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2018-06-26 Krefeld auf dem Weg zur Fair-trade-town

Zuletzt geändert: 26.06.2018 15:09:45 CEDT

Oberbürgermeister Frank Meyer setzt im Rathaus ein Zeichen für das Bekenntnis zum fairen Handel: Zukünftig wird bei Sitzungen und Veranstaltungen in den Sitzungsräumen nur noch fair gehandelter Kaffee vom Krefelder Eine-Welt-Laden am Westwall angeboten. Frank Meyer hatte dem in Krefeld ansässigen Fachgeschäft für fair gehandelte Waren persönlich zum 40-jährigen Bestehen gratuliert. Dabei war die Idee entstanden, die nun umgesetzt wurde.

Insgesamt wird Krefeld bald zur „Fair-trade-town": Nachdem der Stadtrat den Startschuss für den Beitritt zur Initiative gegeben hat, sind nach deren Vorgaben noch einige Kriterien zu erfüllen und Voraussetzungen zu schaffen, die sich rund um den fairen Handel drehen. „In einer Stadt mit der Größe von Krefeld müssen dafür 34 Geschäfte, 17 gastronomische Betriebe und je zwei Schulen, Kirchengemeinden und Vereine fair gehandelte Produkte im Sortiment haben oder mit passenden Aktionen den Fair Trade-Gedanken herausstellen", sagt der Leiter des Stadtmarketings, Uli Cloos. Er begleitet mit seinem Team die Fair Trade-Initiative und bindet sie in den Krefelder Perspektivwechsel ein.

Sie schenken ab sofort im Rathaus bei Terminen und Sitzungen den fair gehandelten Kaffee aus. von links: Alice Babilas, Wilhelmine von der Weydt, Elisabeth Fuchs. Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, L. Strücken
Sie schenken ab sofort im Rathaus bei Terminen und Sitzungen den fair gehandelten Kaffee
aus. von links: Alice Babilas, Wilhelmine von der Weydt, Elisabeth Fuchs.
Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, L. Strücken

Das Stadtmarketing sucht aktuell Gastronomiebetriebe und Einzelhändler auf, um die Zahl der vorhandenen Anbieter zu ermitteln. „Wer faire Produkte verkauft und als Gastronom anbietet oder damit beginnen möchte, sollte sich unbedingt beim Stadtmarketing melden", so Mitarbeiterin Darina Finsterer. Gerade in der Gastronomie sei die erforderliche Anzahl von Betrieben mit fair gehandelten Produkten noch nicht erreicht.

Zur „fairen Woche" in der zweiten Septemberhälfte will sich auch das Krefelder Stadtmarketing mit Aktionen beteiligen. „Willkommen sind aber besonders auch Initiativen von Bürgern aus der Stadtgesellschaft", so Uli Cloos. Ausdrücklich erwünscht seien deshalb Projektvorschläge von Interessierten, die sich im Krefelder Perspektivwechsel widerspiegeln sollen.

„Fair-trade-towns" fördern gezielt den fairen Handel auf kommunaler Ebene. Es soll die Sensibilität für gerechte Produktionsbedingungen und soziale sowie umweltschonende Herstellungs- und Handelsstrukturen gefördert werden. Finsterer: „Ob der Einzelhandel Produkte wie beispielsweise fair gehandelten Kaffee, Schokolade, Zucker, Bananen, Blumen, Bekleidung oder sogar fair gehandelte Fußbälle verkauft oder ob gastronomische Betriebe „Fair-trade" Produkte ausschenken: Es gibt viele Möglichkeiten mitzumachen." Besonders ermuntern will sie Schulen, Vereine und Kirchen, sich in das Projekt einzubringen.

Bereits 2000 Kommunen in 28 Ländern sind inzwischen im fairen Handel vernetzt. In Deutschland gibt es über 530 „Fair-trade-towns".