Uhr zahlreiche Einrichtungen und Unternehmen: So zeigen zum Beispiel die Stadtwerke ihre neuen Mobilitätsangebote, es gibt recycelte Fahrräder, Freddy Fair macht auf die Aktion „Krefelder Fairkehr" aufmerksam und die Klimaschützer von „Fridays for future" zeigen auf, wie sie sich die Mobilität vorstellen. „An unserem Stand kann man sich unter anderem neue Zebrastreifen wünschen. Außerdem geben wir Senioren die Möglichkeit, sich zu äußern, welche Probleme es hinsichtlich der Mobilität in Krefeld gibt", sagt Karin Mast von der Kreisgruppe des Bund und dem Verein Fuss. Besonders interessant: Die Verlängerung der Breite Straße, also der Dionysiusplatz und die Schwambornstraße, wird zwischen Lenssenstraße und Sankt-Anton-Straße für den Autoverkehr gesperrt. „Wir wollen zeigen, wie es ist, wenn der motorisierte Verkehr von solch einer Straße verschwindet. Es ergibt sich eine ungeahnte Nutzung, die Straße wird zur Spielwiese. Wir wollen Autos nicht verteufeln, aber wir wollen einfach einmal anders denken", erklärt Norbert Hudde, Fachbereichsleiter Stadt- und Verkehrsplanung, die Idee hinter der Sperrung.

Eine Straßensperrung ist übrigens stets elementarer Teil der europäischen Mobilitätswoche. Ein weiterer ist neben den Veranstaltungen auch etwas, das sichtbar bleibt: „Wir stellen einen neuen, sehr auffälligen, Fahrradständer auf. Mehr wollen wir noch nicht verraten", hüllt sich Mobilitätsmanagerin Martina Foltys-Banning in geheimnisvolles Schweigen.

Drei Möglichkeiten, sich zu bewegen, gibt es schließlich am letzten Tag der Mobilitätswoche Sonntag, 22. September: Der 9. Hospizlauf (ab 10 Uhr an verschiedenen Startpunkten), der Rundgang „Der Nationalsozialismus in Krefeld" (Treffpunkt: Mahnmal der ehemaligen Synagoge an der Markstraße Ecke Petersstraße, 10 Uhr) und die Radtour „Vom Fischelner Bruch zum Niepkuhlenfest" (11 Uhr Bistro U76, Fischelner Bahnhof, und 11.20 Uhr ab Haus Schönwasser).