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Krefeld bereitet sich auf neue Szenarien vor

Veröffentlicht am: 12.01.2021

Angesichts der steigenden Zahl an Corona-Infektionen bereitet sich die Stadt Krefeld auf verschiedene Szenarien vor, weiter mit der Pandemie umzugehen. „Keiner kann sagen, wie sich die Lage in den nächsten Tagen entwickeln wird. Im Moment erleben wir Wellenbewegungen. Aber wenn die 7-Tages-Inzidenz über den Wert 200 steigen sollte, werden in Krefeld weitere Maßnahmen notwendig - eventuell auch schon vorher. Die Zahlen sind derzeit viel zu hoch", betont Oberbürgermeister Frank Meyer, Leiter des Corona-Krisenstabs.

Beruhigend sind derzeit noch die Nachrichten aus den Krankenhäusern. Trotz der hohen Zahl von derzeit 73 Krefelder Corona-Patienten sind bei Intensivbetten und Beatmungsgeräten Kapazitäten vorhanden, wie Gesundheitsdezernentin Sabine Lauxen erklärt: „Die Ärzte haben in den vergangenen Monaten viel dazu gelernt und versuchen, die letzte Stufe eines künstlichen Komas hinauszuzögern und Patienten so lange wie möglich schonend zu behandeln", sagt Lauxen.

Impfzentrum soll am 1. Februar in Betrieb gehen

Derweil bereitet sich die Stadt auf eine deutliche Ausweitung der Impfungen vor. Am 1. Februar soll das Impfzentrum auf dem Sprödentalplatz in Betrieb gehen. Bereits eine gute Woche vorher erhalten alle Krefelder Senioren über 80 Jahre einen Brief, mit dem sie aufgefordert werden, einen Termin für eine Impfung zu vereinbaren. Dies soll ab 25. Januar telefonisch möglich sein, kündigt Lauxen an. Bislang hätten die mobilen Impfteams in neun Senioreneinrichtungen schon alle Bewohner und Mitarbeiter mit Impfstoff versorgt, die zuvor in die Impfung eingewilligt haben. Weitere vier Heime sollen in dieser Woche an der Reihe sein.

Blick ins Klassenzimmer. Foto: Wokandapix / PixabayBlick ins Klassenzimmer.
Foto: Wokandapix / Pixabay

In den Kitas und Schulen in Krefeld ist der Neustart nach den Weihnachtsferien aus städtischer Sicht gut verlaufen. Die Appelle, die Kinder möglichst zu Hause zu betreuen, scheinen zu fruchten. Laut Sonja Pommeranz, Leiterin des Fachbereichs Jugendhilfe und Beschäftigungsförderung, liege die Auslastung in den städtischen Kitas derzeit nur bei 25 bis 30 Prozent. Noch niedriger ist der Anteil an den Schulen: Die Betreuungsangebote in den Grundschulen werden aktuell nur von drei bis maximal 20 Prozent der Eltern genutzt, sagt Jürgen Maas, Leiter des Fachbereichs Schule. An den weiterführenden Schulen sei der Anteil vermutlich noch geringer.

Oberbürgermeister Frank Meyer tritt der Kritik entgegen, die Stadt Krefeld habe zur Unzeit die Maskenpflicht in der Innenstadt ausgesetzt. „Es ist das Privileg der Politik, einfach Forderungen zu stellen - als Verwaltung müssen wir uns jedoch an Recht und Gesetz halten." Bei geschlossenen Läden sei eine allgemeine Pflicht zum Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung in Fußgängerzonen juristisch nicht haltbar: „Da kann ich mich als Oberbürgermeister nicht in Cowboy-Mentalität hinstellen und sagen: Mir egal, sollen die Leute doch klagen", stellt Frank Meyer klar.

Mit Unverständnis reagiert der Oberbürgermeister auch auf die mehrheitliche Ablehnung der Politik, Entscheidungsbefugnisse in den kommenden Wochen auf den Hauptausschuss zu übertragen. „Es trifft mich wirklich, dass hier unterstellt wird, es gehe hier um ein Instrument politischen Kalküls, um andere Mehrheiten herzustellen. Es handelt sich vielmehr um ein legitimes Verfahren, um das Risiko für die ehrenamtlichen Ratsmitglieder möglichst gering zu halten. Unter ihnen sind ältere Menschen, Kollegen mit Vorerkrankungen oder gesundheitlich vorbelasteten Angehörigen: Diese Menschen wollten wir aus dem Konflikt herausholen, ihre Mandatspflichten verletzen zu müssen, um die Gesundheit zu schützen."

 

 

 

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