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2019-08-30: Klimaschutzkonzept: Rund 50 Bürger diskutieren in der VHS

Zuletzt geändert: 23.09.2019 11:49:43 CEDT

Rund 50 Personen waren der Einladung zur zweiten öffentlichen Veranstaltung im Rahmen des Klimaschutzkonzeptes „Krefeld Klima 2030" in die Volkshochschule gefolgt. Diesmal standen Klimawandel und Klimafolgen-Anpassung im Vordergrund. Die Besucher sollten ihr Kommen nicht bereuen, denn der Abend brachte interessante Vorträge, spannende Diskussionen und regen Informationsaustausch.

Zwei Vorträge zu Beginn

Ob Temperaturanstieg, lange Hitzeperioden oder Starkregenereignisse - der Klimawandel ist spürbar. Das machte Tobias Kemper (EnergieAgentur.NRW) in seinem Vortrag anhand zahlreicher Daten deutlich: „Die Erhöhung der Temperatur ist nicht mehr als normal anzusehen. Seit 1988 war die Jahresdurchschnittstemperatur in Deutschland nur noch zweimal unter dem Mittel, sonst immer darüber, manchmal sogar sehr deutlich. Hinzu kommt, dass wir seit 2011 deutlich weniger Niederschläge haben. Starkregenereignisse nehmen dagegen zu." Stefanie Weiner (Infrastruktur & Umwelt) zeigte auf, wie durch Maßnahmen wie begrünte Fassaden, Gründächer oder Trinkwasserspender das Leben in der Stadtmitte auch bei Hitze erträglich werden kann. Auch das Thema „Klimarobustes Haus" wurde von ihr skizziert.

Bürgermeisterin Gisela Klaer bei der Begrüßung der Teilnehmer des zweiten Klimadialogs.  Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, A. Bischof
Bürgermeisterin Gisela Klaer bei der Begrüßung der Teilnehmer des zweiten Klimadialogs.
Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, A. Bischof

Im Anschluss wurde eifrig diskutiert. Umwelt-Dezernent Thomas Visser gab so zum Beispiel die Information, dass die Stadt aktuell in Krefeld keinen Bedarf für weitere Wohnbauflächen sieht und deshalb der Politik zur Ratssitzung vorschlagen wird, die sechs zusätzlich für den neuen Regionalplan angedachten Wohnbauflächen aus der Planung herauszunehmen. Zum Neubau eines technischen Rathauses schweifte sein Blick nach Venlo, wo das neue Verwaltungsgebäude unter Umweltaspekten gebaut wurde. Und auch in Sachen Mobilität wählte er klare Worte und erntete Applaus: „Weniger Autoverkehr in der Innenstadt bedeutet nicht weniger Mobilität. Wenn Autofahrer sagen ‚Freie Fahrt für freie Bürger', dann sage ich, dass das ein Denken von gestern ist. Wir müssen den gesamten Verkehrsraum neu planen." Auch hier schaute er ins Nachbarland: „Wenn ein Niederländer in sein Auto steigt und einem Radfahrer oder Fußgänger begegnet, nimmt er automatisch Rücksicht. Dieses Verhalten kann ich hier noch nicht erkennen."

Vor Beginn der Veranstaltung, von links: Stefanie Weiner (Infrastruktur und Umwelt), Beigeordneter Thomas Visser, Bürgermeisterin Gisela Klaer, Organisatorin Irina Blaszczyk vom Fachbereich Umwelt  Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, A. Bischof
Vor Beginn der Veranstaltung, von links: Stefanie Weiner (Infrastruktur und Umwelt),
Beigeordneter Thomas Visser, Bürgermeisterin Gisela Klaer, Organisatorin Irina Blaszczyk vom
Fachbereich Umwelt
Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, A. Bischof

Interessant war auch die Information von Thomas Brons von der Unteren Wasserbehörde im Fachbereich Umwelt und Verbraucherschutz, um dem darbenden Baum vor der Haustür zu helfen: „Grundwasserbrunnen für nicht-gewerbliche Zwecke sind genehmigungsfrei. Es könnten sich zum Beispiel Nachbarschaften zusammenschließen und einen Brunnen gemeinsam betreiben, um angrenzende Grünflächen zu wässern."

Ideen-Baum im Foyer der Volkshochschule steht bis zum 12. September

Mit Blick auf das Klimaschutzkonzept wünschte sich ein Besucher weniger Allgemeines, sondern konkrete Maßnahmen und kreative Ansätze, ein weiterer stellte die Frage, wie weh Klimaschutz tun dürfe. Zustimmung erhielt eine Idee, die in Freiburg umgesetzt wurde: Hier wurde in allen Gleiskörpern, bei denen es möglich war, Asphalt entfernt und gegen Rasen ausgetauscht. Diese und viele weitere Eingebungen können noch bis zum 12. September an den Ideen-Baum im Foyer der Volkshochschule gepinnt werden.

In Anschluss an die Diskussion ging es im Muchesaal der VHS weiter. Hier konnten sich Bürger an verschiedenen Ständen informieren, beraten lassen und austauschen. Themen waren das Integrierte Klimaschutzkonzept, Haus- und Grundstücksentwässerung, das klimarobuste Haus, Durstlöscher Leitungswasser, Klimawandelfolgen für das Grundwasser, für den Wald und die Natur sowie für die Gesundheit. Zudem wurden Daten und Fakten zum Thema Klimawandel und Klimawandelfolgen geliefert.